Rekorde für britische Kunst bei Christie’s  |  | Christie’s freut sich über die guten Ergebnisse für britische und irische Kunst | |
Christie’s kann sich über eine hohe Nachfrage für britische und irische Kunst aus dem 20. Jahrhundert freuen. Bei der gestrigen Abendauktion in London schlug das Haus 90 Prozent der Lose zu und spielte einen Umsatz von rund 25,5 Millionen Pfund ein. Bridget Rileys flirrendes Großformat „Gala“ in bunten Wellenformationen aus dem Jahr 1974 positionierte sich an erster Stelle kam für die hohe Summe von netto 3,6 Millionen Pfund unter den Hammer, die nur mit Aufgeld und dem daraus resultierenden Bruttopreis von 4,36 Millionen Pfund das bisherige Spitzenergebnis der britischen Op-Art-Künstlerin in den Schatten stellte (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Bei seinem Debüt auf dem Kunstmarkt schlug ein ruhiges, beinahe monochromes Seestück von Laurence Stephen Lowry aus dem Jahr 1964 mit 2,25 Millionen Pfund ungeahnt hohe Wellen (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP). Eine belebte Straßenszene des in England beliebten Malers wechselte für gute 1,6 Millionen Pfund den Besitzer (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), während sich das durch seinen Wohnort Salford inspirierte, menschenleere Gemälde „The Footbridge“ von 1946 mit moderaten, aber taxgerechten 250.000 Pfund begnügte.
Das durch den farblichen Dreiklang aus Weiß, Blau und Rot auffallende, verschwommene fotorealistische Stillleben „Miss Simpson’s Boots“ konnte seinen unteren Schätzpreis von 300.000 Pfund auf 1,45 Millionen Pfund mehr als vervierfachen und brachte dem Maler William Nicholson damit einen neuen Auktionsrekord ein. Diesen Erfolg teilten John Laverys sommerlich impressionistisch angehauchte Schilderung einer Krocket-Partie mit Meeresblick bei 2,4 Millionen Pfund (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP) und David Bombergs farbgewaltige Abstraktion der Brücke und der Schlucht El Tajo im südandalusischen Städtchen Ronda, die für 1,15 Millionen Pfund zugeschlagen wurde (Taxe 850.000 bis 1,2 Millionen GBP).
Außerdem wartete Christie’s mit zwei Werken Ben Nicholsons auf: Das aus geometrischen Flächen aufgebaute weiße Relief „1936“ wurde seinem unteren Schätzpreis von 1,5 Millionen Pfund gerecht, und auch das ebenfalls mit einer Räumlichkeit agierende Gemälde „October 1949 (Rangitane)“, ein Auftrag für das gleichnamige Dampfschiff M.V. Rangitane der New Zealand Shipping Company, blieb mit 800.000 Pfund im vorgesehenen Rahmen. Dahinter folgten Francis Campbell Boileau Cadells Stillleben mit Tulpen und einer Ansicht der schottischen Insel Iona für 575.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP) sowie Peter Blakes Hommage an den Ringkämpfer „Doktor K. Tortur“ für 350.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 550.000 GBP).
Im Bereich der Skulptur konnte sich Lynn Chadwick mit seinen kantigen Bronzefiguren „Two Watchers V Third Version“ von 1967, die für 580.000 Pfund zugeschlagen wurde, souverän an die Spitze setzen (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP). Henry Moores abstrahierte amorphe Darstellung einer stillenden Mutter mit Kind, entworfen 1953, übertraf mit 430.000 Pfund gleichfalls ihre Schätzung. Eine lebensgroße Pferdeplastik Elisabeth Frinks gelang mit 500.000 Pfund eine Punktlandung, während William Turnbulls an einen majestätischen Hinkelstein erinnernde „Queen 2“ von 1988 die Erwartungen mit 320.000 Pfund leicht übertraf. Barbara Hepworths harmonisch geschwungene, geschlossene Skulptur „Coré“ pendelte sich taxkonform bei 520.000 Pfund ein, während ihr einem archaischen Saiteninstrument ähnelndes hohles „Hollow Oval (January)“ von 200.000 Pfund auf 350.000 Pfund stieg.
Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld. |