Kunstpreis „Junger Westen“ für Mona Schulzek  |  | Mona Schulzek hat den erstmals mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis „Junger Westen“ gewonnen | |
Mona Schulzek hat den Kunstpreis „Junger Westen“ in Recklinghausen erhalten. Die 1992 in Moers geborene Künstlerin, die ihr Studium 2023 an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin von Gregor Schneider abschloss, überzeugte die Jury mit ihren Arbeiten, die zeitgenössische Impulse gäben für das, was wir als Raum zu begreifen versuchen. „In ihren Installationen bedient sie sich verschiedener Medien und Disziplinen, wie der Fotografie oder der Naturwissenschaften. Beispielhaft ist dies in ihrem ‚Outer Space Transmitter‘ seit 2021 zu sehen. Schulzek arbeitet darin mit einem uns umgebenden Raum, der sowohl tatsächlich existiert als auch das Imaginäre anspricht: dem Weltall. Ihre Kunst ist dabei allumfassend, von der Konstruktion eines Senders als skulpturales Objekt, über die Entwicklung eines ‚extraterrestrischen Alphabets‘, bis hin zur Erlangung des zertifizierten Funkscheins. Sie ist damit bemerkenswert konsequent in ihrer bildhauerischen und konzeptuellen Praxis“, so die achtköpfige Jury.
Mona Schulzek versteht Kunst als eine kosmische Sprache, die von Außerirdischen verstanden werden kann. So zeigt sie in der Preisträgerschau der Kunsthalle Recklinghausen ihren Transmitter ohne die Funktechnik, als „Bild“ des Objekts gen Fenster ausgerichtet. Allumfassend ist ihre Installation „Spitting off the Edge of the World“: Mit einer Frequenz von 16 Hertz senden Orgelpfeifen permanent Wellen in den Raum aus. Diese langwellige Frequenz kann das menschliche Ohr gerade noch hören, wird aber vor allem durch Resonanz und Schwingung des eigenen Körpers wahrgenommen. Wie eine Decke legt sich der Klang über den Raum, trifft wellenartig auf Wände, wird zurück- und umhergeworfen. In der Orgelmusik als „Demutston“ bekannt, stelle Mona Schulzek hier ganz im Sinne der Eröffnungsszene von Stanley Kubricks „Space Odysee 2001“ bildliche und akustische Fragen, die sich um die großen Zusammenhänge von Menschen, Welt und Universum drehen.
Seit Sonntag präsentiert die Kunsthalle Recklinghausen die Ausstellung „Kunstpreis Junger Westen – Skulptur, Plastik und Installation“. Dazu wurden aus insgesamt 532 Bewerbungen 22 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Neben Schulzek kamen noch Eliza Ballesteros, Noémi Barbaglia, Rebekka Benzenberg, Marta Dyachenko, Fabian Friese, Gerrit Frohne-Brinkmann, Isabella Fürnkäs, Marc Norbert Hörler, Lucia Kempkes, Ju Young Kim, Maria Clara Kulemeyer, Julia Miorin, Esper Postma, Moritz Riesenbeck, Miriam Schmitz, Tatjana Stürmer, Caner Teker, Tatjana Vall, Emil Walde, Denise Werth und Karla Zipfel in die Auswahl. Der Kunstpreis „Junger Westen“ ist die älteste kommunale Auszeichnung für wegweisende Kunst in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. 1948 von der Stadt Recklinghausen gestiftet, wird er seit 1957 alle zwei Jahre in wechselnden Kategorien öffentlich ausgeschrieben. Die Kulturstiftung der Stadtsparkasse Recklinghausen finanziert bisher das Preisgeld, das heuer Dank der Förderung durch den örtlichen Rotary Club und die Ulrike und Bernd Tönjes Stiftung von 10.000 Euro auf 20.000 Euro erhöht werden konnte.
Die Ausstellung „Kunstpreis junger westen 2023 – Skulptur, Installation, Plastik“ läuft bis zum 11. Februar 2024. Die Kunsthalle Recklinghausen hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, an Heiligabend und Silvester bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog.
Kunsthalle Recklinghausen
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