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Alistair Hudson wird Leiter des ZKM in Karlsruhe

Alistair Hudson tritt als neuer Direktor des Karlsruher Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) in die Fußstapfen des 78jährigen Peter Weibel, der seit 1999 das ZKM leitet. Der 53jährige britische Kurator und Museumsleiter wird seinen Posten nächstes Jahr im April antreten. Das ZKM sei eines der bedeutendsten Zentren der Künste und der Wissenschaften, das neue Horizonte erschließe, während sich die Welt mit exponentieller Geschwindigkeit verändere, erklärte der zukünftige Leiter. Er wolle die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortsetzen und einen Ort schaffen, an dem die Welt neu gedacht werde. „Ich stelle mir das ZKM als Mittelpunkt und Gravitationszentrum für ethische Diskurse vor, die die Entwicklung menschlichen Handelns einerseits und nicht-menschlichen Handelns mit künstlicher Intelligenz andererseits beeinflussen könnten“, so Hudson.

Bis zu Beginn dieses Jahres war Alistair Hudson als Direktor der Manchester Art Gallery auch für die Whitworth Art Gallery der Universität Manchester verantwortlich. Dort stieß er im Februar durch die Präsentation der Installation „Cloud Studies“ des Kollektivs Forensic Architecture, die die Militäroperationen des Staates Israel im Gaza-Streifen kritisiert und zuvor schon im ZKM gezeigt worden war, eine Debatte an. Als die Organisation U.K. Lawyers For Israel daraufhin Kritik äußerte, sollte Hudson bis August suspendiert werden. Doch als er bestätige, in der Ausstellung Argumente von beiden Seiten zu Gehör kommen zu lassen, konnte er seinen Job weiterführen. Das Museum habe versucht, die äußerst komplexen Fragen, die durch die Ausstellung aufgeworfen würden, ausgewogen darzustellen. Er als Direktor glaube, dass es für alle Beteiligten das schlechteste Ergebnis sei, die Ausstellung für längere Zeit zu schließen, fasste Hudson den Eklat zusammen.

Alistair Hudson begann seine berufliche Karriere 1994 bei der renommierten Galerie von Anthony d’Offay in London, bevor er zur Jahrtausendwende die Stelle als Kurator der Sammlung der britischen Regierung übernahm. In dieser Position war Hudson unter anderem mit Liam Gillick für die Ausstattung des neu gebauten Innenministeriums verantwortlich. 2004 wurde er als Vizedirektor der Grizedale Arts im ländlichen englischen Nordwesten berufen. Bei seiner Arbeit, die Hudson dort zehn Jahre ausübte, schuf er neue Maßstäbe zum Umgang mit Kunst und Künstlern. 2014 ging Alistair Hudson als Direktor an das Middlesbrough Institute of Modern Art. Seit 2018 leitet er die Manchester Art Gallery und die Whitworth Art Gallery. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, bestätigte, dass die Wahl Hudsons eindeutig war. Man sei weltweit auf die Suche gegangen und am Ende zu einem sehr eindeutigen Ergebnis gekommen. Hudson sei die richtige Person für die Neuausrichtung des ZKM.


18.07.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Jörg Berghammer

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