Grohmann-Preis für Kolja Reichert  |  | Kolja Reichert erhält den Will-Grohmann-Preis 2018 | |
Der Kunstkritiker Kolja Reichert erhält den Will-Grohmann-Preis 2018 der Berliner Akademie der Künste. Die Jury, bestehend aus den Akademie-Mitgliedern Birgit Hein und Wulf Herzogenrath sowie der Preisträgerin von 2014, Nadine Fecht, entschied sich für Reichert aufgrund seiner engagierten journalistischen Arbeit, die über reine Kunstkritik im engeren Sinne hinausginge. „Kolja Reichert schreibt Texte für und über Künstler, aber in erster Linie ist er Kritiker, und in dieser Eigenschaft mischt er sich ein: im Feuilleton, in Vorträgen, genauso souverän und engagiert aber auch im virtuellen Raum der digitalen Medien, die dezentralisiert und kommunikativ offener zunehmend den öffentlichen Diskurs mitbestimmen. Er dokumentiert die für den gegenwärtigen – und zukünftigen – Kunstbetrieb relevanten Fragestellungen, Diskussionen, Konfliktzonen und Möglichkeiten.“ Kunst sei in Reicherts Deutung, so die Jury weiter, „Marktteilnehmer, Diskursraum, Ort der Extravaganz, der Rebellion und des Glamours gleichermaßen.“ Der Kritiker vermittle „aus kritischer Perspektive das Widersprüchliche und zur Konfrontation aufreizende Potential aktuellen Kunstschaffens als ein Moment von Intensität und Utopie an das Publikum.“
Der mit 6.000 Euro dotierte Preis wird am 18. März im Rahmen der Verleihung des Kunstpreises Berlin im Akademiegebäude am Pariser Platz überreicht. Kolja Reichert wurde 1982 in Starnberg geboren und studierte Philosophie und Neuere Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Seit 2006 war er Autor beim „Tagesspiegel“ und schrieb später ferner für „Welt am Sonntag“, „Die Zeit“, „Art“, „Weltkunst“ und „Frieze“. Derzeit tritt er vor allem mit Artikeln im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ hervor.
Als Kurator verantwortete er 2015 im Rahmen des Wiener Festivals „curated by“ die Gruppenausstellung „Produktion“ in der Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, als Lehrbeauftragter ist er unter anderem an der Universität der Künste Berlin und der Frankfurter Städelschule tätig. 2012 erhielt er den Preis für Kunstkritik der deutschen Kunstvereine in Kooperation mit der Art Cologne. Der Will-Grohmann-Preis, benannt nach dem 1968 verstorbenen Kunstwissenschaftler Will Grohmann, wurde erstmals ein Jahr vor dem Tod des Preisstifters und in den vergangenen Jahren in unregelmäßigen Abständen verliehen. Preisträger waren zuletzt Nadine Fecht (2014), Nasan Tur (2012), Jan Wawrzyniak (2011) und Frank Berberich (2009). |