Gustave Caillebotte in der Nationalgalerie Berlin  |  | Gustave Caillebotte, Straße in Paris. Regenwetter, 1877 | |
Einen guten „Deal“ haben jüngst die Alte Nationalgalerie in Berlin und das Art Institute of Chicago abgeschlossen: Letzteres erhält als Leihgabe für eine große Ausstellung über Edouard Manet dessen Bild „Im Wintergarten“, dafür leiht das Museum in Chicago den Berlinern Gustave Caillebottes 1877 vollendetes Hauptwerk „Straße in Paris, Regenwetter“ aus. Bis Mitte September ist es nun in einer Retrospektive des französischen Impressionisten zu sehen, der sich qualitativ mit seinen großen Mitstreitern Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir oder Camille Pissarro mühelos messen lassen kann und doch in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute ein wenig hinter ihnen zurücksteht.
Das mag vielleicht auch daran liegen, dass der 1848 geborene Gustave Caillebotte erst relativ spät als Maler hervortrat. Zunächst war der Sohn eines vermögenden Großwäschereibesitzers eher als Mäzen der überwiegend etwas älteren Kunstrevolutionäre tätig. Er sammelte ihre Werke, lieh sie für diverse Ausstellungen aus und stellte für diese wiederum Gelder zur Verfügung. Sein erstes großes eigenes Werk, die „Straße in Paris“, die jetzt in Berlin zu sehen ist, wurde 1877 auf der dritten Impressionisten-Ausstellung präsentiert. Schon diese Arbeit zeigt Caillebotte als einen Meister, der mit der Perspektive souverän zu spielen wusste. Die Berliner Schau beleuchtet neben der Malerei auch das Mäzenatentum Caillebottes, dessen Sammlungsschenkung an den französischen Staat einen wichtigen Schritt zur allgemeinen Anerkennung der Impressionisten bedeutete.
Die Ausstellung „Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus“ läuft bis zum 15. September. Die Alte Nationalgalerie hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Ausstellungskatalog aus dem Hirmer Verlag kostet im Museum 22 Euro.
Alte Nationalgalerie
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