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Die Ausstellung „color it!“ der Berliner Künstlerin Anke Völk im Drawing Room Hamburg entführt die Betrachtenden in multiperspektivische Bildwelten voller Tiefen und Untiefen

Eintreten und Eintauchen



Tiefgründige Sondierungen im Bildraum sind das Markenzeichen der Berlinerin Anke Völk. Die 1965 in Idar-Oberstein geborene Künstlerin arbeitet in den Medien Malerei, Zeichnung, Installation, Skulptur, (Dia)-Projektion sowie in verschiedenen Drucktechniken. Ihr primäres Medium und somit auch der Ausgangspunkt ihres künstlerischen Denkens ist jedoch die Malerei. Ihr Studium absolvierte sie von 1994 bis 2000 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Ihren Meisterschülerinnenabschluss machte sie bei Professor Helmut Dorner.


Anke Völk war bereits 2018 mit ihrer Ausstellung „ON“ im Hamburger Drawing Room vertreten. Ihre zweite Ausstellung im Drawing Room trägt jetzt den Titel „color it!“. Gezeigt werden drei großformatige Gemälde mit den Maßen 250 auf 160 Zentimeter aus dem Jahr 2023 sowie eine Auswahl mittel- und kleinformatiger Werke, die sie in den letzten zwei Jahren in ihrem Neuköllner Atelier gefertigt hat. Seit etlichen Jahren malt Anke Völk ausschließlich ungegenständlich auf verschiedenen Bildträgern wie Leinwand oder auf Leinwand aufgebrachter Pappkartonage. Insbesondere ihre großformatigen Gemälde entstehen in einem eher langsamen Prozess, bei dem der Bildträger auf dem Boden liegt. Im Gegensatz zu anderen Maler*innen arbeitet sie nicht an mehreren Bildern gleichzeitig. Jedes einzelne Bild wird nach und nach fertiggestellt.

Auf den ersten Blick könnte man den Eindruck gewinnen, dass Anke Völks Arbeiten maschinell produziert sind, es sich also um Fotografien oder großformatige Drucke handeln könnte. Tritt man jedoch näher an ihre Werke heran, so fällt der Blick auf etliche über- und untereinander liegende Struktur- und Farbschichten, die die haptische Qualität ihrer Bilder erkennen lassen. Bis zu einem gewissen Grad ist der Entstehungsprozess ihrer Bilder ablesbar. Es wird klar, dass Völk diese auf direkte physische Art und Weise entwickelt – quasi in einem performativen Akt, allerdings unter Ausschluss des Publikums. In jedem Fall zeichnen sie sich durch multiperspektivische Tiefen und Untiefen, Ein- und Durchblicke, komplexe Faltungen des gestischen Pinselstrichs und andere malerische Gratwanderungen aus. Ihre Bildflächen sind angefüllt von der Dichotomie zwischen Ruhe und Bewegung, Licht und Schatten, Farbe und Hintergrund. Sie sind kaum auf den ersten Blick zu erfassen. Mal prallt der Betrachter*innenblick ab, mal wird er mit geradezu zentrifugaler Kraft in die Bilder hineingezogen. Gerade bei den drei Großformaten werden die Betrachtenden dazu inspiriert, die Bilder nicht nur auf einer intellektuellen Ebene, sondern auch in einer direkten physischen Beziehung als unübersehbares Gegenüber emotional auf sich wirken zu lassen.

Schon der Titel der Ausstellung „Color it!“ legt nahe, worum es Anke Völk geht. Die Auswahl der Farben, die sie auf den Großformaten gestisch und gleichzeitig konzentriert mit einem selbst konstruierten Malwerkzeug in Form eines 80 Zentimeter breiten Pinsels aufträgt, spielt eine große Rolle. Anke Völk mischt sich ihre Farben aus speziellen Pigmenten selbst, auf deren sorgfältige Auswahl sie großen Wert legt. Um besondere Wirkungen zu erzielen, benutzt sie häufig auch Metallic-Pigmente, deren schillernde Effekte an das irisierende Leuchten von Insektenpanzern erinnern.

