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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die sechste Ausgabe der Art Düsseldorf offeriert Sammler*innen aus Deutschland und dem benachbarten Ausland einmal mehr ein ausgewogenes Angebot an moderner und zeitgenössischer Kunst

Regionalmesse mit Niveau



auf der Art Düsseldorf 2024

auf der Art Düsseldorf 2024

Zum sechsten Mal lockt derzeit die Art Düsseldorf Sammler*innen, Kurator*innen und Kunstinteressierte in die schmuck restaurierten Hallen des Areals Böhler im Nordwesten der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Die etwas abgelegene Lage tat dem Publikumsandrang zumindest am Vernissagetag keinen Abbruch. Zahlreich strömten Messebesucher*innen von der nahegelegenen Straßenbahnhaltestelle auf das Gelände oder steuerten mit ihren eigenen Fahrzeugen einen Parkplatz an. Zumindest die rheinländische Kunstszene ist zahlreich vertreten, wenn auch einige Kölner der Messe prinzipiell fernbleiben. Ob allerdings, wie Messedirektor Walter Gehlen es auf der Pressekonferenz andeutete, auch tatsächlich eine nennenswerte Zahl von Sammler*innen aus Übersee einen Zwischenstopp in Düsseldorf einlegt, bevor es dann nächste Woche auf die Eröffnung der Biennale nach Venedig geht, sei dahingestellt. Am ersten Messetag war vorwiegend Deutsch zu hören.


105 Galerien, darunter 40 internationale Aussteller, präsentieren sich in den beiden Hallen, die mit ihren Bezeichnungen „Kaltstahlhalle“ und „Alte Schmiedehalle“ die Erinnerung an die industrielle Vergangenheit des Geländes wachhalten. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Aussteller damit um zehn. Ergänzt werden die Messestände um neun über die Hallen verteilte „Skulpturenplätze“, auf denen insgesamt vierzehn skulpturale Arbeiten und Installationen aufgebaut sind. Die Art Düsseldorf gliedert sich zudem in die vier Sektionen „Main“, „Joint“, „Next“ und „Solo Projects“. Auch zahlreiche Kunstvereine und Museen aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet sind mit eigenen Ständen vertreten. Messedirektor Walter Gehlen freut sich, auf der Art Düsseldorf eine stattliche Anzahl an Solo-Projects versammelt zu haben: „Es ist für die Galerien riskant, auf ein Pferd zu setzen, aber für das Messebild ist es gut und führt zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit den Künstler*innen“, so Gehlen.

Für eine Solo-Schau hat sich beispielsweise auch die Münchner Galerie Sperling mit Arbeiten der 1981 geborenen Künstlerin Anna Vogel entschieden, die in Düsseldorf und Tirol lebt. Ausgehend von eigenen oder im Netz gefundenen Fotografien, generiert die bei Thomas Ruff, Christopher Williams und Andreas Gursky ausgebildete Künstlerin in einem kontrollierten Prozess abstrakte Bildoberflächen, indem sie analoge und digitale Verfahren miteinander kombiniert. Durch die digitale Retusche einzelner Bildelemente aus den Vorlagen entstehen ungegenständlich anmutende Werke, so zum Beispiel „Ignifer XXVII“ von 2022 mit einer orangefarbenen Wolke vor sepiafarbenen Rauschschwaden und einigen Baumwipfeln. Ursprünglich war hier noch ein Löschflugzeug bei der Waldbrandbekämpfung vorhanden, das Anna Vogel aber eliminiert hat. Andere ihrer Bilder erinnern an Eisberge, Landschaften oder Monsterwellen, wie sie bereits der Meister des japanischen Farbholzschnitts Katsushika Hokusai im frühen 19. Jahrhundert dargestellt hat (Arbeiten zwischen 2.900 und 7.000 Euro).

Einer anderen Methode der Bildverfremdung bedient sich der 1986 geborene niederländische Künstler Lennart Lahuis, der von der in Den Haag ansässigen Galerie Dürst Britt & Mayhew vertreten wird. Der in Brüssel lebende Lahuis beteiligt sich derzeit an der Ausstellung „Earth Fire Water Air“ im Museum Schloss Moyland am Niederrhein. Dort kombiniert er eigene Werke mit Arbeiten aus der auf Joseph Beuys spezialisierten Museumssammlung. Für die Art Düsseldorf hat Lahuis unter anderem Schwarz-Weiß-Fotografien in Plexiglasrahmen ausgewählt, die er auf kapitalismuskritischen Demonstrationen in Brüssel gemacht hat. In einem anschließenden Verfremdungsprozess hat er die Aufnahmen partienweise einer Flamme ausgesetzt. Dadurch entstehen fragile, puzzleartige und teilweise von Asche überzogene Oberflächen, die zu einem gewissen Grad der Abstraktion führen und so den besonderen Reiz dieser Arbeiten ausmachen (Arbeiten für 2.000 Euro, Auflage 2 + 1 AP und 5.000 Euro, Auflage 2 + 1 AP).

