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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Unter neuer Leitung geht nun die 21. Ausgabe der Art Karlsruhe an den Start. Wie wird sie sich weiterentwickeln? Erste Eindrücke

Wenn das Erwachsensein beginnt



Die Art Karlsruhe 2024 hat begonnen

Die Art Karlsruhe 2024 hat begonnen

„Am Ende eines jeden Jahres verkaufen wir heute mehr Werke über das Internet als auf der jeweils erfolgreichsten Messe eines Jahres“, so der Düsseldorfer Galerist Rainer Ludorff, ein langjähriger Teilnehmer der Art Karlsruhe. Auch eine traditionell analoge Branche wie der Kunsthandel muss den Umbrüchen der Zeit Rechnung tragen. Zwar ersetzen das Internet und digitale Formate die üblichen Handelswege nicht, da die Ausstrahlung von Originalen nur vor dem Objekt entsteht. „Kunstwerke müssen gesehen werden, damit ihr Inhalt authentisch vermittelt werden kann“, meinte ein Podiumsgast auf der Pressekonferenz zur Art Karlsruhe. So werden auch künftig Kunstmessen unersetzlich bleiben, müssen aber weitaus mehr bieten als gefälliges Ausstellen. Hier ist stetiger Wandel vonnöten. Davon zeugt nun die aktuelle Ausgabe der Kunstmesse in Karlsruhe. Sie besaß immer ein eigenständiges Flair mit einer von lichten Hallen unterstützten großen Transparenz und Offenheit. „Dieses zu bewahren und den Spagat zu bestreiten, Offenheit mit einem Qualitätsstandart von europäischem Kontext in Einklang zu bringen“, ist das Hauptanliegen des neuen Führungsduos aus Kristian Jarmuschek und Olga Blaß.


Hintergrund ist ihre Intention, im Umkreis von 300 Kilometern zwischen München, Frankfurt und Luxemburg Sammler und Kunstinteressierte anzusprechen und als wichtige Kunstmesse im größeren europäischen Rahmen wahrgenommen zu werden. Als Alleinstellungsmerkmal dienen immer noch die ausladenden Skulpturenplätze – diesmal 21 an der Zahl – samt Skulpturengarten, die gelungen zur Hallenarchitektur platziert wurden und damit die Langatmigkeit der Kojengänge auflockern. Es war ein geschickter Schachzug der Karlsruher Messeleitung, nach zwanzig Jahren mit Ewald Karl Schrade an der Spitze Kristian Jarmuschek ins Boot zu holen. Der Berliner Galerist hat schon mehrere Kunstmessen aufgebaut, ist als Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Kunsthändler bestens vernetzt und bringt neue Ideen mit. Olga Blaß, ebenfalls Kunsthistorikerin, steht dann für die Kontinuität. Sie gehört bereits seit 2011 zum Team der Art Karlsruhe, ist seit 2017 als Projektleiterin mit der Veranstaltung vertraut und kennt sich mit den Strukturen vor Ort aus.

Eine erste Neuerung gegenüber der Schrade-Zeit, in der es immer auch um den Verkauf von Messeständen und damit um eine profitable Veranstaltung ging, ist die Reduzierung der Ausstellerzahl um 30 auf heuer 177 Teilnehmer. So manche allzu „bunte Bastelecke“ ist damit verschwunden. Zudem hat sich die neue Doppelspitze für eine veränderte Hallenbelegung entschieden. In der Form eines kompakten Rundgangs durch die neuere Kunstgeschichte beginnt der Parcours mit der Klassischen Moderne in Halle eins. Die Nachkriegsmoderne belegt dann die zweite Halle, bevor in der verkleinerten dritten Halle keine Galerien, sondern lediglich Sammlungen und Institutionen beheimatet sind sowie ein „Paper Square Plus“ Grafiken offeriert. In der vierten Halle sind dann die zeitgenössischen Positionen konzentriert.

Auffallend ist immer noch eine starke Präsenz von Galerien aus Baden-Württemberg, Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, während die bekannten Namen aus Berlin mit der Art Karlsruhe immer noch fremdeln. So steht immer noch der regionale Charakter im Vordergrund. Dann sticht eine neue Kompaktheit ins Auge, unterstützt vom Wegfall des früher durchgängig verlegten Teppichbodens. Der fabrikmäßig von Striemen durchsetzte blanke Hallenboden findet viele Fans, aber nicht nur Fürsprecher. Einige Aussteller haben in einen Teppichboden für ihren Stand investiert, der nun, angelegt in Kojeninseln, zu Wellen neigt, was zu Stolperfallen führt. „Hier ist noch dran zu arbeiten“, meinte Aussteller Bert Schlichtenmaier.

