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Marktberichte |
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Jugendstil, Design und Art Déco bei Herr  Malewitsch auf dem Teller

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 |  | Teller, Lomonossow, 1920er Jahre | |
Nach über 20 Jahren im Auktionswesen kann sich Werner G. Herr immer noch für die Formensprache des 20. Jahrhunderts begeistern. Anfang der 1980er Jahre nahm er erstmals selbst den Hammer in die Hand. 1987 spezialisierte sich das Kölner Auktionshaus schließlich auf angewandte Kunst und Design des 20. Jahrhunderts und gehörte damit zu den Vorreitern in Deutschland, die Designobjekte in den Auktionssaal brachten. Die Spezialisierung hat sein Geschäft vorangebracht. Neben den beiden jüngeren Münchner Häusern Quittenbaum und Zezschwitz zählt er zu den führenden Anbietern in diesem Bereich. Nun wird Werner Herr am 26. Oktober mit seiner Frau Britta Herr die 50. Auktion durchführen.
Möbel
Rund 400 Lose konnten sie für ihre Jubiläumsversteigerung zusammentragen. Den Auftakt bilden die Möbel. Die Noblesse und Kühle des Art Déco strahlt gleich zu Beginn ein Schreibtisch mit Sessel aus dem Brüsseler Atelier des Arts De Coene Frères um 1930 aus. Der konvex geschwungene Schreibtisch glänzt durch das aufwändig polierte Makassarholz und die verchromten Metallbeschläge und kontrastiert in seiner braunen Farbe zu dem hellen Lederbezug des dazugehörenden Sessels (Taxe 3.600 EUR). Etwas älter, nämlich von 1904, ist das Armlehnstuhlpaar mit der Modellnummer 511 aus der Firma Gebrüder Thonet. Die beiden aus mahagonifarbener Buche hergestellten Stühle mit Rohrgeflecht bespannter Sitzfläche sollen 2.500 Euro einspielen.
Frühe Arbeiten von Alvar Aalto sind die beiden Tische aus gebogenem Birkensperrholzgestell und schwarzer, schellackpolierter Tischplatte. Der größere der Beistelltische aus den 1930er Jahren soll 1.650 Euro, der kleinere 1.400 Euro kosten. 1951 entwarfen Carlo Mollino und Aldo Morbelli für das Auditorium der RAI in Turin einen Sessel aus Messingrohr und orangerotem Samtbezug (Taxe 2.700 EUR), eine französische Tisch- und eine Deckenleuchte aus vertikal um die Mittelachse aufgereihten Aluminiumstreifen stammen aus den 1960er Jahren (Taxe 550 bzw. 400 EUR) und die Deckenleuchte „Quasars“ von Angelo Brotto erweist sich mit ihren unregelmäßig angeordneten, verschieden großen kreisförmigen Öffnungen als typisches Produkt der psychedelischen Phase Anfang der 1970er Jahre (Taxe 1.000 EUR).
Silber und Zinn
Eines der teuersten Lose findet sich beim Silber. Auf 10.500 Euro ist das dreiteilige mit Banddekor und Silberkugeln besetzte Teeservice von Georg Jensen aus den Jahr 1919 geschätzt. Von dem dänischen Künstler gibt es noch einen Tortenheber für 350 Euro und aus seiner Manufaktur eine schlichte hochgezogene Kanne mit leichtem Hammerschlagdekor, von Johan Rohde nach 1945 gefertigt (Taxe 3.600 EUR). Für die Heilbronner Firma Bruckmann & Söhne erdachte um 1902 Rudolf Rochga eine Kaffeekanne mit Rechaud im geometrischen Schliffdekor (Taxe 7.000 EUR), und die Mokkakanne mit Hammerschlagdekor von M.T. Wetzlar aus München wird von einem Elfenbeinhenkel mit reliefiertem Seepferd geziert (Taxe 1.400 EUR).
Zwei zweiflammige Jugendstilleuchter in organischen Formen aus der Krefelder Produktion von J.P. Kayser aus dem Jahr 1904 sind beim Zinn auf 2.800 Euro taxiert, die Deckelvase aus Kupfer und patiniertem Messing mit einem umlaufenden Rautenmuster aus blauem, weißem und grauem Emaildreiecken vom Camille Fauré aus Limoges soll 9.900 einbringen, und Dagobert Peche applizierte auf seine achteckige Messingdeckeldose aus der Wiener Werkstätte einfache Sterne (Taxe 4.500 EUR).
Skulpturen
Highlight bei den Skulpturen ist die „Sperrschleudernde Amazone“, eine schwarz patinierte Bronze von Franz von Stuck um 1906 im Originalzustand. Ein zweites Exemplar der kämpferischen Frau auf ihrem Hengst verkaufte Herr in diesem Frühjahr für 16.100 Euro. Jetzt schätzt er die Bronze vorsichtig auf 11.800 Euro, um mehrere Bieter für das Objekt zu locken. Peter Breuer setzte den Ikarusmythos in seiner Figur „Flieger“ um, die einen muskulösen Jüngling mit Flügeln am Rücken zeigt, der seinen Blick entschlossen gen Himmel richtet (Taxe 1.450 EUR).
