Tarek Atoui erweitert sein Spiel in Leipzig Die Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) in Leipzig wartet aktuell mit der Schau „Extended Playground / Erweitertes Spiel“ von Tarek Atoui auf. Der 1980 in Beirut geborene Komponist und Klangkünstler versteht seine elektroakustischen Instrumente und skulpturalen Hörumgebungen als eine Möglichkeit, Menschen zusammenzuführen und verschiedene Identitäten und soziale Realitäten zum Ausdruck zu bringen. Im Neubau der GfZK ist ein erweiterter Spiel- und Bildungsraum des Wahl-Parisers zu erleben, der auf seiner Serie „The Whisperers“ und ihrer Methodik basiert. Diese ist aus Workshops in einem Pariser Kindergarten hervorgegangen. In Leipzig sind die Besucher*innen eingeladen, Instrumente und interaktive Klangstationen mit von Atoui zur Verfügung gestellten Objekten und Protokollen selbst zu erkunden oder Leipziger Musiker*innen beim Improvisieren und Experimentieren damit zuzuhören.
Tarek Atouis Verständnis von Klang hat sich während seiner langjährigen Kooperation mit Kindern, Komponist*innen, Instrumentenbauer*innen, Musiker*innen und tauben Menschen entwickelt. Sie stellen Fragen danach, wie wir Klang wahrnehmen, wenn nicht nur mit den Ohren, so doch auch mit dem Körper. Wie verändert sich Klang, wenn er sich durch Materialien wie Bronze, Stein oder Wasser bewegt? Musikalisch ist Atoui, der Elektroakustische Musik in Reims studierte, insbesondere von den Möglichkeiten der elektronischen Komposition und der Improvisation beeinflusst.
Wie in der Kunst der 1960er Jahre bezieht er sein Publikum aktiv in die Werke ein. Die Besucher*innen können die Mitmach-Stationen auf Tischen mit Instrumenten austesten, die aus Alltagsgegenstände oder elektronischen Geräten bestehen, die Klang aufnehmen und wiedergeben. In einem „Tables of Contents“, den Inhaltsverzeichnissen, fasst Tarek Atoui, der etwa auf der Documenta 13 ausstellte, die wichtigen Prinzipien der Klangerzeugung zusammen. Die Aktivierung dieser besonderen Anordnungen ermöglicht eine Vielzahl von Wechselwirkungen zwischen den Objekten, den Musiker*innen und dem Publikum. Ebenso sind Performances sind zu bestimmten Terminen erlebbar, die die Galerie auf ihrer Webseite auflistet.
Die Ausstellung „Tarek Atoui: Extended Playground / Erweitertes Spiel“ ist bis zum 13. Oktober zu sehen und zu hören. Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig hat dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr sowie am Wochenende von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Am Mittwoch ist der Eintritt frei.
Galerie für Zeitgenössische Kunst
Karl-Tauchnitz-Straße 9-11
D-04107 Leipzig
Telefon: +49 (0)341 – 140 810 |