Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Tänzerin / Franz von  Stuck

Tänzerin / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Weide 47 / Ewald Mataré

Weide 47 / Ewald Mataré
© Galerie Weick


Anzeige

Selbstbildnis Lenbachs mit Tochter Marion, 1894 / Franz von Lenbach

Selbstbildnis Lenbachs mit Tochter Marion, 1894 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Einige Gemälde Alter und Neuerer Meister bestechen bei Koller in Zürich durch Seltenheit und Marktfrische

Zwischen den Fronten



Ivan Konstantinovich Ajvazovskij,  Ansicht von Reval. Estland, 1845

Ivan Konstantinovich Ajvazovskij, Ansicht von Reval. Estland, 1845

Wer war Ivan Konstantinovich Ajvazovskij eigentlich? In Zeiten der russischen Invasion in der Ukraine und der damit einhergehenden starken Abgrenzung und Ausdifferenzierung der Nationalitäten muss man genauer hinsehen. Bisher galt Ajvazovskij als „russischer“ Marinemaler. Doch der 1817 in Feodossija auf der Krim geborene Künstler entstammte einer armenischen Familie. 1833 ging er dann zum Studium an die Kunstakademie nach Sankt Petersburg, erhielt ein Reisestipendium vom Zarenhof, wurde 1844 zum offiziellen Maler der kaiserlichen Marine und 1887 gegen Ende seines Lebens zum Ehrenmitglied der Petersburger Akademie ernannt. Die Verflechtungen im zaristischen Vielvölkerstaat waren eng. Wer aber schon einmal die Klosterinsel San Lazzaro degli Armeni in der venezianischen Lagune besucht hat, entdeckt, dass die Armenier Ajvazovskij als einen der ihrigen verehren und ihn zum Nationalkünstler gekürt haben.


Steht Ajvazovskijs Kunst heute über patriotischen Vereinnahmungen? Jedenfalls wird er international als ein wichtiger Maler der Romantik gesehen und hat eine treue Sammlerschaft, die sich nicht nur auf Russland und Armenien beschränkt. Das hat das Züricher Auktionshaus Koller nun dazu bewogen, seine „Ansicht von Reval“, der heutigen estnischen Hauptstadt Tallinn, auf den Spitzenplatz der Versteigerungen zu heben. Den stimmungsvollen Sonnenaufgang im aufgewühlten Hafen malte Ivan Konstantinovich Ajvazovskij im Jahr 1845, nachdem er von einem Studienaufenthalt in Italien zurückgekehrt war, zu einem Zeitpunkt, an dem er bereits internationale Anerkennung genoss. Um die selbe Zeit fertigte Ajvazovskij im Auftrag von Zar Nikolaus I. eine Gruppe von sechs Gemälden, die allesamt Ansichten von Orten an der Ostsee zeigen, darunter auch eine weitere Ansicht von Reval, die heute im Zentralen Marinemuseum in St. Petersburg hängt. Mit soviel Rückenwind wollen Koller und ein europäischer Sammler dafür 900.000 bis 1,4 Millionen Franken sehen und können sich darauf berufen, dass das Gemälde 2006 in Zürich schon einmal 1,3 Millionen Franken netto abgeworfen hat.

Mit dieser Bewertung steht Ajvazovskijs Ansicht von Reval weit abgeschlagen an der Spitze des 19. Jahrhunderts, das etwa noch Jean-Baptiste Camille Corots intime Figurendarstellung „Jeune femme jouant de la mandoline dans l’atelier“, motivisch eine Seltenheit im Gesamtwerk des Franzosen (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR), oder Hendrik Willem Mesdags impressionistischen Blick über die weite See unter bewölktem Himmel mit einigen Segelbooten im Abendrot zu bieten hat (Taxe 7.000 bis 10.000 SFR). Während Andreas Schelfhout die Betrachter*innen zu einer für ihn charakteristischen holländischen Winterlandschaft an einem zugefrorenen Fluss mitnimmt (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR), entführt sie der gebürtige Hamburger Ludwig Mecklenburg zur nächtlichen mondbeschienen Piazzetta San Marco nach Venedig (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Auf Ferdinand Georg Waldmüllers Gemälde „Eine Buche bei Ischl“ aus dem Jahr 1831 dominiert der alte knorrige Baum in lichtmalerischer Ausformulierung; der kleine, nebenan stehende Bauer fällt kaum ins Gewicht (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Führend sind dagegen die Figuren auf Eduard von Grützners Genreinterieur „Der Sonntagsjäger“. Auf großem Format hat der Münchner Maler die Wirtsstube ausgebreitet, in der ein modisch gekleideter, städtischer Amateur-Waidmann mit hellen Gamaschen auf zahlreiche gestandene Haudegen trifft (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR).

