Kunsthaus Wien öffnet klimafit wieder  |  | Nach umfassender energetischer Sanierung steht das Kunsthaus Wien wieder für das Publikum offen | |
Friedensreich Hundertwasser gilt als einer der ersten Künstler*innen, die sich intensiv mit Fragen der Ökologie und des Umweltschutzes beschäftigt haben. Daher ist es nur konsequent, dass das ihm gewidmete Kunsthaus Wien sich nach Klimakriterien aufstellt. Nach einer mehrmonatigen Sanierung ist es nun soweit: An diesem Wochenende öffnet das Museum nach dem Umstieg auf erneuerbare Energien seine Pforten wieder. Im Zentrum der Arbeiten an der Gebäudetechnik stand die Ablöse der fossilen Brennstoffe. Dafür wird nun die Hydrothermie, die Nutzung der Wärme des Grundwassers zur Energiegewinnung, eingesetzt. Sie habe den vollständigen Ausstieg aus CO2-produzierenden Energiequellen ermöglicht und verringere den Energieverbrauch im Vergleich zur ursprünglich klimatisierten Fläche um 75 Prozent, teilte das Kunsthaus Wien mit. Weitere Effizienzsteigerungen haben sich etwa aus der vollständigen Umrüstung auf LED-Beleuchtung sowie dem Einbau einer Grundwasserzisterne für die Bewässerung der mehr als 260 verschiedenen Pflanzenarten im Museum ergeben. Für die gesamte Sanierung stand ein Budget von 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Auch den inhaltlichen Schwerpunkt legt Direktorin Gerlinde Riedl auf Kunst und Ökologie. Die erneuerte Dauerausstellung zu Friedensreich Hundertwasser wie auch der zeitgenössische Bereich sollen den Besucher*innen Inspiration für eine nachhaltige Zukunft bieten. In Zusammenarbeit mit der Hundertwasser Privatstiftung und unter Einbeziehung des Kurators und Fotografen Andreas J. Hirsch hat Riedl die frisch renovierten Räume im ersten und zweiten Stock offener gestaltet und zeigt insgesamt 170 Schlüsselwerke von Hundertwasser, darunter 50 Bilder und Leihgaben. Prominent platziert ist das neue Modell der „Regentag“, des Schiffs von Hundertwasser, das vom Museum eigens für die Schau in Auftrag gegeben wurde. Auch an ihm wird der Dialog zwischen Mensch und Natur deutlich, der neben einem menschen- und naturgerechteren Bauen sowie dem Engagement für den weltweiten Frieden zu den Kernthemen des Hauses zählt.
Inhaltlich verstärkt das Museum mit Start der „Klima Biennale Wien“ ab dem 5. April seine Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Verhältnis Mensch-Kunst-Natur und den Folgen des globalen ökologischen Wandels. Das zeitgenössische Ausstellungsprogramm beginnt dann mit „Into the Woods. Annäherungen an das Ökosystem Wald“. Die Gruppenausstellung versammelt 16 künstlerische Positionen, darunter von Rodrigo Arteaga, Monica Ursina Jäger, Markus Jeschaunig, Richard Mosse, Oliver Ressler oder Diana Scherer, die sich dem Lebensraum Wald, seinen ökologischen Prozessen sowie seinen Bedrohungen widmen.
An den Opening Days bis zum 3. März ist der Eintritt bei einem vielfältigen Programm kostenlos. Danach beträgt er 15 Euro, ermäßigt 12 Euro respektive 6 Euro. Das Kunsthaus Wien hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Kunsthaus Wien
Untere Weißgerberstraße 13
A-1030 Wien
Telefon: +43 (0)1 – 712 04 91 |