Glänzender Neuzugang fürs Arp Museum Ein Kronjuwel im Schaffen von Hans Arp bereichert nun das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen. Mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur sowie Privatpersonen und Spenden des Museumsfreundeskreises konnte der „Kopf, Objekt zu melken“ erworben werden. Das schlicht erscheinende Kunstwerk besteht aus einer kopfähnlichen Maske mit großen orangefarbenen Augen vor einem Grund aus Blattgold. Ein auf dem Karton angebrachtes Stoffstück erinnert an eine Zunge, die lose herunterpendelt. „Das Relief wird ab 2023 in unserer neuen Dauerausstellung ‚Atlas Arp‘ einen zentralen Platz bekommen. Zu wissen, dass dieses ganz besondere Werk hier bei uns bleiben kann, erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit. Vereintes und großzügiges bürgerschaftliches Engagement hat dieses Chef d’Œuvre dauerhaft für die Öffentlichkeit gesichert“, so Museumsdirektor Oliver Kornhoff und Kuratorin Astrid von Asten.
Hans Arp fertigte das 36,5 mal 35,5 Zentimeter große Werk im Jahr 1925. Es ist nur eines von zwei Reliefs, bei denen der Maler, Grafiker sowie Vordenker des Surrealismus und Dadaismus auf das Material Stoff zurückgriff. Arps Arbeit lässt zahlreiche Interpretationen zu und erinnert nicht zuletzt wegen des Titels auch an eine Kuh. Neben dem sehr guten Erhaltungszustand überzeugte vor allem die Vergangenheit von „Kopf, Objekt zu melken“. So befand sich die Collage unter anderem in der Sammlung André Bretons. Der Dichter und Schriftsteller gilt als wichtigster Theoretiker der surrealistischen Bewegung und verfasste 1924 das „Manifest des Surrealismus“. Zwei Jahre nach Arps Tod war das Relief 1968 auf der Biennale von Venedig zu sehen. |