Modigliani-Picasso-Ausstellung in Wien verschoben  |  | Sollte im Herbst zu sehen sein: Amedeo Modigliani, Liegender Frauenakt auf weißem Kissen, um 1917 | |
„Modigliani – Picasso. Revolution des Primitivismus“ sollte der Titel einer großen Ausstellung sein, die die Albertina in Wien aus Anlass des 100. Todesjahres von Amedeo Modigliani im Herbst eröffnen wollte. Doch wegen Corona-Pandemie muss diese Schau jetzt um ein Jahr auf Herbst 2021 verschoben werden. Es gebe keine „realistische Chance“ dafür, dass die für die Finanzierung des Projekts notwendigen 300.000 Besucher zur Ausstellung kämen, sagte Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder. „Viele Gemälde haben einen Einzelversicherungswert von weit über 100 Millionen Euro“, die Gesamtkosten des Projekts bezifferte er mit rund 2,5 Millionen Euro. Es sei jetzt erforderlich, „mit über 60 verschiedenen Leihgebern von Los Angeles bis Washington, von Madrid bis London, von São Paulo über Tokio bis Peking zu verhandeln, um die bereits zugesagten Leihgaben auch zwölf Monate später wieder zu erhalten“. Generell hofft Schröder, dass der Museumsbetrieb ab Juli wieder aufgenommen werden könne.
Bereits im März hatte der Museumsleiter in einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ über die gravierenden auch finanziellen Folgen für sein Museum durch die Corona-Pandemie geklagt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt rechnet er mit einem Totalausfall der Einnahmen seit 11. März in Höhe von über 4,5 Millionen Euro. Dafür fordert er Hilfe vom Staat: „Jetzt ist die Zeit gekommen, die ungleiche Verteilung der Finanzierungslasten eines Bundesmuseums auszugleichen. Das ist ein Gebot der Fairness wie der Notwendigkeit, will der Staat nicht ausgerechnet die großen und erfolgreichen Museen im Stich lassen. Bis jetzt konnten wir drei Viertel unserer Kosten selbst erwirtschaften und so dem Staat den Löwenanteil der Erhaltungskosten des Museums abnehmen. Das wird als Folge der Corona-Krise jetzt auf lange Sicht nicht mehr möglich sein“, erklärte der Schröder. |