Kinsky versteigert zugunsten des Hundertwasser-Schiffes In seinen Jahresauftakt mit moderner und zeitgenössischer Kunst hat der Wiener Versteigerer Im Kinsky die Sonderauktion „Friedensreich Hundertwasser – Die Regentag“ integriert. In Kooperation mit der Hundertwasser Gemeinnützigen Privatstiftung kommen 97 ausgewählte Grafiken und Objekte aus deren Archivbestand zum Aufruf, die sie für die Sanierung des Hundertwasser-Schiffes „Regentag“ veräußern lässt. 1968 erwarb Friedensreich Hundertwasser das 1910 gebaute sizilianisch-tunesische Transportschiff mit dem Namen „San Giuseppe T“, ließ es in verschiedenen italienischen Werften umbauen, sah es als sein erstes realisiertes Architekturprojekt an und nahm es unter der Nummer 703 in sein Werkverzeichnis auf. Zehn Jahre lang lebte und arbeitete Friedensreich Hundertwasser auf der „Regentag“. Hochseetauglich gemacht, segelten er und Kapitän Horst Wächter 1975/76 damit nach Neuseeland, wo das Schiff in der Bay of Islands vor Anker ging und bis 2004 lag. Anlässlich einer Hundertwasser-Ausstellung ließ Bürgermeister Willi Stift die kunterbunte „Regentag“ dann nach Tulln in Niederösterreich bringen, wo sie sich seitdem befindet und 2015 unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Nun stehen umfangreiche Renovierungsarbeiten an. Dafür hat die Hundertwasser Stiftung bereits 400.000 Euro aufgebracht. Für die verbleibenden Schritte werden noch rund 150.000 Euro benötigt, die nun durch die Versteigerung von Lithografien, japanischen Farbholzschnitten, Radierungen und Siebdrucken, aber auch Objekten aus Holz, Glas und Keramik sowie Münzen zusammenkommen sollen. Die Auswahl biete einen Rückblick auf Hundertwassers grafisches Werk mit seinem außerordentlichen Reichtum an Ausdrucksmöglichkeiten, erklärt Andrea C. Fürst von der Hundertwasser Gemeinnützigen Privatstiftung. „Hundertwasser schuf in seinen Graphikauflagen Farbversionen und Varianten und verfolgte damit das Ziel, entsprechend der Vielfalt der Natur Unikate innerhalb eines Auflagendrucks herzustellen.“
Die „Regentag“ tritt dabei selbst in Erscheinung. Auf den Siebdruck „Slow Travel under the Sun“ von 1969 schippert „La Barca“ über einer charakteristischen Spirale im rot glühenden Abendhimmel (Taxe 5.500 bis 11.000 EUR). Dass Hundertwasser eine Vorliebe für das Maritime hegte, macht auch seine Münze „Dampfer von vorne mit Schiffen“ von 1978 deutlich. Die drei unregelmäßigen Ausformungen in Gold, Silber und Bronze in einer Auflage von 100 Stück, 1.000 Stück und 10.000 Stück sollen zusammen 5.000 bis 10.000 Euro erwirtschaften. Als älteste Arbeit schuf Hundertwasser 1967 seine Lithografie „Der endlose Weg zur Dir“ mit der psychedelischen Sicht aus einem fahrenden Auto auf die Wüstensonne für einen Ausstellung in der Pariser Galerie Karl Flinker (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Zu den teuersten und ungewöhnlichsten Stücken gehören zwei japanische Farbholzschnitte, die Hundertwasser 1990 zu zwei „Zikadendrachen“ ausschneiden und aufständern ließ. Sie sollen jeweils 10.000 bis 20.000 Euro zur Renovierung der „Regentag“ beitragen.
Die Auktion beginnt am 20. April um 17 Uhr. Die Besichtigung findet bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr statt.
Auktionshaus im Kinsky GmbH
Freyung 4
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