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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Wie bei der Kunst des 20. Jahrhunderts hatte das Berliner Auktionshaus Grisebach auch bei den Neueren Meistern mit einer deutlichen Zurückhaltung zu kämpfen, etwa beim Geburtstagskind Caspar David Friedrich. Dem standen jedoch überraschende Erfolge gegenüber

Kein Jubiläumsbonus



Georg Friedrich Kersting,  Caspar David Friedrich auf dem Felsen („Ausblick aufs Meer“), um 1809/10

Georg Friedrich Kersting, Caspar David Friedrich auf dem Felsen („Ausblick aufs Meer“), um 1809/10

Caspar David Friedrich ist nicht immer ein Selbstläufer. Das bekam in der zurückliegenden Saison Grisebach zu spüren. Nachdem der Berliner Versteigerer im vergangenen November mit Friedrichs „Karlsruher Skizzenbuch“, das nach einen Ausfuhrstopp nun an die Klassik Stiftung Weimar, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ging, für gut 1,8 Millionen Euro auftrumpfen konnte, sollten zum 250. Geburtstag des deutschen Romantik-Stars weitere Werke gewinnbringend unter die Sammler gebracht werden. Doch in der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ wurde daraus nichts. Nur seine frühromantische Radierung „Weg zwischen Laubbäumen mit Staffage“ aus dem Jahr 1800 schaffte während der Versteigerung an der unteren Schätzgrenze von 15.000 Euro den Absprung. Bei den übrigen vier Friedrich-Losen, etwa der „Landschaft mit strohgedeckten Hütten in einem Wald“, ein Ölgemälde um 1798 für 150.000 bis 200.000 Euro, oder der am 20. September 1800 fein gezeichneten „Ruine des Klosters Altzella in Nossen bei Dresden“ für 120.000 bis 150.000 Euro, hob sich keine Hand.


Im Nachgang der Auktion erbarmte sich dann doch noch ein Käufer und nahm das unvollendete Blatt „Feuer in einer Kirchenruine“ um 1800/01, das sich auf Hell-Dunkel-Kontraste und das Stimmung erzeugende gleißende Licht konzentriert und aus dem Besitz von Friedrichs Bruder Johann Samuel stammte, bei 150.000 Euro mit (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Caspar David Friedrich trat bei Grisebach ein weiteres Mal in Erscheinung: Georg Friedrich Kersting zeichnete und aquarellierte den Freund um 1809/10 auf einem massiven Felsen in Halbrückenansicht, wie er mit einem Zylinder auf dem Kopf sehnsuchtsvoll über das Meer in die Ferne blickt. Das Dokument gemeinsamer Unternehmungen und der Kommunikation der beiden Künstler erreichte seine untere Erwartung von 150.000 Euro.

Mit einer Verkaufsrate von 75,3 Prozent nach Losen lief die Auktion am 30. Mai eigentlich nicht schlecht. Doch neben der Friedrich-Suite hatten andere höher taxierte Werke ihre Startschwierigkeiten. So fanden etwa Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins spätklassizistische Tierstudie mit einer Leopardenfamilie am Eingang einer Höhle (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), eine in Friedrich-Manier ausformulierte nächtliche „Dänische Küste bei Mondschein“ von Frederik Michael Ernst Fabritius de Tengnagel aus dem Jahr 1828 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder Max Liebermanns um 1879 fast schon bildmäßig gestaltetes realistisches Aquarell „Straße in Zandvoort“ keine Anhänger (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Andere Arbeiten mussten deutliche Abschläge hinnehmen, darunter Johan Christian Dahls lichtdramatisch aufgebaute „Marine bei Mondlicht“ von 1833 mit 20.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Franz Skarbinas 1883 aquarelliertes „Selbstbildnis im Atelier“ für 11.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Dafür reüssierte der Berliner Maler mit seiner Ölstudie „Zwei Schauerleute“, einer charaktervollen Schilderung aus der maritimen Arbeitswelt von 1887, bei 16.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), während sein deutlich impressionistischeres charmantes Mädchenporträt im Profil vor grüner Natur bei 6.000 bis 8.000 Euro verschmäht wurde.

Mit Berliner Verve

Doch es gab auch Lichtblicke. Ein romantisch inspiriertes Zeitdokument bot Johann Anton Castell mit seiner Sicht auf den zerstörten Zwinger in Dresden, den er eine Dekade nach den revolutionären Maiaufständen des Jahres 1849 in einer Winterkulisse als Ruine malte. Hier schwang sich der Preis von 5.000 Euro auf 12.000 Euro auf. In den Dresdner Künstlerkreisen blieb es mit Carl Gustav Carus, der um 1830/40 auf kleinem Format mit eher beobachtendem als interpretierendem Blick einen „Frühsommerlichen Weinberg in Pillnitz“ festhielt, was jetzt mit 34.000 Euro honoriert wurde. Ein weiteres Gemälde von Carus führte nach Florenz, wo er am 11. April 1841 für nun 30.000 Euro über die Dächer hinweg den markanten Turm des Palazzo Vecchio in Öl auf Papier einfing (Taxe je 30.000 bis 40.000 EUR).

