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Justus Bier Preis an Berliner Kuratorinnen vergeben

Nóra Lukács und Melanie Roumiguière haben den Justus Bier Preis 2024 erhalten

Der diesjährige, mit 5.000 Euro dotierte Justus Bier Preis für kuratorische Arbeit geht an Nóra Lukács und Melanie Roumiguière. Die beiden Kuratorinnen aus dem Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) und ihr mehrköpfiges Projektteam werden für die Ausstellung und die Publikation „If the Berlin Wind Blows my Flag. Kunst und Internationalisierung vor dem Mauerfall“ ausgezeichnet, die vom September 2023 bis zum Januar dieses Jahres in mehreren Berliner Institutionen zu sehen war. Die Jury ließ sich von einer „originellen Themenstellung und einer fundierten fachlichen Aufarbeitung“ beeindrucken. Die in Kooperation mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD entwickelte Schau habe beides auf exemplarische Weise mit einander verbunden.

„If the Berlin Wind Blows My Flag“ hat den Blick anhand der Geschichte des Berliner Künstlerprogramms (BKP) auf die vielfältigen künstlerischen Szenen im West-Berlin vor dem Mauerfall gelenkt. Von 1963 an wurden im Rahmen des von der US-amerikanischen Ford Foundation gegründeten Residenzprogramms Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt in die geteilte Stadt eingeladen. Das Programm wurde ab 1965 durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) weitergeführt. West-Berlin als „Insel“ inmitten des Territoriums der DDR sollte in Zeiten des Kalten Krieges davor bewahrt werden, in kultureller Isolation zu erstarren. Die Erschließung und Digitalisierung des Archivs des BKP hat es möglich gemacht, die Gründungsgeschichte des Programms anhand von Dokumenten und Objekten erstmals zum Thema zu machen. Dabei wurden institutionelle Handlungsformen zur Debatte gestellt, vergangene und aktuelle künstlerische Projekte in einem stadtgeschichtlichen und kunsthistorischen Kontext reflektiert.

In der Begründung heißt es weiter: „Von Isolation oder Erstarrung der West-Berliner Kunstszene ist im Rückblick erstaunlich wenig festzustellen. Im Gegenteil. Vieles von dem, was in der Ausstellung präsentiert wird, belegt, wie attraktiv, wie lebendig und auf welch neugierige und anregende Weise die Berliner Szenen in Sachen Kunst, Literatur, Musik etc. untereinander vernetzt waren – und wie vieles weitergewirkt hat. Geschichte wird hier somit nicht abstrakt als offiziöse Großerzählung vorgestellt, sie wird vielmehr als ein (in West-Berlin gleichsam zwischen den Zeiten entstandenes) provisorisches Kontinuum begreifbar. Das Projekt erinnert also nicht nur an mehr oder weniger anregende künstlerische Positionen; es bezieht auch die politischen Implikationen des Austauschs und der Internationalisierung mit ein.

Konsequenterweise wurde ‚If the Berlin Wind Blows My Flag‘ als Kooperationsprojekt realisiert. Unterschiedliche Aspekte wurden an drei verschiedenen Orten – im n.b.k., in der daadgalerie und in der Galerie im Körnerpark – präsentiert; Veranstaltungen in der Akademie der Künste und an weiteren Orten beleuchteten die kulturpolitische Ausrichtung und die verschiedenen Rollen, die das Programm während des Kalten Krieges spielte. Womit die Kuratorinnen Nóra Lukács und Melanie Roumiguière (gemeinsam mit ihren assoziierten Kolleg:innen Kaspar Aebi, Layla Burger-Lichtenstein, Malte Giesen, Krisztina Hunya, Yolanda Kaddu-Mulindwa, Natalie Keppler und Angela Lammert) auch das Ausstellen historischer Positionen und Konstellationen reflektieren und auf deren Stellenwert in der kulturellen Entwicklung der Stadt verweisen konnten.“


11.04.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


14.09.2023, If the Berlin Wind Blows My Flag. Kunst und Internationalisierung vor dem Mauerfall

Bei:


Neuer Berliner Kunstverein

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Variabilder:

Nóra Lukács und Melanie Roumiguière haben den Justus Bier Preis 2024 erhalten
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