Cornelius Völker in Düsseldorf Das Museum Kunst Palast in Düsseldorf widmet sich ab heute mit einer ersten institutionellen Retrospektive dem Œuvre von Cornelius Völker. Die Schau versammelt 85 Ölgemälde und 50 Arbeiten auf Papier aus allen Schaffensperioden des Künstlers, die sich durch einen temperamentvollen und farbintensiven Malstil sowie alltägliche Gegenstände als Bildsujets auszeichnen. Der von Kay Heymer in neun Kapiteln entworfene Parcours zielt darauf ab, inhaltliche Zusammenhänge der auf den ersten Blick bunt zusammengewürfelten Kunstwerke herauszustellen. Dabei wird offenkundig, dass sich die Zeit als roter Faden durch die unterschiedlichen Entstehungsphasen zieht. „Cornelius Völkers Malerei handelt vom Erscheinen und Verschwinden der Dinge, sie macht uns die Wahrnehmungsweise der Zeit bewusst, die zwar linear und konstant verläuft, sich in der Geschichte und Kultur des Menschen aber ausgesprochen komplex akzentuiert und verdichtet ereignet“, konstatiert Museumsdirektor Felix Krämer.
Am Beginn der Ausstellung steht die Frage nach der Aktualität des Mediums Ölmalerei im 21. Jahrhundert. Tradierte Genres wie das Blumen- oder Tierstillleben überträgt Cornelius Völker gekonnt in die Gegenwart, indem er beispielsweise die isolierte Gestalt eines Meerschweinchens vor einen leuchtenden lila-blauen Hintergrund setzt. Statt des klassischen Arrangements eines üppigen Straußes in einer Vase erschafft der Maler eine poetisch anmutende Komposition einzelner auf dem Wasser schwimmender Blütenblätter. Trotz oder vielleicht auch gerade aufgrund des pastosen und breiten Pinselduktus, der intensiven Farben und der überzeugenden Umsetzung der Spiegelung lässt das 2020 entstandene Gemälde an eine künstlerische Fotografie denken, die Schärfe und Unschärfe als Stilmitteln einsetzt. Nicht nur im Kapitel „Versuchung“ sondern auch unter dem Titel „Mensch sein“ erwarten den Besucher unübliche Motive wie harte Drogen, Handfeuerwaffen, benutzte Tampons oder menschliche Organe, die Fakten ansprechen, vor denen man im Alltag vielleicht lieber die Augen verschließt. „Cornelius Völker hat ebenso wenig Angst vor existenziellen Themen wie vor dem Humor und der vordergründigen Dekoration“, erläutert Heymer die Sichtweise des Künstlers.
Den Arbeiten in Öl stehen rund 50 eigenständige Zeichnungen und Aquarelle aus den Jahren 1998 bis 2023 gegenüber. Auf Grund der parallelen Entstehungszeit finden sich einige der Motive aus den Gemälden auch in den Werken auf Papier wieder. So thematisiert Völker die Vergänglichkeit nicht nur durch inhaltliche Metaphern wie die Asche einer erloschenen Kerze sondern auch in Form des Materials Papier in all seinen Varianten: Diese reichen von kleinen Schnipseln, Fotos und Zeitungen bis hin zum gebundenen Buch, dem der Maler eine eigene Werkgruppe gewidmet hat.
Die Ausstellung „Cornelius Völker“ läuft vom 31. August bis zum 7. Januar. Das Museum Kunst Palast hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, am Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Mitglieder des Freundeskreises erhalten freien Eintritt. Der Ausstellungskatalog kostet 48 Euro.
Museum Kunst Palast
Ehrenhof 4-5
D-40479 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 – 566 42 100 |