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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ohne Glanz und Glamour, aber sie hat es geschafft – Gustav Klimts „Fräulein Lieser“ ist das teuerste Kunstwerk im deutschsprachigen Raum

Immer noch voller Rätsel



Michael Kovacek erteilt bei 30 Millionen Euro den Zuschlag für Gustav Klimts „Bildnis Fräulein Lieser“

Michael Kovacek erteilt bei 30 Millionen Euro den Zuschlag für Gustav Klimts „Bildnis Fräulein Lieser“

Sie hat Charme, Markfrische, Qualität, trägt einen prominenten Künstlernamen und gilt als Wiederentdeckung – alles Eigenschaften, die „Fräulein Lieser“ zur Starbesetzung jeder Versteigerung machen. Dass sich für das bezaubernde Bildnis der jungen Dame, das Gustav Klimt als eines der letzten vor seinem frühen Tod im Februar 1918 auf seiner Staffelei stehen hatte, nur eine Interessentin fand, damit hatte das Auktionshaus im Kinsky wohl nicht gerechnet. So musste die Kunstberaterin Patti Wong aus Hongkong nur die untere Schätzung von 30 Millionen Euro aufwenden, um das Spitzenstück für einen anonymen asiatischen Käufer zu sichern. Das ist ein realistischer Preis für das bislang verschollene, nicht ganz vollendete Damenporträt aus Klimts später Schaffenszeit. Doch das Kinsky und die Einlieferer hatten sich mehr Engagement seitens der Käufer und bis zu 50 Millionen Euro erhofft und dies vor der Auktion mit kolportierten Erwartungen bis zu 70 Millionen Euro noch übertroffen. Dennoch sind die 30 Millionen Euro der bisher höchste Preis, der nicht nur in Österreich bei Auktionen für ein Kunstwerk erzielt wurde; auch in Deutschland und der Schweiz hat man dieses Niveau bisher noch nicht gesehen.


In Österreich lässt „Fräulein Lieser“ nun Frans Franckens II religiöse Ermahnung „Der Mensch in der Entscheidung zwischen Tugenden und Lastern“ von 1635 mit einem Zuschlag bei 6,1 Millionen Euro 2010 im Dorotheum blass aussehen, in Deutschland die 20 Millionen Euro, die 2022 bei Grisebach in Berlin für Max Beckmanns „Selbstbildnis gelb-rosa“ von 1943 bewilligt wurden, und in der Schweiz, wenn man die Schmuckauktionen nicht in Anschlag bringt, die 9,7 Millionen Franken für Ferdinand Hodlers stilisierte Landschaft „Der Genfersee von Saint-Prex aus“ um 1901. So machte sich nach der Auktion bei den Kinsky-Geschäftsführern neben Freude über das Spitzenergebnis auch etwas Enttäuschung breit. Michael Kovacek sprach die weltweite wirtschaftliche Situation an, die gerade nicht ganz rosig sei. Das habe vielleicht eine Rolle gespielt, so Kovacek.

Sein Geschäftspartner Ernst Ploil brachte die Irritationen ins Spiel, die ein Artikel der Süddeutschen Zeitung kurz vor der Versteigerung Ende April ausgelöst hatte. Darin hatte ein Mann aus München Erbansprüche auf das Gemälde angemeldet. Er sah ich bei der „fairen und gerechten“ Lösung im Sinne der Washingtoner Prinzipien zwischen dem gegenwärtigen Eigentümer und den Rechtsnachfolgern der jüdischen Wiener Familie Lieser übergangen, die das Portrait bei Klimt in Auftrag gegeben hatten. Zudem konnte die Provenienz bis zur Versteigerung nicht lückenlos geklärt werden. Das genaue Schicksal des Bildes zwischen 1925 und den 1960er Jahren liegt im Dunklen, ein NS-verfolgungsbedingter Entzug, der Voraussetzung für die Ausfuhrgenehmigung seitens des österreichischen Bundesdenkmalamtes war, ist nicht nachgewiesen. Da hätten sich manche Forscher im Vorfeld noch mehr Zeit gewünscht, um die genauen Eigentumsverhältnisse des jahrzehntelang verborgen in österreichischem Privatbesitz befindlichen Werks zu ermitteln. Welche junge Frau aus der Familie Lieser Klimt hier so aufgeweckt und berauschend portraitierte, konnte ebenfalls noch nicht geklärt werden.