Das Sehnsuchtsland Italien bot noch weitere Leckerbissen, etwa eine sommerlich unbeschwerte Fernsicht vom Garten der Villa Borghese in Rom auf die Kuppeln und die Fassade von St. Peter eines deutschen oder französischen Malers um 1820, die ihren Wert auf 8.000 Euro verdoppelte. Carl Morgenstern punktete mit einer unprätentiösen felsigen Küstenpartie am Mittelmeer bei 7.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Anton von Werner mit zwei ebenso schlichten Ölstudien des Vesuvs in reizvollen Lichtstimmungen bei 8.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und August Wilhelm Julius Ahlborn mit seinem breiten Panorama auf Neapel und den Vesuv in mildem Abendlicht bei 10.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Dann kam Adolph von Menzel zum Zug. Schon seine Bleistiftskizze einer etwas mürrisch blickenden Italienerin in zweifacher Ausfertigung löste bei gleicher Erwartung ein Bietgefecht, das erst bei 32.000 Euro endete. Kein Halten mehr gab es bei Menzels Blatt „Wallenstein’s Lager“, einer souveränen Pastellzeichnung auf Tonpapier von 1854. Die herausragende Studie der sitzenden gesichtslosen Söldnergestalt aus Schillers gleichnamigem Drama schnellte von 20.000 Euro auf 260.000 Euro.

Ebenfalls wacker, wenn auch nicht auf so hohem Niveau, schlug sich Eugen Bracht mit seinen vier Gemälden bei jeweils 12.000 Euro für seine Abendstimmung „Letzte Sonne“, gemalt 1917 an der Brenz (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), und dem dunkel dräuenden „Rabenhorst“ von 1904 an der Spitze (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Während Christian Ludwig Bokelmanns Leinwand „Confirmanten“ von 1893, die detailverliebt und mit einem hohen Sinn für die Abbildung der Realität zwei Gruppen von Kindern in einer einfachen Dorfkirche zeigt, bei 30.000 Euro von einer guten Nachfrage profitierte (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), konnte zudem der Symbolist Karl Wilhelm Diefenbach überzeugen. Sein Gemälde „Frage an die Sterne“ mit einem weiblichen Akt auf einer im Dunst kaum wahrnehmbaren Klippe, der wie von einem fernen Licht angestrahlt ins unendliche Blau des Himmels blickt, erklomm 28.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Ausfälle und Höhepunkte der Sammlung Zwirner

Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 74,2 Prozent schloss die Privatsammlung des ehemaligen Kölner Galeristen Rudolf Zwirner mit Arbeiten auf Papier aus drei Jahrhunderten ebenfalls gut ab. Doch auch hier machte sich über mehrere Strecken eine gewisse Zurückhaltung seitens der Käufer bemerkbar, etwa schon bei der ersten Position, Rembrandts barocker Radierung „Landschaft mit Hütte und Heuschober“. Bei 50.000 bis 70.000 Euro wollte das Blatt im Querformat von 1641 niemand haben, gleichfalls Friedrich Oliviers braune Pinselzeichnung eines Brunnens von 1815, an dem Pflanzen hochranken (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), oder Lovis Corinths ausdrucksstarkes Selbstportrait von 1921 als alternder, nach einem Schlaganfall gesundheitlich gezeichneter Mensch (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Bei der Spitzenposition dieser Abteilung, Pierre Paul Prud’hons musealer Gouache „L’Enlèvement de Psyché“, einer Vorstudie um 1808 zu seinem bedeutenden Gemälde im Pariser Louvre, kam ein französischer Sammler ohne Gegenwahr schon bei der unteren Schätzung von 200.000 Euro zum Zug.

Da musste sich ein deutscher Interessent bei Grisebach schon mehr anstrengen, um bei der überraschend modernen, nahezu abstrakten Darstellung „Carnet Guernesey“, auf der der große französische Romancier Victor Hugo 1856 während seines Exils auf der Kanalinsel vielleicht die aufgepeitschte See mit einem wackeligen Schiff niedergelegt hat, bei 140.000 Euro die Oberhand zu behalten (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Begehrt waren zudem zwei aquarellierte Autotypien von Max Ernst, auf denen er 1921 bei Kleinstlebewesen und pflanzenartigen Schöpfungen einen wissenschaftlichen Impetus mit surrealen Ideen mixte. Die „Plantation boophile d’outremer hyperboréenne“ platzierte sich taxgerecht bei 35.000 Euro, die „Plantation farcineuse hydropique parasite“ wanderte bei 60.000 Euro in die Schweiz ab (Taxe je 30.000 bis 40.000 EUR).

Anderes kam in Rahmen der Erwartungen ans Ziel, etwa Hubert Roberts klassizistisches Aquarell mit dem Entwurf für ein Grabmal nebst trauerndem Jüngling von 1798 bei 20.000 Euro, Henri Laurens’ Aktzeichnung „Dialogue des Courtisanes“ auf bunt collagierten Papieren um 1950 bei 15.000 Euro oder Raymond Pettibons rätselhafte Bild-Text-Kombination „The water ahead grew worse“ bei 12.000 Euro. Doch Giovanni Domenico Tiepolos Tuschezeichnung einer „Anbetung der Könige“ um 1750 in bewegter Strichführung musste sich mit 15.000 Euro zufrieden geben, während Francesco Guardis flüchtiges venezianisches Architekturcapriccio den Absprung nicht schaffte (Taxe je 20.000 bis 30.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com

Startseite: www.grisebach.com



03.09.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Anton von Werner,  Zwei Ölstudien des Vesuvs (Morgen – Abend), 1869

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Karl Wilhelm Diefenbach,  Frage an die Sterne, 1897

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Franz Skarbina,  Zwei Schauerleute, 1887

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Christian Ludwig Bokelmann,  Confirmanten, 1893

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