Neuer Kunstpreis für Emma Hummerhielm Carlén  |  | Emma Hummerhielm Carlén hat den Uniqa Kunstpreis 2024 gewonnen | |
Der erstmals vergebene Uniqa Kunstpreis geht an Emma Hummerhielm Carlén. Die Schwedin darf sich nun über ein Preisgeld von 15.000 Euro freuen. Durch ihren Umgang mit dem Raum, ihre minimalen und kraftvollen Arbeiten habe die Bildhauerin die Jury überzeugt, heißt es in der Begründung. Und weiter: „Die Künstlerin zeichnet sich durch ihre subtile und poetische Herangehensweise aus und positioniert ihr Werk zwischen den Wahrnehmungsbereichen des Sehens und des räumlichen Bewusstseins, wobei sie den Raum als aktiven Partner im Gestaltungsprozess denkt und mittels achtsamen Einschreibungen infiltriert.“
Mit großer Sorgfalt habe Emma Hummerhielm Carlén Interventionen für mehrere Orte im Erdgeschoss des Uniqa Towers entwickelt, wobei ausgehend von der bestehenden Architektur und der vorhandenen Innenraumgestaltung verschiedene Medien einbezogen wurden. „Diese durchdringen das gesamte Setting und schaffen ausgehend von einer gekippten Bank aus Stuckmarmor, die die monolithischen Granitsitzbänke im Foyer formal aufgreift, unter Einbeziehung von Fotodrucken und Videos mit ‚ungezähmtem Filmmaterial‘ eine zurückhaltende und gleichzeitig intensive Atmosphäre mit Brüchen, die es für die Betrachter*innen zu entdecken gilt. Die scheinbar zurückhaltende Bildsprache mit wenigen Farben fügt sich nahtlos in das vorhandene Interieur ein und zeigt eine bemerkenswerte Camouflage von wertvoller Wand- und Objektgestaltung, die Emma Hummerhielm Carlén mit ihren Setzungen zugleich aufzudecken vermag“, führte die Jury aus.
Emma Hummerhielm Carlén wurde 1991 in Stockholm geboren und studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Heimo Zobernig und Nora Schultz sowie Architektur an der Königlich Dänischen Kunstakademie. Derzeit unterrichtet sie Bildhauerei an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. Ihre Arbeiten wurden bereits in ihrer Heimatstadt Stockholm, in Feldbach oder in Mexiko-Stadt ausgestellt. Sie stehen an der Schnittstelle von Fotografie und Skulptur. Dafür nutzt Hummerhielm Carlén Pappe, Gips, vorhandene Rahmen, Klebeband, Wachs, verschiedene Metalle und Gesteinsarten, Holz, Schaumstoff oder Harz, integriert Texte und bezieht sich häufig auf den Raum, in dem sie ihre Arbeiten präsentiert.
Der österreichische Versicherungskonzern Uniqa hat gemeinsam mit der Akademie der bildenden Künste Wien den neuen Uniqa Kunstpreis aufgelegt. Er richtet sich an Absolvent*innen des Studiums der Bildenden Kunst an der Wiener Kunstakademie aus den vergangenen fünf Jahren und will am Übergang von Kunsthochschule zur Kunstwelt einen wichtigen Akzent setzen. Der Jury gehörten Ingeborg Erhart und Nora Schultz von der Akademie der bildenden Künste Wien, Theresa Hochhauser und René Knapp von der Uniqa und Thomas Trummer, Direktor des Kunsthauses Bregenz, an. Neben dem Preisgeld ist die Auszeichnung mit einer Ausstellung im Foyer des Uniqa Tower in Wien verbunden. Dazu wird Emma Hummerhielm Carlén im Februar 2025 ihre Arbeiten präsentieren. |