Moderne Kunst der Sammlung Peltzer in Altenburg Seit Sommer 2021 kooperieren die Berliner Felix und Herlinde Peltzer-Stiftung und das Lindenau-Museum in Altenburg. Ein erstes öffentliches Resultat ist nun die Ausstellung „Kirchner, Pechstein, Werefkin. Meisterwerke aus der Sammlung Peltzer“, die das thüringische Museum Ende vergangener Woche eröffnet hat. Mit 36 Exponaten aus der Zeit der klassischen Moderne gibt die Schau einen Einblick in die knapp 300 Gemälde und Zeichnungen aus der Sammlung Peltzer, die nun als Dauerleihgabe in Altenburg beheimatet sind. Die Werke von Maria Caspar-Filser, Ernst Ludwig Kirchner, Hermann Max Pechstein, Erich Heckel, Otto Mueller, Heinrich Nauen oder Marianne von Werefkin lassen mit ihren Darstellungen von Cafés und Varietétheatern, von Großstädten, aber auch von entlegenen Plätzen in der Natur und immer wieder vom Menschen das frühe 20. Jahrhundert in aller Farbenpracht und meist expressivem Zuschnitt aufleben. So nahm Karl Schmidt-Rottluff 1919 wahrscheinlich in Hohwacht an der Lübecker Bucht fünf Fischer in kräftigem Kolorit und kantigen Formen in den Blick, die mit vereinten Kräften eben ein hölzernes Boot ins Wasser ziehen. Karl Hofer griff rund fünf Jahre später auf das traditionsreiche Thema der Aktmalerei zurück und gestaltete in seiner ihm eigenen Melancholie „Zwei Mädchen liegend“ in modischer Kurzhaarfrisur.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der französischen Moderne, sind doch mit Emile Othon Friesz, Henri Manguin, Jean Lurçat und Jules Pascin wichtige Künstler dieser Richtung in der Schau vertreten. Auch für sie konnte sich Felix Peltzer (1896-1983) begeistern. Der Sammler stammte aus einer Unternehmerfamilie im Rheinland, die durch die Messingherstellung seit dem 17. Jahrhundert zu Wohlstand gekommen war. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg erwarb er erste Werke, unter anderem von Ludwig von Hofmann und Christian Rohlfs, und begann in den 1950er Jahren, expressionistische Kunst zu sammeln, die heute das Fundament der Kollektion bildet. Auch für Maler des „Jungen Rheinlands“, wie Jankel Adler, Rudolf Levy oder Ferdinand Carl Cürten, interessierte sich Peltzer. Nach dem Tod seiner Frau Herlinde ging die Sammlung 2016 an seinen Großneffen Felix von Schmeling, der die Kunstwerke der neu gegründeten Felix und Herlinde Peltzer-Stiftung übereignete.
Die Ausstellung „Kirchner, Pechstein, Werefkin. Meisterwerke aus der Sammlung Peltzer“ ist bis zum 30. Juli im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg zu sehen. Sie hat täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Der Ausstellungskatalog kostet 28 Euro.
Residenzschloss Altenburg – Prinzenpalais
Schloss 2-4
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