Hochdotierter Kunstpreis für Lubaina Himid Lubaina Himid erhält den Suzanne Deal Booth/Flag Art Foundation Prize 2024. Die 1954 in Sansibar geborene, heute in England lebende Künstlerin kann sich nun über ein Preisgeld von 200.000 US-Dollar freuen. Die Malerin besitze das Talent, so Sharon Maidenberg, Mitglied der achtköpfigen Jury, die Lebenswelt ihrer Protagonisten gleichzeitig zu vermenschlichen und zu erhöhen, was sie zu einer versierten Erzählerin mache. Ihre Fähigkeit, in mehreren Medien zu arbeiten, inklusive Malerei, Textilem und Skulptur, schaffe Raum für ihre fortlaufende Auseinandersetzung mit zeitlosen Themen in einer neuen und frischen Art. Neben dem Preisgeld wird Lubaina Himid im Frühjahr 2024 erstmals in den Räumen von „Contemporary Austin“ in Texas ihre Werke ausstellen, die dann im Herbst 2024 nach New York in die Flag Art Foundation ziehen und von einer Publikation begleitet werden.
Lubaina Himid lebt und arbeitet in Preston. Als erste schwarze Künstlerin wurde sie 2017 mit dem Turner Prize ausgezeichnet. Zentrales für ihr Schaffen sind die Wiedergabe des alltäglichen Lebens und darin zugleich das Enthüllen einer verstummten Geschichte von marginalisierten Personen. Sich selbst beschreibt Himid als Malerin und kulturelle Aktivistin. Die Künstlerin, die zuerst Bühnenbild studiert hat, ist bekannt dafür, Malerei mit sozialem Engagement die schwarze Community zu verweben. Der Einsatz von Textilien in ihrer Kunst geht auf ihre Autobiografie zurück: ihre Mutter war Textildesignerin. Zudem integriert Himid auch gefunden Objekte wie Teller, weggeworfene Möbel oder Zeitungen in ihre Arbeiten. Ihre Werke werden international ausgestellt, etwa in der Tate Modern und der Tate Britain in London, im Frans Hals Museum in Haarlem, im Badischen Kunstverein in Karlsruhe, im Wiels Contemporary Art Centre in Brüssel oder 2018 auf der Biennale in Berlin.
Suzanne Deal Booth, Kuratoriumsmitglied von „Contemporary Austin“, initiierte 2016 mit dem Museum den mit 100.000 US-Dollar dotierten Suzanne Deal Booth Art Prize. Zwei Jahre später schloss sich die 2008 von den Sammlern Glenn und Amanda Fuhrman gegründete Flag Art Foundation dem Kunstpreis an, um die Dotierung auf das Doppelte anzuheben. Zuletzt ging die Ehrung 2020 an Nicole Eisenman. Der diesjährige Preisträger ist der Bildhauer und Soundkünstler Tarek Atoui. |