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Tänzerin / Franz von  Stuck

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Weide 47 / Ewald Mataré

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Selbstbildnis Lenbachs mit Tochter Marion, 1894 / Franz von Lenbach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Arbeiten auf Papier dominieren das Angebot des Heidelberger Auktionshauses Winterberg

Der Lebensfaden an der Weltesche



Emil Nolde,  Roter Mohn und Kornblume, um 1930/35

Emil Nolde, Roter Mohn und Kornblume, um 1930/35

Mit knapp 600 Positionen bestreitet der Heidelberger Versteigerer Thilo Winterberg seine kommende Frühjahrsauktion. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den grafischen Künsten des 20. Jahrhunderts und wird angeführt von dem Aquarell „Roter Mohn und Kornblume“, bei dem sich Emil Nolde wie so oft von den voll erblühten Blumen aus seinem mit viel Liebe zum Detail angelegten Garten um sein Atelierhaus in Seebüll inspirieren ließ. Um 1930/35 schuf er das Blatt mit farbgetränktem Aquarellpinsel, auf dem das Rot der Mohnblüte aufleuchtet. Durch den hohen Wasseranteil verlaufen die Farben und erzeugen ein hohes Maß an Unschärfe, die sich schon der Abstraktion deutlich annähert. 42.000 Euro wollen eine Wiesbadener Sammlung und Winterberg dafür sehen. Dieser Wert steht zudem auf einer der zahlreichen erotischen Darstellungen von George Grosz. Für den in einem Sessel lässig ruhenden Mädchenakt nach links hat der Expressionist um 1940 in Mischtechnik eine andere, wohl leicht bekleidete Dame übermalt. Auf der Rückseite offenbart sich Grosz’ 1925 flott skizzierte Marktszene aus dem Berliner Milieu, die 1929 schon in der legendären Galerie von Bruno Cassirer zu sehen war.


Darum gruppieren sich weitere Künstler*innen der Moderne aus Deutschland, etwa Lyonel Feininger mit seiner bekannten Kaltnadelradierung „The Gate“. Die Architektur eines Stadttores hat der spätere Bauhaus-Meister im Jahr 1912 monumentalisiert, durch zackige Formen prismatisch zergliedert und durch die dunklen Schattierungen der kräftigem Radierstriche dramatisch angereichert. Mit 22.000 Euro streift Winterberg den oberen Rand der Preise, die man sonst bei Auktionen für eines der 125 Exemplare aus der 1919 erschienen Mappe „Die Schaffenden“ zahlen muss. Mit 16.500 Euro schließt sich Otto Muellers Aktlithografie „Sitzende, von Blattwerk umgeben“ in der hellen Fassung von 1923 an. Günstiger rangieren da Franz Marcs grün-gelber kosmischer Farbholzschnitt „Schöpfungsgeschichte II“ in der 25 Mal abgezogenen Vorzugsausgabe von 1914 (Taxe 3.000 EUR), Emil Noldes Radierung mit drei karikierend überzeichneten „Großbauern“ von 1918 (Taxe 6.500 EUR), Richard Janthurs markante Farblithografie „Großer Häuptlingskopf“ aus der „Exotischen Mappe“ um 1920 (Taxe 1.550 EUR) oder Käthe Kollwitz’ Gesellschaftsstudie der armen Bevölkerung in einer „Hamburger Kneipe“ von 1901 (Taxe 2.500 EUR) oder ihr stilles, gleichwohl eindrückliches „Selbstbildnis im Profil“ nach links von 1927 (Taxe 4.800 EUR).