Um die Oberflächen ihrer Gemälde aufzubrechen, arbeitet Anke Völk mitunter auch mit Einritzungen. Mit einem spitzen Nagel dringt sie entweder in freier gestischer Bewegung oder streng an einem Lineal entlang eher strahlenförmig in die Farbschicht ein. Durch diese Bearbeitung erfahren die Bilder einerseits eine zusätzliche individuelle Note, andererseits aber auch eine ebenso irritierende wie wohltuende Brechung, sozusagen frei nach Nam June Paiks berühmtem Bonmot „When too perfect, lieber Gott böse“.

„Color it!“ lässt jedoch auch noch eine zweite Lesart zu. Verbindet man die beiden Wörter des englischsprachigen Ausstellungstitels und ersetzt das „c“ durch ein „k“, so landet man bei dem Begriff „Kolorit“, einem zentralen Terminus der Kunstgeschichte, unter dem man primär die individuelle Farbhandschrift eines Malers oder einer Malerin versteht. Mit dem Begriff „Kolorit“ werden auch die Auswahl, Harmonie, Schattierung und der Zusammenklang der verschiedenen Farben in einem Gemälde bezeichnet. All das spielt im Werk Anke Völks selbstredend eine zentrale Rolle.

Das Nebeneinander von matten und glänzenden Farben auf den Gemälden erzeugt vibrierende Oberflächen mit einer besonderen Tiefenwirkung. Typisch für ihre Arbeitsweise sind auch bestimmte Leerstellen auf der Leinwand, die dadurch entstehen, dass Anke Völk einzelne Farbschichten im nassen Zustand partiell wieder abnimmt, um das Resultat entweder so stehen zu lassen oder aber neue Schichten aufzutragen. Dieses subtraktive und additive Verfahren generiert lebendige Oberflächenstrukturen. Anke Völks Arbeiten erinnern zudem an Bildkonzepte malereifremder Welten wie etwa mikroskopische Ansichten oder bildgebende Verfahren in den Naturwissenschaften. Eindeutig indexikalische malerische Zeichen, die klare Bezüge zur Realwelt herstellen, findet man auf ihren rein abstrakten Bildern jedoch nicht. Ihre Malerei ahmt also nicht etwas Außenstehendes nach, sie ist sozusagen sie selbst.

In einem Statement äußert sich Anke Völk folgendermaßen zu ihrer Malerei: „In meinem Bildverständnis einer gattungsübergreifenden Malerei untersuche ich die Bildgrenzen beziehungsweise erweitere diese innerhalb des Bildes, des Bildträgers sowie des Ortes, an dem die Malerei stattfindet.“ Im Zentrum ihrer malerischen Erkundungen stehen also die Fragen: „Wo hört ein Bild eigentlich auf? Wie grenzt es sich zu seiner Umgebung hin ab? Wo ist das Ende?“ Völk partizipiert mit ihren ungewöhnlichen Bildfindungen am immerwährenden Prozess der Neudefinition dessen, was Malerei ist, und stellt damit unter Beweis, dass dieses so oft totgesagte Medium quicklebendig ist.

In den Monaten Oktober, November, Dezember 2023 ist Anke Völk Stipendiatin der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin in der Villa Aurora in Los Angeles. Man darf jetzt schon gespannt sein, wie sich das kalifornische Licht auf ihre zukünftige Farbpalette auswirken wird.

Die Ausstellung „Anke Völk: color it!“ läuft bis zum 25. Mai. Der Drawing Room Hamburg von Alexander Sairally und Esther Schulte hat dienstags bis donnerstags von 12 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:

Drawing Room – Esther Schulte & Alexander Sairally

Hofweg 6

DE-22085 Hamburg

Telefon:+49 (040) 55 89 57 24



08.05.2023

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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