Lingener Kunstpreis für Cudelice Brazelton IV  |  | Cudelice Brazelton IV wird mit dem Lingener Kunstpreis 2024 ausgezeichnet | |
Cudelice Brazelton IV erhält heuer den Lingener Kunstpreis. Der 1991 in Dallas geborene Künstler darf sich über ein Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro und eine Ausstellung in der Kunsthalle Lingen freuen, die im Juni eröffnet wird. Der ehemalige Student der Städelschule verschmilzt Malerei, Skulptur und Sound zu raumgreifenden Installationen und thematisiert häufig die zunehmende Technologisierung unserer Gesellschaft. Dabei kombiniert Cudelice Brazelton IV Materialien wie Stoff, Leder, Acryl oder vorgefundene handwerkliche Elemente, Metall oder Karton zu dreidimensionalen Arbeiten, die das Medium der Malerei im klassischen Sinne in den Raum erweitern und „Bilder“ nicht nur visuell, sondern auch haptisch erfahrbar machen. Inspirationsquellen sind Erfahrungen und Beobachtungen des Lebens im urbanen Raum, aber auch Orte wie Fabriken, Straßen und Ateliers.
Cudelice Brazelton IV nahm 2016 sein Studium an der Skowhegan School of Painting & Sculpture in Madison im US-Bundesstaat Maine auf und wechselte ein Jahr später an die Städelschule nach Frankfurt am Main, wo er 2021 seinen Abschluss machte und heute noch lebt. Seine Arbeiten waren in Einzelausstellungen, etwa im Cell Project Space in London, der Galerie Barbara Weiss in Berlin und der Wschód Gallery in Warschau, zu sehen. Zudem nahm er an Gruppenausstellungen im Kunstverein Freiburg, im Swiss Institute in New York, im Hessel Museum of Art in Annandale-On-Hudson oder in der Kristina Kite Gallery in Los Angeles teil. Im Jahr 2023 erhielt er das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes in Düsseldorf. Cudelice Brazelton IV unterrichtet als Dozent bei De Ateliers in Amsterdam.
Der Lingener Kunstpreis richtet sich an junge Malerinnen und Maler, die in der Kunstszene noch nicht etabliert sind. Er will ihnen ein Forum für die Präsentation ihrer Arbeiten bieten und ihnen im weiten Feld der Kunst ein Stück Weg bereiten. Die Auszeichnung wird seit 1983 verliehen und ging bisher unter anderem an Reinhard Wieczorek, Rolf Bier, Karin Kneffel, Ildefons Höyng, Antje Majewski, Cornelius Völker, Birgit Megerle, Anne-Lise Coste, Kim Nekarda, Marieta Chirulescu, Éder Oliveira, Helen Feifel, Georgia Gardner Gray und zuletzt 2022 an Robel Temesgen. |