Als Zeichner treten Otto Dill mit einem „Pferdeführer“ bei reger Tätigkeit (Taxe 540 EUR), August Wilhelm Dressler mit einer hügeligen, bewaldeten Landschaft im Stil der Neuen Sachlichkeit (Taxe 500 EUR) oder Karl Hubbuch mit seinen vier aufmerksam blickenden Männer „In der Kaschemme“ an (Taxe 1.450 EUR). Günstig angesetzt sind mit 180 Euro ein ruhiges Portrait en face und sein Kollege „Tête“ mit 250 Euro, die Otakar Kubín um 1920 mit Blei- und Farbstift in einem Neoklassizismus zart entwickelte. Deutlich kantiger ging da Pablo Picasso 1958 bei seiner Lithografie „Jacqueline de profil à droite“ ans Werk. Seine zweite Ehefrau, die Picasso im Halbprofil in hochgeschlossener Robe aus dem dunklen Untergrund herausmodellierte, soll marktkonforme 25.000 Euro einspielen. Linienbetonter ist Picassos bewegte Komposition „Le Cirque (Répétition)“, das Blatt 17 aus der „Suite Vollard“ von 1933 (Taxe 18.500 EUR), ebenso wie Henri Matisses charmante Lithografie „Portrait au Châle et Collier“, von der zwar ein Probedruck nach einer um 1941/42 entstandenen Zeichnung vorliegt, eine Auflage aber vermutlich nicht ausgeführt wurde (Taxe 7.500 EUR). Das gleiche gilt für seine Rötellithografie „Jeune Femme en Face“ (Taxe 6.800 EUR).

Aus der Nachkriegsepoche machen etwa Karel Appel mit seinen beiden wilden Farblithografien „Composition avec Faces“ von 1958 (Taxe 4.200 EUR) und seinem ebenso bunten „Faune nocturne“ von 1960 (Taxe 2.800 EUR), Zao Wou-Ki mit seiner verschwommenen Küstenlandschaft „Les Voiliers“ von 1952 in selber Technik (Taxe 1.800 EUR), Ben Nicholson mit seiner auf wenige Linien reduzierten Kaltnadelradierung „Crystal“ von 1967 (Taxe 3.000 EUR) oder Marwan mit seiner breit fließenden Gesichtslandschaft „Im Bett“ von 1972/74 auf sich aufmerksam (Taxe 850 EUR). Malerisch wird es bei Leo Grewenig mit seiner ungegenständlich und naturhaft wuchernden „Figur im Bild“ von 1963 (Taxe 1.850 EUR) sowie seinem Aquarell „Blumengebinde“ von 1962 (Taxe 1.450 EUR). An organische Naturformen erinnert zudem László Szabós goldbraune Bronzestele aus rund-ovalen Formen (Taxe 3.800 EUR), während hinter Andreas Urteils dynamischer Skulptur „Figur, gedreht“ von 1961 noch die menschliche Gestalt in ihrer anatomischen Abstraktion steht (Taxe 3.200 EUR).

Auch Künstler des Symbolismus melden sich in der Auktion zu Wort. Da ist zunächst der 1873 im westpreußischen Graudenz geborenen Sigmund Lipinsky, der sich später in Rom niederließ und dort auch die Modelle für seine detaillierte und feinlinige Radierung „Die Parzen“ fand, die zugleich die drei Lebensalter symbolisieren (Taxe 1.200 EUR). Als Maler tritt der fünf Jahre ältere Hugo Höppener, alias Fidus, mit drei figurativen Werken hinzu, die sich aus theosophischen, naturmystischen und symbolistischen Ideen der Lebensreform speisen. So lässt er auf seinem Aquarell „Im Tempel der Zwei-Einheit“ von 1914 eine Menschengruppe eine Lichterscheinung samt Kreuzsymbol verehren, huldigt in „Yggdrasil“ der Weltesche, an deren Fuß die Nornen Urd, Werdandi und Skuld den Lebensfaden weben (Taxe je 5.400 EUR), und zeigt auf seinem Ölgemälde „Die fordernde Schwester“ ein Frauenfigur mit langen blonden Haaren in einer birkengesäumten Allee, die zu einem Tempel im Hintergrund schreitet, sich aber gerade mit strengem Blick zum Betrachter umwendet (Taxe 9.800 EUR).

