Eva Berendes gewinnt Bonner Kunstpreis  |  | Der Bonner Kunstpreis geht in diesem Jahr an Eva Berendes | |
Der diesjährige Kunstpreis der Stadt Bonn geht an Eva Berendes. Die in Bonn geborene und in Berlin lebende Künstlerin konnte sich unter insgesamt rund 30 Bewerbungen erfolgreich durchsetzen und darf sich über ein Preisgeld von 10.000 Euro freuen. Neben ihrem vielfältigen und qualitätsvollen Gesamtwerk lobte die Jury vor allem Berendes’ Projektskizze zu Passagen, die die Entwicklung einer neuen Skulpturengruppe vorsieht. Hierbei will sich Berendes mit Fragen von Illusion und Alltag, Malerei und Körperbezug beschäftigen. Die daraus entstehenden Arbeiten werden 2023 im Rahmen einer Ausstellung im Kunstmuseum Bonn präsentiert. Begleitend dazu wird ein Ausstellungskatalog erscheinen.
Malerei im erweiterten Sinne und das Verhältnis von Körpern zu abstrakten Formen stehen im Zentrum des Schaffens von Eva Berendes. In der Begründung heißt zur Preisvergabe es weiter: „Ihre präzisen Beobachtungen von architektonischen Räumen sowie ihre Fähigkeit, die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Strukturen mit künstlerischen Mitteln zu befragen, zeichnen sie besonders aus und haben die Jury dazu bewogen, sie als Preisträgerin auszuwählen. Ihre geplante Auseinandersetzung mit den architektonischen Durchgängen Ricardo Bofills überzeugte als kluges und gut durchdachtes Projekt, das schon jetzt einen spannenden Dialog mit dem Bonner Museumsbau von Axel Schultes erwarten lässt.“
Eva Berendes, Jahrgang 1974, studierte an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, der Hochschule der Künste Berlin und am Londoner Chelsea College of Art and Design. Ihre Werke wurden unter anderem in Gruppen- und Einzelausstellungen im Hara Museum in Tokio, der CRG Gallery in New York und der Daimler Art Collection in Berlin gezeigt. Berendes erhielt Stipendien und Preise der Stiftung Kunstfonds, der Pollock-Krasner Foundation und der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Der Bonner Kunstpreis existiert seit 1985 und wird alle zwei Jahre für Kunstschaffende aus der Region ausgelobt. Seit seiner Neukonzipierung im Jahr 2009 erhalten die Gewinner neben dem Preisgeld ein Arbeitsstipendium, das einen mehrmonatigen Aufenthalt in einer frei wählbaren europäischen Metropole ermöglicht. Seit 2019 wird dieses Stipendium von Stephanie und Wolfgang Bohn mit einer Summe von 10.000 Euro unterstützt, mit der die Gewinnerin oder der Gewinner das Auslandsstipendium finanzieren kann. Zusätzlich stiftet das Ehepaar Bohn weitere 5.000 Euro, um einen Ankauf aus der Bonner Kunstpreis-Ausstellung für die Sammlung des Kunstmuseums zu ermöglichen. Mit dem Stipendium will Eva Berendes nach Katalonien reisen, um dort zu frühen Bauten des Architekten Ricardo Bofill in und um Barcelona zu recherchieren. |