Eine Segers-Rarität

Von Hercules Segers ist nicht gerade viel erhalten. Das Œuvre des 1589/90 in Haarlem geborenen Malers zählt heute nicht mehr als zehn Werke. Eine dichte Waldlandschaft mit angedeuteten Häusern im Hintergrund, durch die sich ein Sandweg schlänget, hat seit ihrer Wiederentdeckung in einer norwegischen Privatsammlung vor zwanzig Jahren sein überliefertes Schaffen bereichert und war in der Segers-Retrospektive 2016/17 im Amsterdamer Rijksmuseum zu sehen. Die nicht einmal DIN-A4 große Holztafel, die in ihrer mysteriösen Stimmung auf Segers’ Lehrer Gillis van Coninxloo zurückzuführen ist, kann sich einer illustren Provenienzabfolge rühmen, die wohl bis zu Friedrich Heinrich Prinz von Oranien, Statthalter der Vereinigten Niederlande, zurückreicht. Dazwischen tummeln sich etwa noch Friedrich Wilhelm I., Kurfürst von Brandenburg und König von Preußen, oder auch Friedrich der Große. Für die seltene Landschaft, die in ihrer Modernität auch als ein Gemälde des 19. Jahrhunderts durchginge, hat Koller nun 350.000 bis 500.000 Franken angesetzt.

Mit einer prominent besetzten Herkunft kann ebenfalls eine Arbeit Eglon Hendrik van der Neers aufwarten. Seine fein ausgeführte Genreszene „Der Ohnmachtsanfall“ von 1680 gehörte etwa Johann Wilhelm von der Pfalz in Düsseldorf, ging über Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz nach München über und wurde 1937 von der Alten Pinakothek im Tausch an die Wiener Privatsammlung H. Tschuppik abgegeben. Die elegant in weißer Seide und hermelinbesetzter rote Jacke gewandete Dame, die in ihrer Ohnmacht eben von ihren Begleiterinnen gestützt wird, war zuletzt 2015 bei Sotheby’s in New York für netto 150.000 US-Dollar zu haben und soll jetzt 350.000 bis 450.000 Franken einspielen. Zur diesen Preisvorstellungen gesellt sich noch Johann Königs „Heiliger Georg und der Drache“ hinzu. Der Nürnberger Maler erzählt auf der kleinen Kupfertafel in leuchtenden Farben vom Kampf des christlichen Ritters, der auf einem Schimmel vorprescht und mit seiner Lanze die Bestie ersticht, während links im Bild die Prinzessin Cleodolinda betet (Taxe 300.000 bis 500.000 SFR).

Mit religiöser Kunst ist der Katalog gut bestückt und hat aus gotischer Zeit etwa eine thronende Madonna mit den Heiligen Antonius und Franziskus des ab etwa 1390 in Florenz tätigen Maestro di Sant’Ivo für 30.000 bis 50.000 Franken oder aus der Renaissance eine „Mystische Vermählung der heiligen Katharina“ im Kreis der heiligen Jungfrauen Barbara, Margareta und Dorothea in einer schroffen Felslandschaft für 200.000 bis 300.000 Franken zu bieten, hinter der Lucas Cranach d.Ä. und seine Werkstattmitarbeiter stecken. Mit dieser Bewertung geht gleichfalls ein marktfrisches, seit 150 Jahren in deutschem Besitz beheimatetes „Stillleben mit Römer, Silberbecher, Tazza, chinesischer Schale, Zitrone, Brötchen und Trauben“ ins Rennen, an dem um 1650 Pieter Claesz und Roelof Koets I. gemeinsam gearbeitet haben. Die Pendants Jan van Kessels d.Ä. mit Blumensträußen aus Rosen, Tulpen, Anemonen, Nelken und einigen Insekten sind bei 80.000 bis 120.000 Franken etwas günstiger veranschlagt. Obwohl Nicolaes Berchem wahrscheinlich nie eine Reise nach Italien unternommen hat, gilt er als Meister der mediterranen Landschaften, der ein authentisches südländisches Flair in seinen Gemälden vermitteln konnte, so auch bei seinem Sonnenuntergang an einer Ruine mit rustikal-ländlicher Figurenstaffage (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). In der Portraitkunst tut sich Anton Raphael Mengs mit seinem Ölgemälde der bayrischen Prinzessin Maria Antonia Walpurgis Symphorosa im Alter von 27 Jahren hervor, als sie durch ihre Heirat schon Kurprinzessin von Sachsen war (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 22. März um 10 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch

