Franz Erhard Walther im Haus der Kunst München Werke des 1939 geborenen Installations- und Performancekünstlers Franz Erhard Walther sind derzeit in einer Ausstellung im Haus der Kunst München zu sehen. Der gebürtige Fuldaer gehörte in Deutschland zu den ersten Künstlern, die in den frühen 1960er Jahren künstlerisches Neuland jenseits der klassischen Gattungen Tafelbild und Skulptur betraten. So ist in München seine Arbeit „1. Werksatz“ von 1963/69 zu sehen, bestehend aus 58 textilen Teilen, bei denen eine aktive Partizipation der Besucher vorgesehen ist. Dieses Konzept des Prozessualen und Zufälligen blieb in Walthers gesamtem weiteren Schaffen ein leitendes Thema. Als seine künstlerischen Mittel nannte er Ort, Zeit, Raum, Körper und Sprache. Einige Exponate in der Ausstellung können und sollen infolgedessen angezogen oder betreten werden, so dass der Körper des Betrachters selbst zum künstlerischen Medium wird.
Seine Ausbildung erhielt Franz Erhard Walther 1957 bis 1959 an der Werkkunstschule in Offenbach am Main, anschließend bis 1961 an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt und von 1962 bis 1964 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz. Hier kam er mit nachmals berühmten Kollegen wie Gerhard Richter und Sigmar Polke in Kontakt. 1967 ließ sich Walther für etwa vier Jahre in New York nieder und stellte hier seinen „1. Werksatz“ im Museum of Modern Art 1969 erstmals aus. 1971 wurde der erst 32jährige, aber schon international rezipierte Künstler zum Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg ernannt. Seit seiner Emeritierung 2005 lebt er wieder in seiner hessischen Heimatstadt. 2017 wurde er mit dem Goldenen Löwen der Venedig Biennale als bester Künstler ausgezeichnet.
Die Ausstellung „Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives“ läuft bis zum 29. November. Das Haus der Kunst hat täglich von 10 bis 20 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 10 Euro. Der im Hatje Cantz Verlag erschienene Katalog kostet 49 Euro.
Haus der Kunst
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