Pritzker Prize für Riken Yamamoto  |  | Riken Yamamoto wird mit dem Pritzker Prize 2024 geehrt | |
Der japanische Architekt Riken Yamamoto erhält den diesjährigen Pritzker Prize, der als weltweit wichtigste Auszeichnung auf dem Gebiet der Architektur gilt. Die Jury lobte vor allem Yamamotos künstlerischen Einsatz für das soziale Gemeinschaftsgefüge, das in seinen Einwürfen stets eine große Rolle spiele. „Mit der starken, beständigen Qualität seiner Gebäude will Riken Yamamoto das Leben von Individuen und ihre sozialen Verbindungen würdigen, verbessern und bereichern“, so die Juryentscheidung. „Für ihn haben Gebäude eine öffentliche Funktion, auch wenn sie privat sind“, erklärt das Gremium weiter. Yamamoto ist international für seine Wohnkomplexe bekannt, die vor allem in Südkorea und Japan entstanden. Er kreierte das Gebäude der Universität der Zukunft im japanischen Hakodate oder das in die Natur eingebettete Yokosuka Kunstmuseum. Die meisten seiner Gebäude stehen im asiatischen Raum; in Europa dürfte der 1945 in Peking geborene Yamamoto gerade Reisenden bekannt sein, da er „The Circle“, einen großen Verbindungsbau am Flughafen Zürich, entwarf.
Seinen Einsatz für eine Verbindung von Öffentlichem und Privatem begründet Riken Yamamoto aus einem gesamtgesellschaftlichen Bedürfnis heraus. „Etwas, was wir in der Zukunft von Städten am meisten benötigen werden, sind Bedingungen – geschaffen durch Architektur –, die Gelegenheiten bieten, bei denen Menschen zusammenkommen und interagieren können“, erklärt Alejandro Aravena, Jurymitglied und selbst Pritzker-Preisträger des Jahres 2016. Yamamoto sei ein besonnener Architekt, denn bei seinen Gebäuden würde der Alltag gewürdigt. Ruhe würde in seiner Architektur zur Pracht, so Aravena. Riken Yamamoto brachte sein architektonisches Herangehen einmal auf die Formel: „Für mich bedeutet, Raum wahrzunehmen, eine Gemeinschaft wahrzunehmen“. Der mit 100.000 US-Dollar dotierte Pritzker Prize geht auf das Ehepaar Jay und Cindy Pritzker zurück, die ihn nach dem Vorbild des Nobelpreises 1978 stifteten. Unten den bisherigen Gewinnern finden sich etwa Yvonne Farrell und Shelley McNamara von Grafton Architects, Frei Otto, Toyo Ito, Shigeru Ban, Norman Foster, Diébédo Francis Kéré und seit vergangenem Jahr David Chipperfield. Unter den bisher 53 Preisträger*innen ist Riken Yamamoto der neunte aus Japan. |