Startseite: www.kollerauktionen.com



20.03.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 17

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Kunstsparten (1)Stilrichtungen (2)Kunstwerke (12)

Veranstaltung vom:


22.03.2024, Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts – Zeichnungen und Alte Grafik

Bei:


Koller Auktionen AG

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Neuere Meister

Stilrichtung:


Alte Meister

Kunstwerk:

Anton Raphael
 Mengs, Maria Antonia Walpurgis Symphorosa von Bayern, Kurprinzessin von Sachsen (1724-1780)
Anton Raphael Mengs, Maria Antonia Walpurgis Symphorosa von Bayern, Kurprinzessin von Sachsen (1724-1780)

Kunstwerk:

Ferdinand Georg Waldmüller, Eine Buche bei Ischl, 1831
Ferdinand Georg Waldmüller, Eine Buche bei Ischl, 1831

Kunstwerk:

Hendrik Willem Mesdag, Weite See mit Segelbooten
Hendrik Willem Mesdag, Weite See mit Segelbooten

Kunstwerk:

Jean-Baptiste Camille Corot, Jeune femme jouant de la mandoline dans l’atelier
Jean-Baptiste Camille Corot, Jeune femme jouant de la mandoline dans l’atelier







Lucas Cranach d.Ä., Lucas Cranach d.Ä. und Werkstatt, Die Vermählung der heiligen Katharina im Kreis der heiligen Jungfrauen Barbara, Margareta und Dorothea

Lucas Cranach d.Ä., Lucas Cranach d.Ä. und Werkstatt, Die Vermählung der heiligen Katharina im Kreis der heiligen Jungfrauen Barbara, Margareta und Dorothea

Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Losnummer: 3019

Jean-Baptiste Camille Corot,  Jeune femme jouant de la mandoline dans l’atelier

Jean-Baptiste Camille Corot, Jeune femme jouant de la mandoline dans l’atelier

Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Losnummer: 3210

Hercules Segers,  Waldpfad, 1618/20

Hercules Segers, Waldpfad, 1618/20

Taxe: 350.000 - 500.000 SFR

Losnummer: 3027

Roelof Koets I, Pieter Claesz und Roelof Koets I., Stillleben mit Römer, Silberbecher, Tazza, chinesischer Schale, Zitrone, Brötchen und Trauben, um 1650

Roelof Koets I, Pieter Claesz und Roelof Koets I., Stillleben mit Römer, Silberbecher, Tazza, chinesischer Schale, Zitrone, Brötchen und Trauben, um 1650

Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Losnummer: 3036

Ferdinand Georg Waldmüller,  Eine Buche bei Ischl, 1831

Ferdinand Georg Waldmüller, Eine Buche bei Ischl, 1831

Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

Losnummer: 3201

Eglon Hendrik van der Neer,  Der Ohnmachtsanfall, 1680

Eglon Hendrik van der Neer, Der Ohnmachtsanfall, 1680

Taxe: 350.000 - 450.000 SFR

Losnummer: 3046

Eduard von Grützner,  Der Sonntagsjäger, 1880

Eduard von Grützner, Der Sonntagsjäger, 1880

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Losnummer: 3242

Maestro di Sant’Ivo,  Madonna mit den Heiligen Antonius und Franziskus

Maestro di Sant’Ivo, Madonna mit den Heiligen Antonius und Franziskus

Taxe: 30.000 - 50.000 SFR

Losnummer: 3004

Hendrik Willem Mesdag,  Weite See mit Segelbooten

Hendrik Willem Mesdag, Weite See mit Segelbooten

Taxe: 7.000 - 10.000 SFR

Losnummer: 3203

Anton Raphael Mengs,  Maria Antonia Walpurgis Symphorosa von Bayern, Kurprinzessin von Sachsen (1724-1780)

Anton Raphael Mengs, Maria Antonia Walpurgis Symphorosa von Bayern, Kurprinzessin von Sachsen (1724-1780)

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Losnummer: 3074

Johann König,  Der heilige Georg und der Drache

Johann König, Der heilige Georg und der Drache

Taxe: 300.000 - 500.000 SFR

Losnummer: 3022




Copyright © '99-'2024
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce