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Ulla Wiggen in Kassel

Ulla Wiggen, Templum, 2015

Mit der Retrospektive „Outside / Inside“ würdigt das Fridericianum in Kassel aktuell das Schaffen von Ulla Wiggen. In der Schau, die in Kooperation mit dem Espoo Museum of Modern Art in Finnland entstand, präsentieren die Kuratoren Justin Michael Delor und Moritz Wesseler anhand von mehr als 60 Gemälden und Zeichnungen das Gesamtwerk der 1942 in Stockholm geborenen Malerin über den Zeitraum von sechs Jahrzehnten, aufgeteilt in vier Werkgruppen: Bilder von Schaltkreisen und anderen elektronischen Komponenten, Porträts, medizinische Darstellungen von Knochen und inneren Organen sowie Arbeiten, die die Iris des Auges zum Gegenstand haben. Eine formale und konzeptionelle Präzision, etwa in der malerischen Feinheit und Detailgenauigkeit der Motive, charakterisiert Wiggens Œuvre. Die Sujets zeugen von ihrem Interesse an der visuellen Erkundung von Funktionsweise komplexer Systeme, von Computern über den Körper bis zum Geist.

Neben ihrem Kunststudium an der heutigen Konstfack und der Königlichen Schwedischen Kunstakademie in Stockholm absolvierte Ulla Wiggen in den 1970er Jahren auch eine Ausbildung zur klinischen Psychotherapeutin und zur Psychologin, was sich in ihrem künstlerischen Schaffen niederschlagen sollte. 1963 malte sie erstmals eine Serie, die das Innenleben elektronsicher Geräte zeigt. Ein Jahr später entstand mit „Förstärkare“ die Gouache der inneren Aufteilung eines Verstärkers, zeitgleich das Bild „Kretsfamilj“, eine Kleinfamilie in Form von Schaltkreisen, Kabeln und Leuchten. In ihren elektronischen Bildern der 1960er Jahre setzte sich Wiggen mit der digitalen Technologie auseinander, einem Themengebiet, mit dem sie durch ihren ersten Ehemann Knut Wiggen, Leiter und Komponist für Elektromusik beim schwedischen Rundfunk, in Kontakt kam. Die bunten detailreichen Werke wirken überzeugend authentisch, tatsächlich aber würden sie in der Realität nicht funktionieren. Vielmehr besitzen sie eine ästhetische Logik und visualisieren den Stromfluss. Diese Arbeiten waren es, die die Aufmerksamkeit von Institutionen auf sich lenkten und 1968 zur Debütausstellung in der Galerie Prisma in Stockholm führten.

1969 schloss Ulla Wiggen ihre Serie mit Elektronikgemälden ab und widmete sich dem Portrait, etwa in „Hosrisonten“ einer männlichen Gestalt vor weiter See. Die Personen sind meist vor einem neutralen Hintergrund oder einer Meereslandschaft mit tiefem Horizont verewigt. Zwischen den 1980er und 2010er Jahren fokussierte sich die Künstlerin auf ihre Tätigkeit als Psychotherapeutin. Erst danach nahm sie ihre malerische Arbeit wieder verstärkt auf und interessierte sich für medizinische Themen. In feiner Detailgenauigkeit schuf sie Bilder von Knochen, Zähnen, dem Gehirn oder anderen Organen, so mit „Templum“ von 2013 dem Herzen. Mit ihrer jüngsten Werkgruppe, den Iris-Bildern, beschäftigt sich Wiggen seit 2016 und verbindet darin das Portraithafte mit dem Medizinischen. Gemalt auf großen runden Bildträgern, stehen sie als Fenster zur Seele mit der schwarzen, kosmisch tiefen Pupille für bestimmte Personen.

Die Ausstellung „Ulla Wiggen. Outside / Inside“ läuft bis zum 2. Juni. Das Fridericianum hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Zutritt, ebenso alle Besucher am Mittwoch.

Museum Fridericianum
Friedrichsplatz 18
D-34117 Kassel
Telefon: +49 (0)561 – 70 72 720


27.02.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


24.02.2024, Ulla Wiggen - Outside / Inside

Bei:


Documenta und Museum Fridericianum

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Variabilder:

Ulla Wiggen malt Iris XVIII Line
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Variabilder:

Ulla Wiggen, Procenum, 2013
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Variabilder:

Ulla
 Wiggen, Sfinx, 1969
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