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Trauer um Ruth Wolf-Rehfeldt

Ruth Wolf-Rehfeldt in ihrem Atelier in der Berliner Mendelstraße, frühe 1970er Jahre

Ruth Wolf-Rehfeldt ist tot. Wie ihre Berliner Galerie Chert Lüdde mitteilte, ist die Vertreterin der Visuellen Poesie und der Mail Art am 26. Februar in Berlin im Alter von 92 Jahren gestorben. Die 1932 im sächsischen Wurzen geborene Künstlerin feierte nach einem eher ruhigen Künstlerleben in der DDR in den letzten Jahren ein großes Comeback. Bekannt war Ruth Wolf-Rehfeldt vor allem für ihre Schreibmaschinengrafiken, später „Typewritings“ genannt, die sie in den 1970er Jahren entwickelte. 1975 wurde Wolf-Rehfeldt Mitglied im Verband bildender Künstler der DDR und schuf bis in die Wendezeit hinein ein umfangreiches Werk, das auch Strick- und Mosaikarbeiten umfasst. 1990 stoppte sie ihr künstlerisches Wirken. Neuen Technologien und Ausdrucksformen schien Wolf-Rehfeldt in ihrer Kunst nicht nachlaufen zu wollen. „Und dann kam auch noch hinzu, dass ich den Eindruck hatte: Es gibt so viel Kunst, da brauch’ ich nicht auch noch welche machen!“, erklärte Wolf-Rehfeldt einmal ihre Entscheidung.

Nach einer Retrospektive in der Bremer Weserburg zum 80. Geburtstag der Künstlerin im Jahr 2012 entdeckte auch die Berliner Galeristin Jennifer Chert die Kunst von Wolf-Rehfeldt und erschloss ihr Werk nun erstmals für den westlich geprägten Kunstmarkt. In der Folge häuften sich die Ausstellungen zu ihrem Schaffen. Im Jahr 2017 waren ihre Typewritings Teil der Documenta 14 in Kassel. Dann kamen Präsentationen unter anderem in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Kunstverein Reutlingen, den Staatlichen Museen zu Berlin oder im neugegründeten Minsk in Potsdam hinzu. Das Lindenau-Museum in Altenburg verlieh ihr 2021 den Gerhard-Altenbourg-Preis, die Kulturverwaltung des Berliner Senats ein Jahr später den Hannah Höch-Preis.

Nach einem malerischen Frühwerk griff Wolf-Rehfeldt in ihren mehrdeutigen Schreibmaschinenarbeiten auf Schrift, Zahlen und Zeichen zurück und kreierte daraus abstrakte geometrische Formen, die an Schmetterlinge, Hüte, Wellen, Schuhe oder Briefumschläge erinnern. Aber auch der Inhalt war ihr wichtig. So solidarisierte sich die durchaus politische Wolf-Rehfeldt in der Arbeit „Hommage a Martin Luther King“ von 1978 mit der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Der Titel steht unter einem V-förmigen Siegeszeichen, das sich aus den Worten „Someday we shall overcome“, dem Protestlieds der Bürgerrechtler, zusammensetzt. Auch für Belange der Natur und des Umweltschutzes machte sich die Künstlerin in ihren Werken stark.

Ihre poetischen Grafiken verschickte Wolf-Rehfeldt dann auch an Kunstschaffende außerhalb der für sie geschlossenen Grenzen der DDR und nahm damit an der internationalen „Mail Art“-Bewegung teil. Häufig bat sie die Adressat*innen, ihre Werke künstlerisch zu erweitern, sodass kollaborative Collagen entstanden. Die Jury Höch-Preises zeigte sich insbesondere von der „noch immer aktuellen Themenwahl Wolf-Rehfeldts“ beeindruckt, die sich mit dem Wandel von Kommunikationsmitteln und dem Wert von Information ebenso auseinandersetze wie mit dem Verhältnis von Mensch, Kultur und Natur, dem bewussten Umgang mit der Umwelt sowie der Rivalität zweier konfrontativer (politischer) Kräfte.


28.02.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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