Hans Arp und Salvador Dalí beim Rolandsecker Dialog Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, bestehen doch mancherlei Parallelen im Werkschaffen der beiden Surrealisten Hans Arp und Salvador Dalí. Nun versucht eine Ausstellung, Analogien zwischen dem abstrakt-organischen Arbeiten Arps und den bizarren Figurationen Dalís offen zu legen. Unter dem Titel „Salvador Dalí und Hans Arp. Die Geburt der Erinnerung“ erkunden Astrid von Asten und Sarah-Lena Schuster im Arp Museum Bahnhof Rolandseck Bezüge zwischen dem Hauspatron und dem berühmten Spanier. Dazu haben die Kuratorinnen über 60 Werke Dalís, darunter allein zwölf Gemälde, sowie 45 Arbeiten Arps zusammengetragen und in die Themenbereich „Objekt“, „Schnurrbart“, „Körper“, „Genie“, „Form“, „Bureau surréaliste“ und „Sprache“ gegliedert. Hinzu kommen zahlreiche Fotografien, Objekte, Zeitschriften und Dokumente.
In dialogischer Präsentation führen Werkgruppen vor Augen, wie sich besonders hinsichtlich der biomorphen Formensprache enge Korrespondenzen ergeben. Schon vor 1929 kennt Salvador Dalí das Werk Hans Arps und lässt sich von dessen organischen Strukturen beeinflussen. Deutlich wird dies beim Zusammentreffen von Dalís Gemälden „Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen“ von 1944, dem sieben Jahre früher gemalten Bild „Die Metamorphose des Narziss“ oder der „Spektralkuh“ von 1928. Besonders die im letzten Bild wachsenden und sich wandelnden anatomischen Formen finden ihre Entsprechung in fließenden nierenförmigen Strukturen von Arps Plastiken und Reliefs. In diesen Werken treten außerdem Entsprechungen ihrer unterbewussten Vorstellungswelten und verästelten Visionen hervor.
Zu den Höhepunkten der Schau zählt das 1939 für den Pavillon auf der New Yorker Weltausstellung geschaffene Monumentalgemälde „Der Traum der Venus“. Zerfließende weiche Uhren wurden hier zum Inbegriff des Surrealismus und des Erinnerns. Der als eine der ersten Environments der Kunstgeschichte geltende Pavillon wird in einem Kabinett dargestellt und dokumentiert. Dalís Faszination für das musikalische Genie Ludwig van Beethoven und beider exzentrische Begabungen rückt die 1973 entstandene Arbeit „Beethovens Kopf“ ins Bewusstsein. Dalí schuf dieses expressive Porträt mithilfe der Tinte eines echten Tintenfisches. Erstmalig wurde es von der Fundació Gala Salvador Dalí in Figueres für diese Ausstellung wegen der Feiern zum 250sten Geburtstag Beethovens ausgeliehen. Ein zweiter Ausstellungsteil im historischen Bahnhof Rolandseck thematisiert Dalís geniale Selbstvermarktung und zeigt Objekte seines multimedialen Corporate-Produktdesigns vom Aschenbecher bis zur Krawatte sowie Filme und Selbstinszenierungen.
Die Ausstellung „Salvador Dalí und Hans Arp. Die Geburt der Erinnerung“ ist bis zum 16. August zu sehen. Das Arp Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 9 Euro. Der Ausstellungskatalog aus dem Verlag Strzelecki Books kostet im Museum 65 Euro.
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
D-53424 Remagen
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