Wiesbaden im Dialog zwischen Erich Buchholz und Fred Sandback In seiner aktuellen Schau stellt das Museum Wiesbaden das Schaffen von Erich Buchholz und Fred Sandback gegenüber. Den Dialog der beiden Künstler hat der Wiesbadener Sammler Kurt Büsser ermöglicht, der die Werke des deutschen Konstruktivisten und des US-amerikanischen Minimalisten zusammentrug und dem Museum schenkte. Zu sehen sind rund 50 Exponate des dem Bauhaus nahestehenden Buchholz und eine Auswahl an Grafiken und Zeichnungen von Fred Sandback.
Auf den ersten Blick scheint den 1891 geborenen Erich Buchholz und seinen jüngeren Kollege Fred Sandback, Jahrgang 1943, wenig zu verbinden. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten, etwa ihr ausgeprägtes Interesse für den Raum, die minimale Formensprache und das Ausloten der Grenzen eines Bildes. Buchholz schuf in den 1920er Jahren „Holzbilder“, Reliefs, die er teils bemalte und aus denen er teils Elemente herausschnitzte, so dass diese Arbeiten zwischen den Gattungen liegen: Aus der Ferne wirkt es, als sei ein schwarzes Quadrat auf einem unebenen beigefarbenen Kreis gemalt, den wiederum zwei beschnittene schwarze Rechtecke auf einem roten Grund rahmen. Kommt man näher, entpuppt sich der Kreis als Aushöhlung des Holzgrundes. Buchholz war als Maler, Architekt und Grafiker tätig und begann seine berufliche Tätigkeit als Volksschullehrer, wurde während des Ersten Weltkrieges zum Bühnenbildner und wechselte zwischen 1920 und 1923 allmählich vom Konstruktivisten zum Architekten.
Kurt Büsser erwarb 1979 sein erstes von insgesamt 16 Werken von Buchholz, die er über 40 Jahre hinweg zusammentrug. Um das Jahr 2000 interessierte sich Büsser für Fred Sandback und legte sich als erstes eine partiturgleiche Pinselzeichnung des Amerikaners zu, der vor allem für seine minimalistischen Rauminstallationen aus gefärbtem Garn bekannt ist. Seine mit gelber Farbe über zwei Blätter gezogenen Linien formen eine titellose Arbeit von 1998, die an eine ausschnitthafte Aufnahme dieser Garninstallationen erinnert. Die Fäden sind aufgespannt und kreuzen sich und evozieren somit ein Raumgefühl. Insgesamt erwarb Büsser 78 Arbeiten des Minimalisten, darunter 71 grafische Arbeiten. Die Schau bietet gemeinsam mit Werken aus hauseigenem Bestand einen Überblick über alle Werkphasen Sandbacks.
Die Ausstellung „Kurt Büsser ermöglicht … Erich Buchholz und Fred Sandback“ läuft bis zum 14. April. Das Museum Wiesbaden öffnet täglich außer montags von 10 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt regulär 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er kostenlos.
Museum Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 2
D-65185 Wiesbaden
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