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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Gute Ergebnisse für die Moderne im Dorotheum in Wien

Freier Fall



Ein Fallschirmsprung muss schon ein unvergessliches Erlebnis sein. Der freie Fall aus dem Himmel mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde wird etwas Angstauslösendes haben, das die Springer aber bewusst suchen und in Kauf nehmen, um Hochgefühle wie Glück, Stolz und Selbstbewusstsein zu empfinden und die Freiheit und Souveränität über Körper und Raum zu erfahren. Einer der sich künstlerisch mit dem Fallschirmspringen auseinandergesetzt hat, war Tullio Crali. Als Vertreter des Futurismus war der Italiener von Bewegung und Geschwindigkeit fasziniert, selbst Flieger und widmete sich der „Aeropittura“, der Malerei von Eindrücken aus der Luftfahrt, so auch 1939/40, als er mit seinem „Paracadutista“ den Sturzflug eines Fallschirmspringers zur Erde einfing: Wirkungsvoll blickt man aus der Vogelperspektive auf den Kopf des Springers, der sich durch die Luftströme schneidet und auf die noch ferne Erdplatte hinabfällt. Der Wert, den das ungewöhnliche Thema im Dorotheum aufstellte, nahm die umgekehrte Richtung: er schnellte von 35.000 Euro auf 100.000 Euro.


In Zeiten der Kaufzurückhaltung kann der Wiener Versteigerer mit seiner Auktion „Moderne“ durchaus zufrieden sein. Fast alle Hochkaräter gingen am 28. November weg, die Zuschlagsquote inklusive Nachverkauf pendelte sich bei über zwei Dritteln der 139 Positionen ein, und es gab manche lukrative Wertsteigerung. Glanzstück des Abends war Franz Sedlaceks Gemälde „Zauberer und der Harlekin“ von 1927. Die geheimnisvolle neusachliche Fantasiewelt, die sich nur schwer deuten lässt, positionierte mit 238.000 Euro auf Platz 1 der Zuschlagsliste (Taxe 160.000 bis 300.000 EUR). Da hätte eigentlich ein anderer Österreicher stehen sollen. Doch aus Alfons Waldes sommerlichem Alpenpanorama „Almen und Gletscher“ wurde nichts. Die Leinwand von 1947 blieb bei einer Schätzung von 350.000 bis 450.000 Euro liegen. „Winter ja, Sommer nein!“ hieß vielmehr die Devise bei dem Tiroler Maler. Denn Waldes gleichaltriges, tief verschneites „Tiroler Bergdorf“ mit dem zentralen Auracher Kirchl an einem sonnigen Wintertag schwang sich von 130.000 Euro auf 220.000 Euro auf, sein „Kirchgang“ mit den beiden typischen Bäuerinnen vor der Schnee-Häuser-Kulisse von Aurach bei Kitzbühel von 120.000 Euro auf 200.000 Euro, und Waldes Petitesse mit feschen, leicht bekleideten Skifahrern bei der „Rast am Pengelstein“ von etwa 1930 ließ sich bei 95.000 Euro ebenfalls nicht lumpen (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Weitere Österreicher der Moderne konnten sich über Wertzuwächse freuen, etwa Josef Floch mit seiner tristen „Terrasse“ von 1932/33, auf der Frauen und Kindern recht bezugslos zu einander stehen, bei 54.000 Euro (Taxe 18.000 bis 28.000 EUR) oder Alfred Wickenburg mit seinem Bildnis von Hella Nemanitsch als statisch sitzende „Dame in Ohrenfauteuil“ von 1922/23 bei 58.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Das Schlussgebot für Albin Egger-Lienz’ Ölstudie eines markanten Bauernkopfs in monochromem Braun hieß 26.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), für Wilhelm Thönys zartes Aquarell „Schloss mit roten Türmen aus den 1930er Jahren 28.000 Euro (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Während Gustav Klimt mit seiner historistischen Ölstudie „Tafelfreuden“ für eine Wandmalerei im 1886 eröffneten neuen Theater von Karlsbad für 155.000 Euro und der 1916/17 schnell skizzierten Zeichnung einer Dame im Halbprofil für 100.000 Euro bei der Käuferschaft gut ankam (Taxe je 50.000 bis 70.000 EUR), hatte Egon Schiele mit seiner aus wenigen Bleistiftstrichen komponierten, knienden nackten Frau auf einem Teppich das Nachsehen (Taxe 70.000 bis 120.000 EUR).

