Picassos Muse in New York Das Auktionshaus Christie’s wetteifert demnächst in New York mit seinem Konkurrenten Sotheby’s um die Gunst der gut betuchten Sammlerschaft und schickt dafür Pablo Picassos Muse in den Ring. Am 13. Mai versteigert es in seinem „20th Century Evening Sale“ ein Portrait von Marie-Thérèse Walter aus dem Jahr 1932 und will dafür rund 55 Millionen Dollar sehen. Die Allgemeinheit konnte das 146 mal 114 Zentimeter große Profilbildnis mit der markanten Nase das letzte Mal 2018 in der Ausstellung „The EY Exhibition: Picasso 1932, Love Fame Tragedy“ der Londoner Tate Modern sehen; das letzte Mal stand die „Femme assise près d’une fenêtre“ im Februar 2013 bei Sotheby’s in London auf dem Auktionspult und brachte es damals auf netto 25,5 Millionen Pfund.
Marie-Thérèse Walter sitzt im Profil auf einem Armlehnsessel. Picasso hat seine Geliebte, die in sich versunken und leicht melancholisch vor sich hin blickt, mit weichen Formen wiedergegeben. Die auf dem Bild herrschende Ruhe wird von den großen, in Lokalfarben gehaltenen Flächen unterstützt. Gleichzeitig wirkt die junge Frau trotz der wenigen Modellierung und Schattierung ungewöhnlich plastisch und präsent. Dies könnte auch an der Tatsache liegen, dass Pablo Picasso diese Darstellungsweise des Kopfes immer wieder in seinen Werken verwendet hat. Zusätzlich dazu verarbeitet er in diesem Bild viele Motive, von der klassischen Siegesgöttin bis hin zur anziehenden Odaliske. In monumentalem Maßstab füllt Marie-Thérèse die Leinwand aus und scheint dabei als vergötterte Muse über den Künstler und seine Schöpfung zu herrschen. |