Thoma-Preisträgerin Christa Näher in Bernau Am Sonntag erhält Christa Näher den diesjährigen Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg. Zu diesem Anlass eröffnet das Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau im Schwarzwald unter dem Titel „Schwarze Wanderung“ die von der Kunsthalle Baden-Baden organisierte Preisträgerschau. In Christa Nähers Malerei spürt man die Referenz an die großen Meister des Barock, an die Malerei der Niederländer und Spanier. Gleichzeitig reicht die Künstlerin mit ihren vielschichtigen und rätselhaften Bildwelten tief in das kollektive Bewusstsein unserer Zeit hinein. Es tauchen sowohl sagenhafte Landschaften, seltsame Mischwesen, Blutspinnen, schwarze Witwen und Totentänze als auch russische Gutsleute, spanische Inquisitoren, Schlossherren und Stallburschen, Pferdegestalten, ein Zuhause und die Künstlerin selbst in den Darstellungen auf.
Die Ursprünge all dieser Wesen reichen weit in der Zeit zurück: 10.000 Jahre Geschichte durchwandert die Künstlerin in ihren großformatigen Malereien und kleinen Zeichnungen. Für die in Bernau im Schwarzwald gezeigte Schau widmet sich Christa Näher in ihrer „Schwarzen Wanderung“ dieser Reise durch die Zeiten. In einem dichten Bilderwald findet sich der „Minotaurus“, der Sage nach ein menschenfressendes Ungeheuer, den Christa Näher nun behutsam und fast zerbrechlich rücklings auf seine Schultern legt. Die schaurige allegorische Darstellung des „Kriegs“ in Form eines aus der Schwärze geborenen Pferdes tritt dem Betrachter an anderer Stelle entgegen. Eine „Schwarze Gondel“ gleitet auf wundersamen Wegen durch Christa Nähers heimatliches Süddeutschland in einen Hades.
Christa Näher, geboren 1947 in Lindau, lebt seit vielen Jahren in Wolfegg in der Nähe von Ravensburg. Sie studierte an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin und war Meisterschülerin bei Martin Engelman. Mit ihren Werken ist Christa Näher seit Jahrzehnten international in Ausstellungen vertreten und wurde vielfach mit Preisen geehrt. Sie war Teilnehmerin der Documenta 1992 und hatte bis 2014 eine Professur an der Städelschule in Frankfurt inne. Seit 1950 erhielten mehr als 40 Maler, Grafiker, Bildhauer, Foto- und Objektkünstler den nach Hans Thoma benannten Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg, darunter Werner Pokorny, Karin Sander, Tobias Rehberger, Silvia Bächli, Thomas Ruff, Andrea Zaumseil und Alfonso Hüppi.
Die Ausstellung „Hans-Thoma-Preis 2019. Christa Näher. Schwarze Wanderung“ läuft vom 11. August bis zum 13. Oktober. Das Hans-Thoma-Kunstmuseum hat mittwochs bis freitags von 10:30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11:30 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro. Zur Ausstellung erscheint für 38 Euro ein umfangreiches Künstlerbuch im Verlag Distanz in Berlin.
Hans-Thoma-Kunstmuseum
Rathausstraße 18
D-79872 Bernau im Schwarzwald
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