Die Düsseldorfer Galerie Sies + Höke hat Werke der vielversprechenden Newcomer Hedda Roman mitgebracht. Das Künstlerduo setzt sich aus den beiden Absolventen der Düsseldorfer Akademie Hedda Schattanik, Jahrgang 1992, und Roman Szczesny, Jahrgang 1987, zusammen, die seit 2022 unter diesem Namen firmieren. In seinen kleinformatigen Inkjetprints der Serie „The longest possible game“ bei Sies + Höke bedient sich das Duo einer eigens trainierten KI, die aus Elementen der Kunstgeschichte neue surreal anmutende Bildwelten zwischen Renaissance, Romantik, Historismus und Science Fiction kreiert. Das Markenzeichen von Hedda Roman sind auf dem Bildträger aufmontierte 3D-Griffe, die das Motiv der menschlichen Hand aufnehmen. Das Künstlerduo ist auch in der Gruppenausstellung „Forthcoming. Spekulationen im urbanen Raum“ in K21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zugegen, die gleichzeitig mit der Messe eröffnet wurde (Unikate ab 2.100 Euro).

In der Sektion „Joint“ haben sich die Galerien Krobath aus Wien und Karin Günther aus Hamburg zusammengetan. Während Karin Günther unter anderem Textbilder des Berliner Künstlers Stefan Marx, Jahrgang 1979, vorstellt, setzen Helga und Peter Krobath ganz auf Frauenpower und machen auf Arbeiten von Elisa Alberti, Anna Meyer, Esther Stocker und Sophia Süßmilch aufmerksam. Angesichts eines Residenzaufenthaltes im Dessauer Bauhaus hat sich die 1964 geborene, in Wien lebende Schweizerin Anna Meyer malerisch mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass den am Bauhaus tätigen Frauen die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die sie eigentlich verdient hätten, durch die Dominanz der männlichen Bauhauskünstler verweigert wurde. Die ikonischen Bauhausbauten verschmilzt und bevölkert Meyer auf ihrem Gemälde mit weiblichen Figuren. Der berühmte Bauhaus-Schriftzug mutiert bei ihr zu „Frauhaus“. Doch die Zustände scheinen sich auch in Dessau gebessert zu haben. Die Einzelausstellung der Künstlerin mit dem Titel „Anna Meyer. Planet B House“ ist noch bis zum 8. Dezember im Bauhaus Dessau zu sehen.

Für die Düsseldorfer Galerie Konrad Fischer ist die Teilnahme an der Art Düsseldorf eine Selbstverständlichkeit; ihre Räume befinden sich nur wenige Kilometer vom Areal Böhler entfernt. Galeriedirektor Thomas W. Rieger: „Wir sind ja direkt vor der Haustür.“ Im Gegensatz zur teuren Art Basel, auf der die Galerie auch vertreten ist, könne man hier auch mal einen Riesenstand machen und jüngere Positionen in großer Bandbreite zeigen. Neu bei Konrad Fischer ist die amerikanische Malerin Xylor Jane. Ihr Gemälde „The Secrets of Family Happiness“ von 2023 besticht durch einen akribisch-meditativen Pinselauftrag und eine streng geometrische Kästchenoptik mit systematischem Zahlenraster, das an ein in Auflösung befindliches Sudoku-Rätsel erinnert. Die 1963 geborene Xylor Jane vervollkommnete diesen an Millimeterarbeit geschulten, zeitintensiven Malstil in intensiven Farben während der Covid-19-Pandemie.

