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Goldene und Silberne Löwen vergeben

Archie Moore hat mit seinem Beitrag für den australischen Pavillon den Goldenen Löwen auf der diesjährigen Biennale in Venedig gewonnen

Zur Eröffnung der Biennale in Venedig am vergangenen Wochenende hat die Jury die Gewinner der Goldenen Löwen ausgezeichnet. Neben den bereits bekannten Preisen für ein Lebenswerk an Anna Maria Maiolino und Nil Yalter kürte das Gremium den australischen Pavillon mit der Arbeit „kith and kin“ von Archie Moore zum besten Länderbeitrag. Der 1970 geborene indigene Künstler hat dafür den Ausstellungsraum abgedunkelt und in der Mitte ein von einem Wassergraben umgebenes, halbhohes Podest aufgebaut, auf dem sich mehrere Papierstapel korrekt angeordnet erheben. Als offizielle staatliche Dokumente zeugen sie von der hohen Inhaftierungsrate von Angehörigen der Aborigines sowie ihrer Unterdrückung und Misshandlung in Gefängnissen von Moores Heimat. Zudem hat er mit Kreide einen Stammbaum zweier Ureinwohnerstämme Australiens an die schwarzen Wände des Pavillons geschrieben. Es ist Moores eigene Herkunft von den First Nations Kamilaroi und Bigambul, aber auch seiner Vorfahren aus England und Schottland, die er bis in Urzeiten erweitert und mit Tieren und Pflanzen zu einem mystischen Naturkosmos vervollständigt.

Die Begründung der Jury spricht von einem „stillen und ausdrucksstarken Pavillon“. Archie Moore habe monatelang mit Kreide einen monumentalen Stammbaum der First Nations gezeichnet. „So sind 65.000 Jahre Geschichte, sowohl dokumentierte als auch verlorene, an den dunklen Wänden und an der Decke eingeschrieben und fordern die Betrachter*innen auf, die Lücken zu füllen und die Fragilität dieses traurigen Archivs wahrzunehmen. Diese Installation besticht durch ihre starke Ästhetik, ihre Lyrik und ihre Beschwörung des gemeinsamen Verlusts einer verdrängten Vergangenheit.“

Auch der Preis für den besten Künstler in der von Biennale-Kurator Adriano Pedrosa verantworteten Hauptausstellung „Stranieri Ovunque – Foreigners Everywhere“ geht mit dem Mataaho Collective an indigene Künstlerinnen. Es wurde 2012 von vier Maori-Frauen aus Neuseeland gegründet und hat im Arsenale eine Struktur aus verflochtenen Bändern eingerichtet, die sich an traditionellen Geburtsmatten orientiert und den Raum auf „poetische Weise“ durchzieht. Die mit Licht und Schatten spielende Installation verweise auf die matriarchale Tradition der Textilien und sei sowohl eine Kosmologie als auch ein Schutzraum, so die Jury. „Ihr beeindruckendes Ausmaß ist eine technische Meisterleistung, die nur durch die kollektive Kraft und Kreativität der Gruppe möglich wurde. Das schillernde Muster der Schatten, die auf die Wände und den Boden geworfen werden, verweist auf die Techniken der Vorfahren und deutet auf die künftige Nutzung dieser Techniken hin“, so die Argument des Preisgremiums weiter.

Der Silberne Löwe für ein junges Talent ging an die auch in Deutschland nicht unbekannte Karimah Ashadu. Die 1985 in London geborene, heute in Hamburg lebende Künstlerin nigerianischer Abstammung, die schon den Ars Viva-Preis oder den Kunstpreis der Böttcherstraße erhielt, wurde für ihre Videoarbeit „Machine Boys“ und die dazugehörige Messingskulptur „Wreath“ ausgezeichnet. In ihrer Begründung führte die Jury aus: „Mit einer erschütternden Intimität fängt sie die Verletzlichkeit junger Männer aus dem agrarischen Norden Nigerias ein, die nach Lagos migriert sind und dort als Fahrer illegaler Motorradtaxis enden. Ihr feministisches Kameraobjektiv ist außerordentlich sensibel und thematisiert sowohl die subkulturelle Erfahrung der Motorradfahrer als auch ihre wirtschaftliche Unsicherheit. Die meisterhaft geschnittenen Bilder, die die Inszenierungen von Männlichkeit hervorheben und gleichzeitig subtil kritisieren, zeigen mit ihrer sinnlichen Aufmerksamkeit für die Oberflächen von Maschinen, Fleisch und Stoffen die Randexistenz dieser Männer.“

Die fünfköpfige Jury sprach zudem drei besondere Erwähnungen aus, etwa für den Pavillon der Republik Kosovo. Dort habe Doruntina Kastrati eine „kleine, aber eindrucksvolle Installation“ geschaffen, die sich mit dem Verschleiß der Körper arbeitender Frauen in unregulierten Volkswirtschaften beschäftigt. „Kastratis elegante Skulpturen beziehen sich sowohl auf die Schalen von Walnüssen, die in fabrikmäßig hergestellten türkischen Köstlichkeiten verwendet werden, als auch auf die medizinischen Prothesen, mit denen die Knie der Arbeiterinnen bei der Herstellung dieser Süßigkeiten ersetzt werden.“ Als Pionierin einer zeitgenössischen Abstraktion in der arabischen Welt wurde zudem die 1936 in Jerusalem geborenen Palästinenserin Samia Halaby geehrt, die unermüdlich auch auf das Leiden der Menschen in Palästina aufmerksam mache. Ihr Gemälde „Black is Beautiful“ verweise nicht nur auf die Souveränität der Fantasie, sondern auch auf die Bedeutung globaler Solidarität, so die Jury. Die junge non-binäre argentinische Künstlerin La Chola Poblete darf sich ebenfalls über die Ehrung freuen, die sie für ihr vielgestaltiges Werk erhält, das sich der Exotisierung fremdländischer Frauen widersetze. Sie nähere sich westlicher religiöser Ikonografie und indigenen spirituellen Praktiken mit einem queeren Flair und kehre die Machtverhältnisse mit ihren Arbeiten um, die sich auf das Wissen der Vorfahren aus Südamerika beziehen, so die Jury.


22.04.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Der indigene australische Künstler Archie Moore erhält den Goldenen Löwen der
 Biennale von Venedig
Der indigene australische Künstler Archie Moore erhält den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig

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Archie Moore hat mit seinem Beitrag für den australischen
 Pavillon den Goldenen Löwen auf der diesjährigen Biennale in Venedig gewonnen
Archie Moore hat mit seinem Beitrag für den australischen Pavillon den Goldenen Löwen auf der diesjährigen Biennale in Venedig gewonnen

Künstler:


Mataaho Collective

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