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Geburtstagsfeier mit Courage: Vor 60 Jahren eröffnete das Lehmbruck Museum

in der Ausstellung „Courage. Lehmbruck und die Avantgarde“

Am 5. Juni 1964 war es so weit: Der von einem dynamisch-transparenten Konzept geprägte Neubau des Duisburger Lehmbruck Museums konnte nach sechs Jahren Bauzeit eröffnet werden. „Courage. Lehmbruck und die Avantgarde“ lautet jetzt der Titel einer gehaltvollen Jubiläumsschau anlässlich des 60jährigen Bestehens. Ausgangspunkt bildet die Mut und Aufbruch signalisierende Architektur. Gläsern, offen und innovativ verkörpert der mehrteilige Bau ein Modell, das für Jahrzehnte eine Vorbildfunktion einnahm. Neben einem universell wie flexibel bespielbaren Glaskubus setzte der Architekt Manfred Lehmbruck, Sohn des Hauspatrons Wilhelm Lehmbruck, einen dynamischen Teil mit geschwungenen Sichtbetonwänden, raumhohen Verglasungen und Lichtkuppeln. Hier verbinden sich die Arbeiten des Plastikers und Zeichners kongenial mit der Architektur. Der Mut, den seinerzeit Duisburgs Stadtväter mit der Realisierung der wegweisenden Architektur beweisen, ist nun Ausgangspunkt einer stimulierenden Geburtstagsschau. Im 1987 vollendeten dritten, qualitativ aber zurückstehenden Bauteil inszenierte die Direktorin Söke Dinkla eine Reise in die Frühzeit der Avantgarde. In über 100 Werken von 22 Künstlern eröffnet sich dem Betrachter ein dialogisches Zusammenspiel zwischen den Werken Wilhelm Lehmbrucks und denen seiner renommierten Zeitgenossen, das die Loslösung von althergebrachten Konventionen sowie die Courage zu Ungewohntem aufzeigt.

Ausgangspunkt bildet Auguste Rodin mit seinem wohl berühmtesten Werk, den „Bürgern von Calais“. In Lumpen gekleidet, kapitulieren sechs angesehene Bürger der Stadt vor den englischen Besatzern. Die rundum anzusehende, zerklüftete Personengruppe verändert durch Ausdruckskraft und viele Sichtweisen traditionelle Gewohnheiten der Wahrnehmung, auch weil sie nicht auf einem Sockel steht. Ihr gegenübergestellt wurde Medardo Rosso, der bevorzugt mit Wachs arbeitete. Weich und verschwommen lösen sich figurale Identitäten auf. Die Materie verliert an Bedeutung. Zu den Höhepunkten zählt das berühmte Selbstbildnis von Egon Schiele aus dem Jahr 1912, das wie auch dessen einzige Plastik aus dem Wiener Leopold Museum ausgeliehen werden konnten. Wie im Werk Lehmbrucks spiegelt Schiele schlanke, hagere Figur eine innere Zerrissenheit des Menschen und ein nachdenkliches Zweifeln. Hinzu kommen Bewegung und Geschwindigkeit als beherrschende Themen der Epoche, die insbesondere die Futuristen einzufangen versuchten. Umberto Boccioni löste feste Formen auf, indem er kraftvoll verschiedene Bewegungen einer schreitenden Figur in einer Bronze vereinte.

Neue Gesellschaftsentwürfe und veränderte Ordnungen finden in Neigungen zu gebauten, systematischen Ordnungen ihren Ausdruck in der Kunst. Dies verkörpern tektonisch entwickelte Menschen in Bildern von Oskar Schlemmer ebenso wie die Ruhe und strenge Ordnung von Lehmbrucks Figuren, etwa der „Schreitenden“ oder der „Großen Sinnenden“. Das traumatische Erleben des Ersten Weltkriegs verarbeitete kaum jemand so eindrucksvoll wie die Pazifistin Käthe Kollwitz. Ihre „Pietá (Mutter mit totem Sohn)“ und der „Sitzende Jüngling“ von Lehmbruck vermitteln das bedrückende, vom Krieg geprägte Menschenbild der Moderne. Während seiner letzten drei Lebensjahre wurde der in Zürich lebende Lehmbruck mit der dortigen Dada-Bewegung konfrontiert. Erstmals treffen am Schluss der Schau Figurinen aus dem Marionettentheater „Zergliederte Bewegungen“ von Sophie Taeuber-Arp auf Gliederfiguren Lehmbrucks, deren bemerkenswerte Nähe zu den provokanten Ansichten und zur Affektiertheit von Dada sich hier offenbart.

Die Ausstellung „Courage. Lehmbruck und die Avantgarde“ läuft bis zum 6. Oktober. Das Lehmbruck Museum hat täglich außer montags von 12 bis 17 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum 30 Euro kostet.

Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
D-47051 Duisburg
Telefon: +49 (0)203 – 283 32 94


17.06.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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15.06.2024, Courage - Lehmbruck und die Avantgarde

Bei:


Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg

Kunstsparte:


Skulptur

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Dadaismus

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Bericht:


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