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Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die Art Rotterdam feiert ihre 25. Ausgabe. Angesichts des politischen Rechtsrucks in den Niederlanden blickt die Kunstmesse allerdings auch mit Unbehagen auf weitere gesellschaftliche Entwicklungen

Jubilarin mit Zukunftssorgen



auf der Art Rotterdam 2024

auf der Art Rotterdam 2024

Eigentlich ist ein 25jähriges Jubiläum ja ein Grund zum Feiern. Doch gänzlich ungetrübte Freude kann bei den Verantwortlichen der Art Rotterdam in diesem Jahr nicht aufkommen. Denn die wichtigste Messe der Niederlande für Gegenwartskunst findet zum letzten Mal in den mit viel Charme aufgeladenen Hallen der denkmalgeschützten Van Nellefabriek statt. Der zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Gebäudekomplex wurde zwischen 1927 und 1930 von dem Fabrikbesitzer Cees van der Leeuw, der sich auch architektonisch hervortat, nach amerikanischen Vorbildern errichtet. Seit 2014 war er Austragungsort der Messe. Mit seiner lichten, von viel Glas geprägten Architektur bot er das ideale Umfeld für eine Kunstmesse, die vornehmlich Arbeiten jüngerer Künstler*innen präsentiert. Eine gewisse industrielle „Roughness“ verlieh dem ehemaligen Produktionsstandort für Kaffee und Tabakwaren auch noch die nötige Prise Subversivität. Ein ideales Umfeld zum Beispiel für die Präsentation großformatiger Installationen und Skulpturen im Außenraum.


In diesem Jahr jedoch heißt es Abschied nehmen. Die Eigentümer der Fabrik begründen die Kündigung damit, dass sie die große Halle, in der der Mondriaan Fund nunmehr im zwölften Jahr die Werke junger Künstler*innen präsentiert – 86 Positionen sind heuer zu sehen – in Zukunft für eigene Zwecke benötigt. Da die Nachwuchsausstellung „Prospects“ jedoch essentieller Bestandteil der Art Rotterdam ist, sah sich Direktor Fons Hof gezwungen, einen anderen Ort für die Messe zu suchen. Ab 2025 findet diese daher im Ahoy statt, einem vergleichsweise eher gesichtslosen Veranstaltungszentrum, das normalerweise für Sportveranstaltungen, Konzerte und Kongresse genutzt wird.

Fons Hof bedauert es, aus den denkmalgeschützten Hallen ausziehen zu müssen, er sieht jedoch auch Vorteile: „Ab 2025 können wir unsere Wachstumsambitionen auf einer Fläche von 14.000 Quadratmetern realisieren. Die neu hinzugewonnene Fläche können wir für zusätzliches Catering und eine Wiedereinführung der kuratierten Sektionen der Art Rotterdam nutzen. Neben der „Prospects“-Ausstellung werden wir auch wieder eine eigene Abteilung für Videokunst einrichten. Die Art Rotterdam erhält so ein viel stärker aufgefächertes und internationaleres Konzept.“ Damit geht auch eine Verschiebung des Messetermins einher: Statt wie bisher Anfang Februar wird die Messe in Zukunft erst Ende März stattfinden. Die erste Art Rotterdam schlug ihre Zelte 1999 übrigens auch in einem Baudenkmal auf, dem im Jahr 1873 errichteten, ehemaligen Cruise Terminal der legendären Holland-Amerika-Linie. Bereits damals war Fons Hof, der die Messe heute alleine leitet, einer der beiden Gründungsdirektoren.

Was ist diesmal bei den 90 Galerien der Art Rotterdam, überwiegend aus den Niederlanden und Belgien, vereinzelt auch aus Deutschland, zu sehen? Wie auch in den vergangenen Jahren dominiert das Medium Malerei, wobei viele der Aussteller figurativen Positionen den Vorzug geben. Auf viel Resonanz stießen etwa die Gemälde der jungen belgischen Künstlerin Louise Delanghe, Jahrgang 1994. Am Stand der Antwerpener Pizza Gallery zeigt sie unter anderem Andy Warhol-Porträts der etwas anderen Art. Ihre von kunsthistorischen Vorbildern wie William Adolphe Bouguereau und Kasimir Malewitsch inspirierten, farbenfrohen und etwas schrägen Darstellungen junger Bäuerinnen in folkloristischen Kostümen stießen bei Preisen zwischen 1.400 und 4.800 Euro schnell auf Aufmerksamkeit bei Sammler*innen und Kurator*innen.

