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Solidarischer Blick auf die ukrainische Moderne in Wien

Alexandra Exter, Drei weibliche Figuren, 1909/10

Unter dem Titel „In The Eye of the Storm. Modernismen in der Ukraine“ präsentiert das Belvedere in Wien eine Ausstellung zur avantgardistischen Kunst der Ukraine in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und hat sich für die Eröffnung am vergangenen Wochenende den zweiten Jahrestag der russischen Invasion gewählt. Wie sehr die künstlerische Entfaltung mit politischen Ereignissen in Zusammenhang steht, vermittelt unter anderem der Aufbau der ersten ukrainischen Kunstakademie im Jahr 1917 in Kiew. Sofort nach der Gründung der unabhängigen Volksrepublik wandte sie sich der junge Staat vom imperialen russischen Erbe ab. Zahlreiche weitere Turbulenzen und widrige Verhältnisse prägten das 1921 erneut in die UDSSR als „Sowjetukraine“ integrierte Land. Trotz der Wirren erlebte die Kunst hier eine kaum zu vermutende Blüte. Kennzeichnend war das Bestreben nach neuen Darstellungen der Realität, die in verschiedenen stilistischen Ausformungen mündete. Wie auch in anderen europäischen Staaten stand ein Anknüpfen an nationale Identitäten im Fokus. Künstlerisch äußerte sich dies im Aufgreifen landestypischer Themen oder volkstümlicher Elemente, die Eingang in eine neue ästhetische Formgebung fanden. Dabei zeigt sich überraschend klar, wie zeitgemäß und international vergleichbar sich die künstlerische Produktion in der Ukraine entwickelte und globale wie lokale Einschläge miteinander fusionierten.

Für die Präsentation in Wien stellte der Kurator Miroslav Halák Werke von 37 Künstlerinnen und Künstlern zusammen und konnte dabei auf die Sammlung des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine zurückgreifen. Nahezu alle Arbeiten kennzeichnet ein sattes, kräftiges Kolorit mit Trends des Jugendstils oder byzantinischer Kunst. So schufen die „Bojtschukisten“, Anhänger*innen des Malers Mychajlo Bojtschuk, großformatige Wandmalereien in der Tradition religiöser Malerei und der ukrainischen Volkskunst. Zudem florierte um 1900 die gegen die Industrialisierung rebellierende Strömung der „Décadence“ mit fantastischen oder erotischen Sujets, gemischt mit spirituellen oder ästhetischen Facetten. Vertreter dieses Stils waren Eugen Zotow, Wsewolod Maksymowytsch, Kostjantyn Piskorskyj und Mychajlo Saposchnikow. In Charkiw entwickelte sich Vassilij Ermilov zum Protagonisten der ukrainischen Version des Konstruktivismus.

Besonders in der westlichen Ukraine, die als autonome Provinz der Habsburgermonarchie mit der Hauptstadt Lwiw (Lemberg) existierte und ein breites multikulturelles Bevölkerungsgemisch aufwies, bestanden zahlreiche künstlerische Freiheiten. Bedingt durch die Schulung vieler Künstler*innen an westeuropäischen Ausbildungsstätten übernahmen sie die dort vorherrschenden Strömungen in ihr eigenes Schaffen. Geometrische Fragmentierungen des Kubismus kombinierten sich mit bewegten Kräften des Futurismus zum „Kubofuturismus“. In Kiew entwickelte Alexander Bogomazow, der bedeutendste Futurist des Landes, den als „Spektralismus“ bekannten Stil. Außerdem beherrschten einfache, abstrahierte und neusachliche Illustrationen zusammen mit dynamischen Kompositionen das Kunstgeschehen in lebhaften farblichen Tönungen.

Einzelne Abschnitte der Schau widmen sich speziellen Genres, etwa den Theater- und Bühnenausstattungen, Entwicklungen einer jüdisch-jiddischen Kunst sowie der Architektur. Die Malerin Alexandra Exter eröffnete 1918 in Kiew ein eigenes Atelier und bot dort Bühnenbildkurse an. Das Derschprom-Gebäude in Charkiw von 1928 war der erste Wolkenkratzer der UDSSR. Aber ab Mitte der 1920er Jahre nahmen ideologische Vorgaben des Sowjetregimes Überhand. Die Betrachtung der Kunst unter den Gesichtspunkten des Klassenbewusstseins, die aufgezwungene Dominanz sowjetischer Themen und der propagandistische Einsatz von Kunst setzten einer künstlerischen Kreativität ein Ende. Als in den 1970er Jahren im Westen die revolutionäre Kunst der Sowjetzeit wieder entdeckt wurde, wurde sie fälschlicherweise als „russische Avantgarde“ tituliert. Hier bemüht sich die Ausstellung um Korrektur, indem sie Einblicke in die komplexen Hintergründe der ukrainischen Moderne als bislang wenig bekannten und gewürdigten Teil europäischer Kultur eröffnet.

Die Ausstellung „In The Eye of the Storm. Modernismen in der Ukraine“ ist bis zum 2. Juni zu besichtigen. Das Untere Belvedere hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die vergünstigten Time-Slots-Tickets sind ab 14,60 Euro abwärts nur online erhältlich. Zur Ausstellung ist ein Katalog zum Preis von 29,80 Euro erschienen.

Österreichische Galerie Belvedere – Unteres Belvedere
Rennweg 6
A-1030 Wien
Telefon: +43 (0)1 – 795 570


26.02.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Mychajlo Schuk, Weiß und Schwarz, 1912/14
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Kostjantyn Piskorskyj, Zivilisation. Eine Fantasiestadt,
 1917
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Wsewolod Maksymowytsch, Selbstporträt, 1913
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Vassilij Ermilov, Die Avantgarde, 1929
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in der Ausstellung „In The Eye of the Storm. Modernismen in der Ukraine“
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