Stefan Kalmár verlässt Londoner ICA  |  | Stefan Kalmár gibt seinen Direktorenposten in London auf | |
Nach fünf Jahren im Amt tritt Stefan Kalmár als Direktor des Institute of Contemporary Art (ICA) in London zurück. Für ihn sei jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, die Leitung dieser bedeutenden Institution mit Sorgfalt, Einfühlsamkeit und Weitblick an die nächste Generation zu übergeben, ließ Kalmár mitteilen. Er dankte dem ICA-Vorstand für die Unterstützung und das Verständnis für seine Entscheidung, die sich aus persönlichen und beruflichen Beweggründen speist. Die letzten 17 Monate seien eine Zeit der intensiven Selbstreflexion und der Neuausrichtung der eigenen Werte gewesen: „Welche Strukturen, welche Verhaltensweisen, welche Ideen, welche Arbeit werden in der zukünftigen Welt am wichtigsten sein? Kultureinrichtungen müssen lernen, wie sie darauf reagieren können. Sie sollten einen innovativen Weg weisen, der offen für ständige Erneuerung ist“, sagte Kalmár.
Der 1970 in Zeitz geborene Kunsthistoriker konzipiert seit 1997 Ausstellungen zeitgenössischer Kunst unter anderem für die Londoner Cubitt Gallery und am Institute of Visual Culture in Cambridge. Zudem war Kalmár Kurator am „Ludlow 38“, einem Ausstellungsraum des Goethe-Instituts in New York, bevor es ihn nach München zog, wo er von 2004 bis 2009 Leiter des Kunstvereins war. Danach kehrte er als Direktor des „Artists Space“, der unter anderem Cindy Sherman und James Coleman zum Ruhm verhalf, nach New York zurück. 2016 wechselte er dann als erster ausländischer Direktor an das 1946 gegründete Institute of Contemporary Art nach London. Neben Ausstellungen zu Seth Price, Forensic Architecture, Cameron Rowland, Metahaven, Kathy Acker und Julie Becker verantwortete Stefan Kalmár auch das Theater-, Kino- und Performanceprogramm des ICA sowie Lesungen und Literaturveranstaltungen. |