Am Eingang der Halle eins hat Galeristin Hedwig Döbele aus dem nahen Mannheim ihre Werke ausgebreitet. Ein Highlight ihrer Auswahl ist das ungestüme gestische Ölgemälde „Ciclo“ des Abstrakten Expressionisten Emilio Vedova aus dem Jahr 1962 für 70.000 Euro. Die Stuttgarter Galerie Schlichtenmaier hat wie immer Hochklassiges aus dem „Ländle“ zu bieten. Heuer hat sie einen 1940 feinmalerisch aufgelösten „Sterbenden Schwan“ von Willi Baumeister mitgebracht, der stolze 300.000 Euro einspielen soll. Bekannt für seine räumlich strukturierten Gegenstände ist der Plastiker Thomas Lenk, dessen 1976/78 in einem Aluminiumrahmen hintereinander gestellten und teils rot gefassten Quadrate der „Inn-Skulptur“ 20.000 Euro verlangen. Dagegen verharrte die Berlinern Bildhauerin Renée Sintenis in der Figürlichkeit. Beim Düsseldorfer Aussteller Schwarzer findet man ihre bewegte Bronze „Junger Reiter II“ von 1935 für 35.000 Euro. Ein besonders schönes Pastellbild mit dem Motiv einer „Berliner Straßenszene bei Regen“ von Lesser Ury kostet hier 240.000 Euro.

Die Düsseldorfer Galerie Ludorff, eine Veteranin der Art Karlsruhe, die im nächsten Jahr das 50jährige Firmenbestehen feiert, wirft bereits einen Blick auf das einhundertjährige Jubiläum der Neuen Sachlichkeit und präsentiert mit einem Ölgemälde von Alexander Kanoldt das Werk eines ihrer Hauptvertreter. „Stadt im Tal“, so der Titel der 1920 entstandenen, von Formstrenge fast schon kubistisch angehauchten Illustration der Südtiroler Stadt Klausen, hängt für 95.000 Euro an den Standwänden. Im Gegensatz dazu wirkt ein diagonal vor tiefblauem Hintergrund aufbrausendes Linienbündel von Hans Hartung unruhig bewegt. Das kühle Acrylbild des führenden Informellen mit der Bezeichnung „T1982-E38“ ist für 260.000 Euro zu haben. Die Schweizer Galerie Henze & Ketterer wartet diesmal mit einem kuratierten Stand auf, der er die Geschichte die Abstraktion von Ernst Ludwig Kirchner bis zu Hann Trier nachzeichnen möchte. Am Anfang stehen Kirchners „Spielende Badende“ aus dem Jahr 1928. Wer sich für die drei nackten Damen in der späten Schablonentechnik begeistert, muss 1,55 Millionen Euro bereithalten. Dagegen sind Triers rote Netzstrukturen unter dem Titel „Keltern“ aus dem Jahr 1960 mit 50.500 Euro deutlich moderater angesetzt. Wie die meisten Aussteller geht auch die Galerie Koch aus Hannover den Neustart der Messe beschwingt an, was sich in ihrem Angebot niederschlägt. Aus der renommierten Sammlung Sprengel stammt die von grauen, braunen und blauen, auf elliptischen Bahnen verkehrenden Planeten durchsetzte Gouache von Ernst Wilhelm Nay aus dem Jahr 1954. Das mit 85.000 Euro bezifferte Blatt ist genauso dynamisch wie Ernst Ludwig Kirchners Bleistift- und Federzeichnung „Tanzende Mädchen“ um 1910 für 22.500 Euro.