Porzellan
Das Toplos der Versteigerung findet sich dann beim Porzellan. In den 1920er Jahren entwarf die staatliche Porzellanmanufaktur Lomonosow in Leningrad einen Teller nach dem Vorbild Kasimir Malewitsch. Den Spiegel gestaltete sie mit seinem suprematistischen Dekor in Ockergelb, Orange, Kobaltblau und Schwarz. Mit kleinen Unterschieden entspricht die Bemalung der Lithografie „Suprematischer Raum“ aus der Zeichensammlung „Suprematismus: 34 Zeichnungen“ von 1920 und dem Ölgemälde „Dynamischer Suprematismus“ aus der Sammlung Ludwig in Köln. Außerdem befindet sich eine Entwurfsskizze nach Malewitsch im Museum der russischen Manufaktur. Geschätzt wird der Teller auf 22.000 Euro.
Ein zweiter Künstlerentwurf ist der Teller „Amour totale“ von Jean Tinguely mit einem schwarzen wilden Geflecht aus geometrischen Formen. Das auf 1.100 Euro taxierte Stück produzierte die Firma Bernardaud aus Limoges in einer 250er Auflage. Aus der Hutschenreuther Manufaktur in Selb stammt ein Tintenzeug aus den 1920er Jahren von Lydia Foucar. An der Wandung des Tintengefäß ziehen sich drei kleine Putten empor und blicken neugierig über den Rand (Taxe 300 EUR). Willy Stanke und Lorenz Lang zeigen sich führ eine kugelige Vase mit bunten Blumendekor von KPM verantwortlich (Taxe 3.350 EUR), und Mauritius Pfeiffer für den Lampenfuß „Falkenjäger“ aus weißem Porzellan, den die Schwarzburger Werkstätten in Volkstedt 1918 ausführten (Taxe 2.500 EUR). Teuerste Position bei der Keramik ist Pablo Picassos Krug „Bearded man“ mit einem aufgemalten bärtigen Männerkopf von 1953 (Taxe 7.000 EUR).
Glas
Auch die Glasabteilung kann mit einigen herausragenden Objekten aufwarten. Dazu zählen die Fußschale von Burgun, Schverer & Co. aus Meisenthal, auf der über annagrünem Glas Lilienblüten in Rot und Weiß wie im Wasser schwimmen (Taxe 14.500 EUR), die schlanke Fußvase „Cinéraires bleus“ der Daum Frères aus Nancy mit blauen Margeriten über mintgrünem, gelbem und weißem Grund (Taxe 18.500 EUR) oder die orange-rote Kugelvase „Poissons“ von René Lalique mit einem umlaufenden, reliefierten Dekor aus großen flachbäuchigen Fischen mit stacheligen Flossen (Taxe 13.000 EUR). Auch typisches Muraneser Glas hält der Katalog bereit, so die „Pezzato“-Vase von Fulvio Bianconi mit ihren verschmolzenen Glasplättchen aus Rot, Saphirblau, Blaugrün und Rauchgelb (Taxe 4.200 EUR).
Die Objekte können bis zum 24. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr bei Herr besichtigt werden. Die Auktion beginnt am 26. Oktober um 10 Uhr. Der Katalog ist auch im Internet unter www.herr-auktionen.de abrufbar. |  | Kontakt: Kunst- & Auktionshaus W.G. Herr Friesenwall 35 DE-50672 Köln |
 | Telefon:+49 (0221) 25 45 48 | Telefax:+49 (0221) 270 67 42 |  |  | E-Mail: kunst@herr-auktionen.de |  | Startseite: www.herr-auktionen.de |
22.10.2002 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching |  |
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 |  | Weitere Inhalte: |  | •  | Bei:
Kunst- & Auktionshaus Herr |  | •  | Kunstwerk:  Schreibtisch mit Sessel, Atelier des Arts De Coene Frères, um
1930 |  | •  | Kunstwerk:  Franz von Stuck, Speerschleudernde Amazone, um 1906 |  |  | •  | Kunstwerk:  Teller, Lomonossow, 1920er Jahre |  | •  | Kunstwerk:  Pablo Picasso, Krug "Bearded man", 1953 |  | •  | Kunstwerk:  Burgun, Schverer & Co., Schale, 1896-1900 |  |  | •  | Kunstwerk:  René Lalique, Vase "Poissons", 1921-1932 |  | •  | Kunstwerk:  Georg Jensen, Teeservice, 1919 |  | | | | |
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 Pablo Picasso, Krug
'Bearded man', 1953 |  | Taxe: 7.000,- EURO Losnummer: 263 |  |  |  |  |  | 
 Franz von Stuck,
Speerschleudernde
Amazone, um 1906 |  | Taxe: 11.800,- EURO Losnummer: 150 |  |  |  |  |  | 
 René Lalique, Vase
'Poissons',
1921-1932 |  | Taxe: 13.000,- EURO Losnummer: 347 |  |  |  |  |  | 
 Georg Jensen,
Teeservice, 1919 |  | Taxe: 10.500,- EURO Losnummer: 62 |  |  |  |  |  | 
 Burgun, Schverer &
Co., Burgun,
Schverer & Co.,
Schale, 1896-1900 |  | Taxe: 14.500,- EURO |  |  |  |  |  | 
 De Coene Frères,
Schreibtisch mit
Sessel, Atelier des
Arts um 1930 |  | Taxe: 3.600,- EURO |  |  |
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