Raffaels Teppiche in Dresden  |  | in der Ausstellung „Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung“ | |
Zahlreiche der anlässlich des 500. Todestages für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen und Ausstellung über den italienischen Renaissancekünstler Raffael mussten aufgrund von Corona abgesagt oder verschoben werden. Den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist es aber immerhin gelungen, eine Ausstellung von Bildteppichen zu arrangieren, die auf Vorlagen Raffaels basieren. 1515 wurde der Maler von Papst Leo X. damit beauftragt, zehn großformatige Kartons zu schaffen, nach denen in Brüssel Tapisserien für die Sixtinische Kapelle gewebt werden sollten. Die Kartons gingen im frühen 17. Jahrhundert in den Besitz des englischen Königs über, der nach ihnen in der englischen Tapisserie-Manufaktur in Mortlake weitere Serien anfertigen ließ. Eine davon erwarb 1728 August der Starke. Drei Bilder widmen sich dem heiligen Petrus, drei weitere seinem Apostelkollegen Paulus.
Ursprünglich in der Tribuna des Semperbaus ausgestellt, wurden die Tapisserien ab 1960 im heutigen Winckelmann-Forum präsentiert. Nach einer Restaurierung in den 1990er Jahren hingen sie noch bis 2008 in der ständigen Sammlung, seither aber im Depot. Nach zwölf Jahren werden sie nun der Öffentlichkeit vorübergehend wieder zugänglich gemacht. Um sie herum gruppiert die Ausstellung ausgewählte Rezeptionsbeispiele, die den weitreichenden Einfluss von Raffaels Bildteppichen und Entwürfen auf nachfolgende Künstler bis ins 19. Jahrhundert hinein dokumentieren. Zu sehen sind mehr als fünfzig Gemälde, Skulpturen, Druckgrafiken und Zeichnungen, darunter Werke von Raffael selbst und späteren Meistern wie Nicolas Poussin, Peter Paul Rubens, Rembrandt, Anthonis van Dyck, Marcantonio Raimondi und Diana Scultori, sowie einige Antiken.
Die Ausstellung „Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung“ läuft bis zum 30. August in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden. Sie hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr und freitags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 10,50 Euro und ist für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren frei. Der Katalog kostet im Museum 34 Euro, im Buchhandel 48 Euro.
Gemäldegalerie Alte Meister – Semperbau am Zwinger
Theaterplatz 1
D-01067 Dresden
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