Als Zeichner gesellte sich dann noch Fernando Botero mit einem typisch voluminösen Mann samt Hut, der seit 2001 entspannt eine Zigarette raucht, erfolgreich bei 45.000 Euro hinzu (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Für zwei weibliche Akte, die Fernand Léger um 1923 in vereinfachten voluminösen Formen mit Kohle und Grafit ausgearbeitet hatte, stockten die Gebote bereits am unteren Schätzrand von 50.000 Euro. Bei Francis Picabia war der Zuspruch geteilt: seine surrealistischen feuerroten „Deux Oiseau“ mit erhobenen Flügeln um 1937 verfehlten bei 240.000 bis 320.000 Euro ihre Wirkung, seine kaum jüngere weiße Silhouette eines Menschenkopfs, neben dem sich auf gestreiftem Grund mehrere Vögel breit machen, reüssierte bei 230.000 Euro (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Aus der Suite mit Keramiken, Grafiken und weiteren Auflagenwerken Pablo Picassos ragte diesmal ein Schmuckstück heraus: Das 1971 nach einem Keramikteller der 1950er Jahre gestaltete Goldmedaillon „Tête au Masque“ fungiert als Anhänger an einer Halskette und verzehnfachte seinen Schätzwert auf 125.000 Euro.

Bei František Kupka und seinem aus vertikalen Farbbahnen und konzentrischen Kreisen in Blau und Schwarz gebildeten Aquarell konnten sich die Bieter erst bei 28.000 Euro einig werden (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Weitere Künstler mit böhmischen und mährischen Wurzeln waren im Dorotheum gefragt, der bekannteste unter ihnen Alphonse Mucha, der seine fast malerisch ausgearbeitete Zeichnung mit dem Herrichten der „Masleniza-Puppe“, einem ostslawischen Brauchtum am Ende des Winters, erst bei 36.000 Euro zum Doppelten der oberen Schätzung abgab. Kraftvolle, gemäßigt expressionistische Schöpfungen waren genauso begehrt, etwa Jindrich Pruchas sommerliche Landschaft mit zentralem Baum um 1912 für 42.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) oder Václav Špálas noch mehr abstrahiertes Blumenstillleben „Maiglöckchen in einer Vase“ von 1940 für 22.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Höhepunkt bei den Tschechen war eine Schöpfung Zdenek Burians, der durch seine Illustrationen von Büchern über prähistorische Tiere und Menschen international bekannt wurde. Seine exakte, friedliche Urwaldfantasie „Eozäne Fauna in Geisteltal“ von 1972 kletterte von 20.000 Euro auf 90.000 Euro.

Die stark vertretenen Italiener wurden von Giorgio de Chiricos weiblicher Allegorie des Herbstes angeführt. „L’Autunno“ von 1946, der als gelängter und schlanker Halbnackt in einer südlichen Landschaft auftritt, verbuchte taxkonforme 220.000 Euro. Zuwächse konnten Felice Casoratis schlichtes Stillleben „Le pere verdi o quattro pere sul panno“ von 1938 mit 36.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Carlo Carràs unaufgeregter Küstenstreifen „Il Molo“ von 1956 mit zwei Ruderbooten in einem Hafen bei 54.000 Euro generieren (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Deutlicher höher ging es mit 120.000 Euro bei Alberto Magnellis Abstraktion „Pierres à la brique“ von 1931 hinaus (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Ein weiterer Futurist war mit Giacomo Balla in der Auktion zugegen; doch für seine dynamische Zeichnung „Linea di velocità + Spazio“ aus Kurven und ineinander verschobenen Dreiecken von etwa 1914 mochte sich bei 70.000 bis 100.000 Euro niemand begeistern. Überraschungssieger bei den deutschen Malern war Carl Grossberg. Für seinen unterkühlten, neusachlichen Ausschnitt eines Wohnhauses kam ein sattes Plus von 170.000 Euro heraus (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Dahinter positionierten sich jeweils am unteren Schätzrand Kurt Schwitters’ farbenfrohe Collage „c 71 falling paper pieces“ aus dem Jahr 1946 bei 150.000 Euro und Lovis Corinths Halbakt einer jungen brünetten Frau, die eine rote Nelke und einen modischen bunten Papierfächer in ihren erhobenen Händen hält, aus dem Jahr 1897 bei 90.000 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at

Startseite: www.dorotheum.com



23.01.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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