Zur ersten Mal hat sich der auf Fotografie spezialisierte Berliner Galerist Robert Morat für die Art Düsseldorf entschieden und unter anderem kleinformatige, unikate Collagen von Hannah Hughes im Gepäck. Die 1975 geborene britische Künstlerin, die an der Schnittstelle von Fotografie, Collage und Skulptur arbeitet, lichtet zunächst unterschiedliche Oberflächen wie Kieselsteine, menschliche Haut, Ton, Hochglanzpapiere oder Kartonagen ab. Im nächsten Arbeitsschritt beschneidet und kombiniert sie diese Aufnahmen zu skulptural anmutenden Ensembles, die durch kalkuliert gesetzte Schattenwürfe eine dreidimensionale Wirkung entfalten (Unikate zwischen 1.900 und 4.000 Euro). Bereits am Vernissagetag zeigte sich Robert Morat überaus zufrieden, was Verkäufe und Interesse des Düsseldorfer Publikums für seine aktuellen fotografischen Positionen betrifft.

Ein Eyecatcher am Stand des Düsseldorfer Galeristen Rupert Pfab ist das abstrakte Gemälde „Shadow“ von Laura Aberham aus dem Jahr 2023. Die 1994 geborene Düsseldorfer Malerin, eine Meisterschülerin von Ellen Gallagher, verweigert jegliche Repräsentation auf ihren Gemälden und setzt mit ihrem dynamischen Pinselstrich ganz auf die Interaktion der Farben, so auch auf dem beeindruckend großen, 200 auf 170 Zentimeter messenden Format in Grün-, Gelb und Schwarztönen, das für 10.000 Euro im Angebot ist. Die ebenfalls in Düsseldorf ansässige Galerie Van Horn hat eine besondere Aufnahme des auf Künstlerporträts spezialisierten Kölner Fotografen Albrecht Fuchs im Angebot. Auf dem Bild aus dem Jahr 2004 liegt der kalifornische Konzeptkünstler John Baldessari entspannt auf seinem etwas ausgeleierten Ateliersofa, über ihm ein gut bestücktes Bücherregal. Wer diese ikonische Aufnahme der 2020 verstorbenen Künstlerlegende erwerben möchte, sollte sich beeilen: Der letzte noch verfügbare Abzug der 3er-Auflage kostet 7.140 Euro.

Außerdem am Stand: die Bodenskulptur „Rechaud“ des Düsseldorfer Bildhauers Stefan Wissel aus dem Jahr 2004 ist der mehr als drei Meter lange Kunststoff-Abguss eines Baumstamms, dessen Oberfläche mit hochglänzendem schwarzem Autolack verfeinert wurde. Das dermaßen luxuriös inszenierte Objekt hat allerdings nur eine simple Funktion: Eine kreisrunde Aussparung am Ende dient als Halterung für ein handelsübliches Teelicht. Wer mehr von Stefan Wissels mit viel Ironie und autobiografischen Bezügen aufgeladener Konzeptkunst sehen möchte, ist in den Galerieräumen von Van Horn im Düsseldorfer Stadtteil Flingern an der richtigen Adresse. Unter dem Titel „Painkiller“ ist hier noch bis zum 11. Mai eine Einzelausstellung des Künstlers zu sehen.

In diesem Jahr liegen die Standmieten auf der Art Düsseldorf „im weltweiten Vergleich im oberen Mittelfeld“, wie Walter Gehlen versichert. Vorbei allerdings sind die Zeiten direkt nach der Pandemie, als die Standmieten noch vom Bund im Rahmen des Rettungsprogramms „Neustart Kultur“ subventioniert und somit die Teilnahmen für die Galerien erleichtert wurden. Dennoch haben sich in diesem Jahr drei Mal mehr Aussteller für die Art Düsseldorf beworben, als Plätze zur Verfügung standen. Die Attraktivität des Kunstmarktstandortes Düsseldorf allgemein dürfte dazu ebenso beigetragen haben wie die hellen, lichtdurchfluteten Hallen des Areals Böhler. Im Gegensatz zum eher als steril empfundenen Kölner Messegelände wird der postindustrielle Charme des 1915 eröffneten ehemaligen Stahlwerks sowohl von Galerist*innen als auch von Besucher*innen sehr geschätzt.

Die Art Düsseldorf hat am 12. April von 12 bis 19 Uhr, am 13. April von 11 bis 19 Uhr und am 14. April von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 26 Euro, ermäßigt 21 Euro.

Areal Böhler
Hansaallee 321
D-40549 Düsseldorf

Kontakt:

Art.Fair International GmbH

Altenburgerstraße 36

DE-50678 Köln

Telefon:+49 (0221) 56 910 911

Telefax:+49 (0221) 56 910 912

E-Mail: contact@art-fair.de

Startseite: www.art-fair.de

www.art-dus.de



12.04.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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