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Einigung mit Erben jüdischen Sammlers: Kunsthaus Zürich verkauft Monet-Gemälde

Claude Monet, L’Homme à l’ombrelle, 1865/67

Das Kunsthaus Zürich wird das Gemälde „L’Homme à l’ombrelle“ von Claude Monet verkaufen und den Erlös mit den Rechtsnachfolgern von Carl Sachs teilen. Die Zürcher Kunstgesellschaft, Trägerverein und Eigentümerin der Sammlung des Kunsthauses, habe sich Anfang Juni mit den Erben des jüdischen Industriellen und Kunstsammlers auf eine „faire und gerechte Lösung“ geeinigt, gab das Kunsthaus Zürich gestern bekannt. Wie viel Geld die Erben anteilig erhalten, teilte das Museum nicht mit. Der Betrag zugunsten der Zürcher Kunstgesellschaft werde entsprechend den ICOM-Richtlinien in den Sammlungsfonds des Kunsthauses überführt.

„Ich bin dankbar, dass wir uns im konstruktiven Dialog und basierend auf umfangreichen Forschungsergebnissen mit den Erben von Carl Sachs einigen konnten“, erläuterte Philipp Hildebrand, Präsident der Zürcher Kunstgesellschaft. „Selbstverständlich bedauern wir, dass dieses wunderbare Gemälde im Rahmen der gefundenen fairen und gerechten Lösung voraussichtlich nach seinem Verkauf das Kunsthaus verlassen wird. Gleichzeitig untermauert dieser Schritt die Ernsthaftigkeit unserer Provenienzstrategie und unsere grundsätzliche Haltung gegenüber einem transparenten und lösungsorientierten Umgang mit Werken unserer Sammlung, bei denen substantiierte Hinweise auf eine NS-verfolgungsbedingte Zwangslage vorliegen.“

Monets Figurenbild von 1865/67 gehörte einst zur Sammlung des jüdischen Textilunternehmers Carl Sachs. Er und seine Frau Margarete waren wichtige Förderer des kulturellen Lebens in ihrer Heimatstadt Breslau. Das Gemälde befand sich seit 1931 in der Schweiz und kam 1934 zusammen mit weiteren Werken als Leihgabe ans Kunsthaus Zürich. Als Kollektivverfolgte des NS-Regimes sahen sich die Sachs 1939 zur Flucht aus Deutschland in die Schweiz gezwungen, bei der sie jeweils nur 10 Reichsmark mitführen durften. Für die Einreise mussten sie ihre im Kunsthaus befindlichen Werke beleihen. Bis zu seinem Tod im Dezember 1943 verkaufte Sachs nachweislich dreizehn Kunstwerke, die er in der Schweiz eingelagert hatte. Die Veräußerung von Monets „L’Homme à l’ombrelle“ an das Kunsthaus war die erste, die Sachs aufgrund der akuten finanziellen Notlage nur wenige Wochen nach der Flucht aus NS-Deutschland tätigen musste.

Der kurzfristige Verkauf des Monet-Gemäldes war zur Sicherung der Existenz des Ehepaars Sachs notwendig. Zu diesem Ergebnis ist jetzt das Kunsthaus Zürich gekommen. Nach Beurteilung der Faktenlage und des historischen Sachverhalts lag eine Zwangslage vor, womit es sich bei dem Fall um verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut handelt. Damit hat das Kunsthaus Zürich einen Präzedenzfall für Schweizer Museen geschaffen. Denn lange waren die Eidgenossen der Auffassung, dass eine Restitution im Fall von Fluchtgut jüdischer Besitzer, die dies zur Finanzierung ihrer Flucht oder für ihren Lebensunterhalt außerhalb der nationalsozialistischen Einflusssphäre auf dem Schweizer Markt verkaufen mussten, ausgeschlossen sei. Mit dieser neuen Provenienzstrategie hat sich das Kunsthaus Zürich im vergangenen Jahr verpflichtet, proaktiv mit Werken umzugehen, die nach eingehender Forschung als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut eingestuft werden könnten.


20.06.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Claude Monet, L’Homme à l’ombrelle, 1865/67
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Claude Monet








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