Eine Messe ist immer auch eine Plattform für instruktive Sonderschauen, Fachdiskussionen, Medientreffs oder Förderprogramme. Heuer gesellt sich das neue Format von „re:discover“ dazu, das vom deutschen Galerienverband initiiert wurde und in Verbindung mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth künstlerische Positionen fördert, die aus welchen Gründen auch immer nie die ihnen zustehende Reputation fanden. Dieser Ausstellungsteil in den einzelnen Galerienständen wird voll von der Bundesregierung finanziert. Zu den originellen Entdeckungen gehören die aus Leit- und Lichtsystemen bestehenden Arbeiten von Frank Oehring, der als Bildhauer, Maler und Designer nicht nur das Orientierungssystem und Lichtplastiken im Berliner ICC, sondern viele Kunstwerke im öffentlichen Raum schuf. Der Berliner Kunsthändler Malte Uekermann gewährt dem Künstler nun ein Forum und stellt technoide, kosmische Acrylglasplastiken, wie das 1970 kreierte „Auge“ für 48.000 Euro, oder einige Entwurfszeichnungen aus dem ICC-Kontext für 5.000 Euro vor. Zu den mit diesem Programm geförderten Künstler*innen gehört ebenfalls Rune Mields. Die Bonner Galeristin Judith Andreae zeigt Arbeiten der bald 90jährigen, in Köln lebenden Künstlerin, die sich mit Beziehungsgeflechten mathematischer Zeichen befasst, und offeriert eine Serie von schwarz betonten Gemälden und Grafiken, die sich preislich zwischen 14.000 Euro und 30.000 Euro bewegen.

Auf weibliches Potential verweist zudem der Berliner Galerist Martin Mertens mit einigen auf gewachstem Papier ausgeführten Lackzeichnungen von Katrin Bremermann für jeweils 1.900 Euro, die Spiele von Form, Farbe und Bewegung evozieren. Daneben hat Mertens radikal minimalistische, originell auf Linien, Flächen und Raum reduzierte Corten-Stahlskulpturen der Niederländerin Riki Mijling positioniert, darunter die Zweisamkeit „VoidXVI“ von 2016 für 21.000 Euro. Der neuen Art Karlsruhe eine Chance geben möchte auch der in Wien und Salzburg beheimatete Galerist Peter Frey und nimmt erstmals etwa mit einem typisch zwischen Abstraktion und Figuration changierenden Gemälde Christian Ludwig Attersees unter dem Titel „Spielzeug Heimat“ für 44.250 Euro daran teil. Etwas weiter hat die Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen ihre Werke ausgebreitet und ist schon mit den Gedanken bei der kommenden Woche startenden Art Dubai. Dies macht etwa das vor kurzem vollendete und mit orientalischen Farben und Blattgold gestaltete Papierkunstwerk von Lore Bert in geometrisch-ornamentaler Anmutung deutlich (Preis 38.000 EUR).

Etwas weiter geht Stephan Geiger aus Konstanz munter in die neue Messeausgabe, der er ihr nach einem Aussetzer im vergangenen Jahr eine neue Chance geben möchte. Voller Energie sind auch die ausgestellten Arbeiten, etwa der „Cuba Dance“ des ZERO-Veteranen Heinz Mack. Die „Chromatische Konstellation“ des Jahres 2022 aus gegensätzlich schwingenden Sichelreihen will Geiger für 280.000 Euro abgeben. Günther C. Kirchberger, als Pionier der Hard Edge-Malerei bekannt, formte 1965 das bewegte Ölgemälde „simeone“ aus aufeinander zulaufenden Wellen (Preis 14.800 EUR). In der nur hälftig bespielten Halle 4 mit dem Titel „discover“ finden sich die jüngeren Positionen. So hat der Düsseldorfer Galerist Christian Marx von einem 1971 in Kasachstan geborenen Künstler, der sich den Namen „Der Heidebrecht“ gegeben hat und Meisterschüler von Markus Lüpertz war, das Gemälde „Fort Abura“ aus der Serie „Lost Places“ mitgebracht. Für 7.000 Euro ist darauf eine zerfallene Raumstruktur mit einer Öffnung zum Meer und einem Portrait von David Bowie zu sehen. Beim Ausgang schauen dann silberne, aus Aluminium gegossene Kugelgesichter des Künstlers Samuel Salcedo die Besucher*innen an. Die skeptischen Blicke regen zum Nachdenken an, ob nach diesem ansprechenden Auftakt die Entwicklung der Art Karlsruhe noch weiter auf positivem Pfad voranschreiten wird.

Die Art Karlsruhe läuft vom 22. bis zum 25. Februar und hat täglich von 11 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 27 Euro, ermäßigt 23 Euro, die Zweitageskarte 36 Euro bzw. 34 Euro und die Abendkarte ab 16 Uhr 22 Euro. Bei Online-Buchungen sind die Tickets jeweils 2 Euro günstiger.

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messeallee 1

DE-76287 Rheinstetten

Telefon:+49 (0721) 37 200

www.art-karlsruhe.de



22.02.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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