Prix Ars Electronica vergeben  |  | bei der digitalen Pressekonferenz zum Prix Ars Electronica 2021 | |
Das Linzer Medienkunstfestival Ars Electronica hat seine diesjährigen Preisträger bekanntgegeben. Die Goldenen Nica der Kategorie „Digital Musics & Sound Art“ ging an Alexander Schubert aus Deutschland, der mit seiner Arbeit „Convergence“, in dem menschliche Musiker und ihre KI-generierten Avatare gemeinsam musizieren, die international besetzte Jury überzeugen konnte. In der Rubrik „Computer Animation“ setzte sich Guangli Liu aus China durch. Seine 3D-Filmmontage „When the Sea Sends Forth a Forest“ befasst sich mit der vergessenen der Geschichte der chinesischen Gemeinde Kambodschas, die von den Roten Khmer verfolgt wurde. Die Kategorie „Artificial Intelligence & Life Art“ konnte das internationale Künstler*innenkollektiv „Forensic Architecture“ für sich entscheiden. Unter dem Titel „Cloud Studies“ analysierte das Team aus Forschern und Künstler Internetdaten, die vertuschte Menschenrechtsverletzungen von Staaten und Unternehmen aufdecken.
In der Nachwuchskategorie „u19 – create your world“ dürfen sich die Wiener Schüler Felix Senk, Emil Steixner und Max-Jakob Beer über die Goldene Nica freuen. Aus der Physical-Computing-Plattform Arduino und Elektroschrott bauten die drei Tüftler einen MIDI-Controller, der wie ein Instrument funktioniert und 16 verschiedene Loops von Geräuschen abspielen kann. Den ersten „Isao Tomita Special Prize“ erhielten Khyam Allami aus Großbritannien und das Kollektiv „Counterpoint“. Deren Projekt „Apotome“ beleuchtet die kulturellen Asymmetrien und die Nicht-Neutralität zeitgenössischer Musikwerkzeuge sowie deren verflochtenes Netz kultureller, sozialer und politischer Verästelungen. Der „Ars Electronica Award for Digital Humanity“ wurde an das Magazin „Climate Action Tech“ übergeben. Die Zeitschrift ist ein Ort der persönlichen Reflexion und der kritischen Auseinandersetzung mit Technologie. Deren Autoren denken darüber nach, wie das Internet technisch, ästhetisch und politisch grüner gemacht werden könnte.
Um die Auswirkungen der Coronakrise auf die Kunstschaffenden abzumildern, wurden diesmal neben den jeweils mit 10.000 dotierten „Goldenen Nicas“ auch noch „Awards of Distinction“ verliehen, die mit einem Preisgeld von 6.000 Euro verbunden sind. Sie gingen unter anderem im Bereich „Digital Musics & Sound Art“ an das Duett „Convergence“ von Douglas McCausland und Aleksander Gabrys, bei „Computer Animation“ an die 8K-Animationsinstallation „Opera“ von Erick Oh und bei „Artificial Intelligence & Life Art“ an das Geophagie-Projekt „The Museum of Edible Earth“. Zudem wurden erstmalig zwei weitere Wettbewerbe ausgeschrieben: der „Isao TomitaSpecial Prize“ und gemeinsam mit dem Österreichischen Außenministerium der „Ars Electronica Award for Digital Humanity“. Insgesamt verzeichnete Gerfried Stocker, künstlerischer Geschäftsführer der Ars Electronica, mehr als 3.100 Bewerbungen aus 86 Ländern für die seit 1987 jährlich vergebenen Auszeichnungen. |