Magarete Lindau gewinnt Mannheimer Kunstpreis Die Grafikerin Margarete Lindau hat am Wochenende in Mannheim den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung erhalten. Laut Jury verbinden sich in dem zeichnerischen und druckgrafischen Schaffen der 1975 geborenen Künstlerin Präzision und Reduktion, bewusstes Setzen und Intuition. „Mit ihren in umfangreichen Serien angelegten Bildern lässt sie Vielfalt und Variationsbreite entstehen. In Lindaus künstlerischer Arbeit spielt die Linie eine zentrale Rolle. Aus ihr entwickeln sich Formen, Gebilde, Bezüge und Bildkompositionen“, heißt es in der Begründung weiter. Das macht auch Lindaus Linoldruck-Serie „Lines of Beauty“ deutlich. Das Werk basiert auf William Hogarths Schrift „Analysis of Beauty“ aus dem Jahr 1753, in der er eine perfekt geschwungene Linie definiert. Margarete Lindau geht hierbei intuitiv vor und variiert meist sechs mehrfarbige Linien auf einfarbigem Untergrund. Seit 2018 erweitert sie ihr zeichnerisches Werk durch interaktive Aktionen mit Besucherinnen und Besuchern am Ausstellungsort. Lindau studierte Grafikdesign und Zeichnung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig sowie an der Weißensee Kunsthochschule Berlin und absolvierte ihr Meisterstudium an der HGB Leipzig im Jahr 2008.
Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis ging an André Wischnewski. Inspiriert von verschiedenen literarischen Ausdrucksweisen, etwa dem Comic, abstrahiert der 1983 geborene Künstler deren Elemente zu filigranen, großformatigen und skulpturalen Raumzeichnungen. Die ehemals flachen Linien und Zeichen nehmen die dritte Dimension an und manifestieren sich im Raum, so auch in seiner Serie „Von Fall zu Fall“. Durch Zeit, Bewegung und Geschwindigkeit ergibt sich der Eindruck eines Falles. Zudem sind Wischnewskis Arbeiten begehbar und interagieren mit den Betrachter*innen, die somit aktiver Teil der skulpturalen Erfahrung werden. Wischnewskis zentrales Anliegen ist es, sein Tun in Bezug auf den Zeit-, Sprach- und Sozialraum zu untersuchen. Der Künstler arbeitet mit einer aktiven Einmischung in gegebene Realitäten, was zu einer Auseinandersetzung mit Installationen und Skulpturen führt, die nicht nur den physischen Raum transformieren, sondern auch Bedeutungsebenen und soziale Dynamiken beeinflussen.
Mit dem Mannheimer Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung, der heuer für das Medium Zeichnung ausgeschrieben war, unterstützen die Stadt Mannheim und die Heinrich-Vetter-Stiftung professionelle Künstler*innen aus dem lokalen Umfeld. Die Auszeichnung wurde dieses Jahr zum zehnten Mal verliehen und ist neben dem Preisgeld mit einer Preisträgerausstellung im Port25 verbunden.
Die Schau „Margarete Lindau - André Wischnewski. Mannheimer Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung 2024“ ist bis zum 18. August zu sehen. Der Port25 – Raum für Gegenwartskunst hat mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Port25 – Raum für Gegenwartskunst
Hafenstraße 25-27
D-68159 Mannheim
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