Wem der symbolistische Überschwang zuviel ist, kann bei zahlreichen realistischen Motiven aus Heidelberg, der Umgebung und dem deutschen Südwesten fündig werden, etwa bei Helmut Goettl, der 1962 auf dem grauen Ölgemälde seinen Blick auf die tristen Gleise des Karlsruher Hauptbahnhofs lenkte (Taxe 4.200 EUR). Gefälliger sind da Hermann Dischlers herbstliche Schwarzwaldlandschaft mit dem Alten Vogtshof samt Kapelle und Nebengebäude in Hinterzarten von 1917, Emil Walchers biedermeierliches Panorama von Reutlingen mit der Marienkirche und der Schwäbischen Alb im Hintergrund um 1850 (Taxe je 2.400 EUR), Karl Weyssers spätromantische Ansicht von Wertheim mit dem Kittsteintor und der verwunschenen Burgruine aus dem Jahr 1901 (Taxe 2.800 EUR) oder Wilhelm Trübners Weitblick von Osten auf die Stadt Heidelberg mit dem Schloss und der Rheinebene im Abendlicht um 1889 (Taxe 6.000 EUR).

Das 19. Jahrhundert hat dann noch einige nazarenische Zeichner zu bieten, unter anderem Gustav Heinrich Naeke mit seinem Bleistiftblatt „Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben“, das schon einmal in der Sammlung des sächsischen Königs Friedrich August II. verwahrt wurde und nur 200 Euro verlangt, oder mit selber Provenienz eine „Heilige Elisabeth“, eine Detailzeichnung aus dem Umkreis Friedrich Overbecks nach einem Altargemälde Hans Holbeins d.Ä. (Taxe 1.800 EUR), oder gesichert von Overbeck einen Tondo mit der Grablegung Christi, auf dem Maria eben Abschied vom Leichnam ihres Sohnes nimmt (Taxe 3.500 EUR). Von ausgesuchter Qualität ist die liebevolle Bleistiftzeichnung eines schlafenden Knaben aus der Hand des wenig bekannten Dresdner Malers Johann Niemann für 550 Euro. Herausragend bei der Alten Kunst ist die „Topographia Palatinatus Rheni et Vicinarum Regionum“ mit drei Kupferstichkarten und 102 Ansichten von Orten aus der Rheinpfalz, Lothringen und Savoyen von Matthäus Merian d.Ä. aus dem Jahr 1645 (Taxe 4.800 EUR).

Die Auktion beginnt am 20. April um 11 Uhr. Eine Besichtigung ist am 13. April von 10 bis 13 Uhr sowie vom 15. bis zum 17. April täglich von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.winterberg-kunst.de abrufbar.

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de

Startseite: www.winterberg-kunst.de



12.04.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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20.04.2024, Auktion 108

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Alte Meister

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Neuere Meister







Richard Janthur,  Großer Häuptlingskopf, um 1920

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Taxe: 1.550,- EURO

Losnummer: 338

Friedrich Overbeck,  Maria nimmt Abschied vom Leichnam des Herrn, um 1839/40

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Otto Mueller,  Sitzende, von Blattwerk umgeben (helle Fassung), 1923

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Helmut Goettl,  Am Bahnhof, 1962

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Taxe: 4.200,- EURO

Losnummer: 301

Leo Grewenig,  Figur im Bild, 1963

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Lyonel Feininger,  The Gate (Das Tor), 1912

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Losnummer: 272

Karl Hubbuch,  In der Kaschemme

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Otto Dill,  Pferdeführer

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Johann Niemann,  Schlafender Knabe

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Losnummer: 109

Hugo Höppener,  genannt Fidus, Yggdrasil (Die Weltesche), 1906/34

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Otakar Kubín,  Portrait, um 1920

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Hugo Höppener,  genannt Fidus, Die fordernde Schwester, 1936

Hugo Höppener, genannt Fidus, Die fordernde Schwester, 1936

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Losnummer: 274

Matthäus Merian d.Ä.,  Topographia Palatinatus Rheni et Vicinarum Regionum, 1645/54

Matthäus Merian d.Ä., Topographia Palatinatus Rheni et Vicinarum Regionum, 1645/54

Taxe: 4.800,- EURO

Losnummer: 1




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