Bereits zum neunten Mal nimmt die Leipziger Galerie ASPN an der Messe teil. Galerie-Managerin Laura Gerstmann sagt: „Die Art Rotterdam lohnt sich für uns. Wir haben hier seit Jahren gute Kontakte in den niederländischen Markt aufgebaut. Das gute Klima und die lässige Art, schnell ins Gespräch zu kommen, wissen wir zu schätzen.“ Am Stand präsentiert die Galerie drei Positionen: mit Johannes Daniel und Anaïs Goupy zwei Absolventen der HGB Leipzig sowie mit Jochen Mühlenbrink einen Düsseldorfer Künstler, der bereits in etlichen niederländischen Sammlungen vertreten ist (Preise 4.000-10.000 Euro). Aus Berlin ist Gilla Lörcher zum ersten Mal angereist. Die komplexen, abstrakten Kompositionen des in Vlissingen und Berlin lebenden niederländischen Malers Ab van Hanegem treten an ihrem Stand in einen Dialog mit den labyrinthartigen Tuschezeichnungen des Leiko Ikemura-Schülers Christian Pilz (Preise 2.300-16.400 Euro).

Ebenfalls aus Berlin kommt der auf junge chinesische Kunst spezialisierte Migrant Bird Space mit weiteren Standorten in Beijing und Shanghai. Galeristin Lu Mei hat intime Porträts junger Chinesen der 1984 geborenen Fotografin Luo Yang im Angebot. Deren Bildnisse in elaborierter Schnappschuss-Ästhetik erinnern ein wenig an die Bildsprache des deutschen Fotografen Tobias Zielony. „Luo Yang wirft einen pointierten Blick auf das Lebensgefühl junger Menschen in China, insbesondere auch der LGBTQ+-Community“, so Lu Mei. Aufgrund ihrer sexuellen Freizügigkeit, so die Galeristin, könnten viele der Fotografien im heutigen China seit der Verschärfung der Zensurbedingungen vor rund zehn Jahren leider nicht mehr öffentlich gezeigt werden (Preise 1.800-5.000 Euro, Auflage: 6).

Einen prominenten Auftritt hat der Amsterdamer Galerist Ron Mandos inszeniert, der ebenfalls sein 25. Jubiläum feiert. Er hat den größten Stand der Messe, exklusiv entworfen von dem Designer Tom Postma, der unter anderem für die Art Basel arbeitet. Auf rostroten und steingrauen Wänden präsentiert Ron Mandos nicht etwa seine hochpreisigen Stammkünstler*innen wie Isaac Julien, Brigitte Kowanz und Hans Op de Beeck, sondern 25 prämierte Absolvent*innen niederländischer Kunsthochschulen aus den letzten fünf Jahren. Deren Arbeiten in den Medien Fotografie, Malerei, Objektkunst, Neon und Textil werden zu attraktiven Einsteigerpreisen ab 590 Euro angeboten. Seit 2008 organisiert Ron Mandos mit der von ihm gegründeten Stiftung „Ron Mandos Young Blood Foundation“ jedes Jahr eine Gruppenausstellung mit den besten Absolventen niederländischer Kunsthochschulen.

Rechtsruck in den Niederlanden. Wie soll es mit der Art Rotterdam in Zukunft weitergehen? Noch verfügen die Niederlande über ein vorbildliches Fördersystem für junge internationale Künstler*innen. Eelco van der Lingen, der Direktor des Mondriaan Fund, gibt sich aber besorgt. „Wir durchleben derzeit schwierige Zeiten“, sagt er. „Das politische Klima sowie die Welt insgesamt sind nicht unbedingt ein Umfeld, das große Freude bereitet. Junge Künstler geben uns Hoffnung, Energie, neue Ideen und helfen uns, uns weiterzuentwickeln. Es ist klar, wie wichtig diese jungen Künstler sind, und welchen Wert sie Veranstaltungen wie der Art Rotterdam verleihen.“ Noch wird seine Organisation mit Regierungsgeldern gefördert. Doch angesichts des deutlichen Rechtsrucks nach der Wahl vom 22. November 2023 ist die Zukunft ungewiss. Wenn Kulturförderung, dann nur noch für Niederländer, so die Rechtspopulisten rund um den vorläufigen Wahlsieger Geert Wilders. Ein funktionierendes Regierungsbündnis hat der Demagoge jedoch zum Glück noch nicht zustande gebracht. Ein wenig Hoffnung bleibt also – und für uns als Deutsche im sich anbahnenden Wahljahr 2024 der Appell, derlei politische Machtverschiebungen mit allen Mitteln zu verhindern und für Demokratie, Freiheit und Humanismus zu stehen.

Die Art Rotterdam läuft noch bis zum 4. Februar und hat in der Van Nellefabriek täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 22,50 Euro, ermäßigt 14,50 Euro. Der Online-Katalog ist unter www.GalleryViewer.com einsehbar.

Art Rotterdam
Van Nellefabriek
Van Nelleweg 1
NL-3044BC Rotterdam

www.artrotterdam.com



03.02.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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