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Ralph Gleis leitet die Albertina

Ralph Gleis wird neuer Generaldirektor der Wiener Albertina

Der zweite wichtige Direktorenposten in Wien ist vergeben: Ralph Gleis wird Chef der Albertina und folgt zum 1. Januar 2025 auf Langzeitdirektor Klaus Albrecht Schröder, der nach fünf Amtsperioden seinen Vertrag nicht mehr verlängern wollte. Das gab heute die österreichische Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer bekannt. Gleis, derzeit Direktor der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, konnte sich gegen zehn Bewerberinnen und neun Bewerber durchsetzen, von denen die Findungskommission zwei uneingeschränkt empfohlen hatte.

„Herr Gleis hat die Findungskommission und dann auch mich mit Kompetenz und Erfahrung überzeugt, aber auch mit seiner Aura der Professionalität, seiner Begeisterung für die Albertina und mit seinen Ideen zu den Sammlungsbeständen, die er als Chance und nicht als Einschränkung begreift“, so Mayer. „Ralph Gleis deckt uneingeschränkt alles ab, was man sich für den Leiter eines Hauses dieser Dimension wünschen kann. Ich sehe die Albertina in diesem Sinne auch nach der beeindruckenden Ära Schröder in den besten Händen.“

Ralph Gleis, geboren 1973 in Münster, studierte Kunstgeschichte, Geschichte, Soziologie und Europäische Ethnologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität seiner Heimatstadt, der Università di Bologna und der Universität zu Köln, wo er 2008 mit der Dissertation „Das moderne Historienbild. Anton Romako und die Historienmalerei im 19. Jahrhundert“ promoviert wurde. Erste berufliche Stationen führten ihn ab 2003 an die Kölner Galerie Jablonka Lühn, ans Deutsche Historische Museum nach Berlin, ans Königliche Museum der Schönen Künste nach Antwerpen sowie ans Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nach Bonn. Hier gehöre er zum Kuratorenteam der Ausstellung „Bilder im Kopf“ zur visuellen Strategie in der politischen Kommunikation.

Die österreichische Hauptstadt ist für Gleis kein unbekanntes Terrain; war er doch ab 2009 am Wien Museum als Kurator für Malerei und Grafik bis 1900 und ab 2013 als Kurator für Skulpturen und Plastiken tätig. Dort verantwortete er etwa Ausstellungen zum Biedermeier, dem Malerfürsten Hans Makart, den Wiener Modernen Otto Rudolf Schatz und Carry Hauser sowie zu kulturhistorischen Phänomenen, darunter der Weltausstellung und der Gründerzeit. Zuletzt fungierte er auch als Projektleiter der neuen Dauerausstellung für den geplanten Umbau des Wien Museums. 2017 wechselte Gleis dann als Leiter der Alten Nationalgalerie nach Berlin. Hier war er unter anderem für die Präsentationen „Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus“, „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“, „Reflexionen über Malerei. Gerhard Richters Birkenau-Zyklus“ oder die aktuelle Schau „Secessionen. Klimt, Stuck, Liebermann“ verantwortlich.

Zu seiner künftigen Aufgabe sagte der designierte Generaldirektor Gleis: „Die Albertina mit ihrer grafischen Sammlung von Weltrang, den umfangreichen Sammlungen zur Malerei, Skulptur, Fotografie und Architektur sowie dem weitgefächerten Ausstellungsprogramm ist eines der herausragenden österreichischen Museen und eine international anerkannte Institution.“ Erst in der vergangenen Woche hatte Andrea Mayer Jonathan Fine zum neuen Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums Wien bestellt.


05.07.2023

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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