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Trauer um Rolf Kuhn

Rolf Kuhn

Rolf Kuhn, der ehemalige Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, ist tot. Wie die Stiftung heute mitteilte, starb er im Alter von 77 Jahren. Mit seinen Ideen und Visionen habe er das Bauhaus Dessau wesentlich geprägt, sagte Barbara Steiner, die aktuelle Direktorin. Ohne ihn wäre das Bauhaus Dessau nicht die Institution, die sie heute ist. „Viele der Menschen, die Rolf Kuhn ans Bauhaus holte und die nach wie vor in der Stiftung tätig sind, mit ihm eng zusammengearbeitet haben, trauern um einen Menschen, der inspirierend war und unkonventionelles Denken und Handeln förderte“, so Steiner weiter. „Rolf Kuhn war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Wir, die wir jetzt am Bauhaus Dessau tätig sind, halten sein Andenken in Ehren.“

Rolf Kuhn kam 1946 in Ratscher bei Schleusingen in Südthüringen zur Welt und studierte von 1965 bis 1970 Gebietsplanung und Städtebau an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. Danach war er unter anderem an der Bauakademie der DDR in Berlin und an seiner Alma Mater tätig. Nach der Wiedereröffnung des Bauhauses Dessau durch die DDR im Jahr 1986, als „Zentrum für Gestaltung“ an das ostdeutsche Bauministerium angekoppelt, wurde Kuhn im März 1987 zu dessen Direktor ernannt. Der promovierte Stadtsoziologe, Gebiets- und Regionalplaner scharte Menschen mit frischen, unkonventionellen Ideen in Dessau um sich und schuf eine nach eigenen Worten „unkomplizierte, lockere Atmosphäre“. Gemäß Kuhn sollte das Bauhaus Dessau seine in der DDR lange verdrängte Geschichte selbstbewusst zeigen und sich wie in seinen frühen Tagen zeitgemäßen gesellschaftlichen Herausforderungen widmen. Hierzu zählten für ihn Fragen des Wohnungs- sowie des Städtebaus.

Schon im November 1987 fand ein erstes, über die DDR-Grenzen hinausweisendes Internationales Walter-Gropius-Seminar statt. Noch vor der Wende gelang es Kuhn, 1988 in Verhandlungen mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und dem Deutschen Architektur Museum in Frankfurt am Main ein Drittel des Nachlasses von Hannes Meyer nach Dessau zu holen. Ein weiterer Höhepunkt der Ost-West-Kooperation war im selben Jahr die Ausstellung „Experiment Bauhaus“ des Bauhaus-Archivs Berlin im Dessauer Bauhausgebäude. Der Fall der Mauer war dann die Geburtsstunde des „Industriellen Gartenreichs“. Ziel dieses Transformationsprozesses in der mitteldeutschen Industrieregion war es, soziale und ökologisch nachhaltige Entwicklungsstrategien zu erarbeiten und eine modellhafte ökologische Stadtlandschaft auf den Weg zu bringen. Zu den herausragenden Projekten unter der Leitung von Rolf Kuhn zählten unter anderem „Ferropolis – die Stadt aus Eisen“, die Sanierung der Werksiedlungen in Priesteritz und Zschornewitz, die Umgestaltung des Dessauer Gasviertels, die Rettung der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn und zusammen mit den Städten Weimar und Dessau die Aufnahme des Bauhauses in die Welterbeliste der UNESCO, die 1996 erfolgte.

Nach der Deutschen Einheit war die Zukunft des Bauhauses Dessau einige Jahre unklar, bis im Februar 1994 durch die Bundesregierung, das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Dessau die „Stiftung Bauhaus Dessau“ gegründet und Rolf Kuhn zum Direktor der Stiftung ernannt wurde. 1987 sagte Kuhn, dass man „einen solchen Job nicht länger als 10 Jahre machen sollte“. Ein Jahr später wurde er dann Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land, leitete die die Gesellschaft bis 2010 und war noch bis 2012 für die Liquidation der IBA verantwortlich. Die neue Aufgabe in der Niederlausitz bedeutete in gewisser Hinsicht für ihn eine Fortsetzung der Dessauer Zeit mit dem Umbau einer von Industrie geprägten Region. Rolf Kuhn gelang es auch hier, eine nachhaltige gesellschaftliche Transformation auf den Weg zu bringen, die heute als vorbildlich angesehen wird. Dafür erhielt er 2006 den Verdienstorden des Landes Brandenburg.


19.06.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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