Vor das „Bildnis Fräulein Lieser“, das Abschluss und Höhepunkt des „Gustav Klimt Sale“ am 24. April war, hatte das Kinsky lediglich 18 weitere Arbeiten zumeist aus der österreichischen Moderne gesetzt. Aber auch hier hielt sich das Interesse auffallend zurück: Nur zehn Positionen gingen in neuen Besitz über. Bei den stark besetzten Klimt-Zeichnungen reüssierten ein stehender Mädchenakt, eine Studie der linken Gorgone aus Klimts „Beethovenfries“, bei 145.000 Euro (Taxe 60.000 bis 120.000 EUR) und ein aufgestützt sitzender Halbakt von 1910 bei 235.000 Euro (Taxe 150.000 bis 250.000 EUR), während eine gesichtslose Skizze zum „Bildnis Fräulein Lieser“ bei 50.000 bis 100.0000 Euro wieder den Heimweg antreten musste. Für ein traditionelles Frühwerk Gustav Klimts, das „Bildnis Marie Kerner von Marilaun als Braut“ von 1891/92, das in den vergangenen Jahren als Leihgabe im Belvedere hing, kamen taxgerechte 210.000 Euro zusammen. Höhere Preise erzielte dann noch Egon Schiele mit zwei aquarellierten Zeichnungen: für seine Schwester „Gertrude Schiele sitzend“ von 1910 kamen die unteren anvisierten 600.000 Euro zusammen, ein namenloser „Kniender weiblicher Akt“ von 1914 erwirtschaftete 750.000 Euro (Taxe 500.000 bis 1.000.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com

Startseite: www.imkinsky.com



16.05.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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24.04.2024, The Gustav Klimt Sale

Bei:


im Kinsky - Kunst Auktionen

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Zeichnung

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Jugendstil

Bericht:


Bereit zum großen Auftritt

Variabilder:

Michael Kovacek erteilt bei 30 Millionen Euro den Zuschlag für Gustav Klimts „Bildnis Fräulein
 Lieser“
Michael Kovacek erteilt bei 30 Millionen Euro den Zuschlag für Gustav Klimts „Bildnis Fräulein Lieser“

Kunstwerk:

Gustav Klimt, Bildnis Fräulein Lieser, 1917
Gustav Klimt, Bildnis Fräulein Lieser, 1917







Gustav Klimt,  Stehender Mädchenakt im Profil nach links, 1901

Gustav Klimt, Stehender Mädchenakt im Profil nach links, 1901

Taxe: 60.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 145.000,- EURO

Losnummer: 3

Gustav Klimt,  Aufgestützt sitzender Halbakt, 1910

Gustav Klimt, Aufgestützt sitzender Halbakt, 1910

Taxe: 150.000 - 250.000 EURO

Zuschlag: 235.000,- EURO

Losnummer: 15

Gustav Klimt,  Bildnis Marie Kerner von Marilaun als Braut, 1891/92

Gustav Klimt, Bildnis Marie Kerner von Marilaun als Braut, 1891/92

Taxe: 150.000 - 250.000 EURO

Zuschlag: 210.000,- EURO

Losnummer: 13

Egon Schiele,  Gertrude Schiele sitzend, 1910

Egon Schiele, Gertrude Schiele sitzend, 1910

Taxe: 600.000 - 1.000.000 EURO

Zuschlag: 600.000,- EURO

Losnummer: 10

Egon Schiele,  Kniender weiblicher Akt, 1914

Egon Schiele, Kniender weiblicher Akt, 1914

Taxe: 500.000 - 1.000.000 EURO

Zuschlag: 750.000,- EURO

Losnummer: 11

Gustav Klimt,  Studie für das Bildnis Fräulein Lieser, 1917

Gustav Klimt, Studie für das Bildnis Fräulein Lieser, 1917

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Losnummer: 18

Gustav Klimt,  Bildnis Fräulein Lieser, 1917

Gustav Klimt, Bildnis Fräulein Lieser, 1917

Taxe: 30.000.000 - 50.000.000 EURO

Zuschlag: 30.000.000,- EURO

Losnummer: 19




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