Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 24.06.2026 Moderne und Zeitgenössische Kunst

© Beurret Bailly Widmer Auktionen AG

Anzeige

Das flanierende Paar / Max Stern

Das flanierende Paar / Max Stern
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Rebell der Moderne: Maurice de Vlaminck in Potsdam

Das Museum Barberini in Potsdam widmet sich aktuell dem Werk Maurice de Vlamincks und präsentiert in Kooperation mit dem Von der Heydt-Museum in Wuppertal fast 100 Jahre seit der letzten Retrospektive eine neue Überblicksschau zum Schaffen des Fauvisten in Deutschland. Ausgangspunkt der von Anna Storm und Daniel Zamani kuratierten Ausstellung mit 73 Werken bilden die Gemälde im Bestand beider Häuser. So erwarb August Freiherr von der Heydt bereits 1911 ein Stillleben Vlamincks auf dem Pariser Herbstsalon, 1912 und 1913 folgten weitere Werke; zur Sammlung von Hasso Plattner, die seit 2020 dauerhaft im Museum Barberini zu sehen ist, gehören neun Gemälde. Daneben konnten sie auf Leihgaben aus Privatsammlungen und renommierten Museen zurückgreifen, unter anderem aus der Tate Modern in London, dem Museo nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Centre Pompidou und dem Musée d’Orsay in Paris, dem Van Gogh Museum in Amsterdam, dem Museum Folkwang in Essen, der Staatsgalerie Stuttgart oder dem Metropolitan Museum of Art in New York.

Was 1905 im Saal 7 des Herbstsalons in Paris zu sehen war und vom Kritiker Louis Vauxcelles sogleich als „fauve“, als „wild“, bezeichnet wurde, war die Geburtsstunde der Moderne. Mit ihren farbgewaltigen, ganz auf Ausdruck und Emotion ausgerichteten Werken begründeten Henri Matisse, André Derain, Kees van Dongen und Maurice de Vlaminck die erste Avantgarde-Strömung des 20. Jahrhunderts. Die ungemischten Farben, der ungestüme Pinselstrich und die abstrahierende Formensprache waren ein Schock für das französische Kunstpublikum. Obwohl als Kollektiv wahrgenommen, einte die Maler kein Manifest; dennoch verband sie die Ablehnung aller bisheriger Kunstauffassungen und das Bekenntnis zur völligen Freiheit des Künstlers. Der Autodidakt Maurice de Vlaminck, der bisher als Geiger, Radrennfahrer, Boxer und Autor hervorgetreten war, pflegte das Selbstbild als „Wilder“. Indem er die Farben rein und teilweise direkt aus der Tube auf die Leinwand aufbrachte, folgte er seinem Vorbild Vincent van Gogh und hielt bevorzugt Landschaften entlang der Seine in pastosem Malduktus und leuchtend kräftigen Tönen fest.

Bereits ab 1906 verzichtete Maurice de Vlaminck auf diese explosive Farbigkeit, wählte ein gedämpfteres Kolorit und orientierte sich zunehmend am Werk Paul Cézannes. In den darauffolgenden Jahren fand sein Schaffen internationale Beachtung: 1912 nahm er mit sechs Werken an der legendären Ausstellung des Kölner Sonderbunds teil, im selben Jahr zeigte ihn Herwarth Walden in seiner Berliner Galerie „Der Sturm“, im Jahr darauf war er in der New Yorker Armory Show vertreten. Der Erste Weltkrieg war für ihn dann eine Zäsur. Persönlich desillusioniert, griff Vlaminck auf eine zunehmend dunklere Farbpalette zurück, seine Landschaften und Stillleben aus der späteren Schaffenszeit wirken düster, beinahe unheimlich. Im Zuge nationalsozialistischer Kulturpolitik wurde auch sein Werk als „entartet“ verfemt und aus dem Bestand deutscher Museen entfernt. Dennoch und trotz deutlicher Distanzierung in jüngeren Jahren von Militarismus und Nationalismus trat Maurice de Vlaminck im November 1941 auf Einladung der deutschen Propagandastaffel eine Reise nach Deutschland an. Im Anschluss veröffentlichte er zwei Artikel, in denen er die nationalsozialistische Kunst- und Kulturpolitik unverhohlen anpries. In einem weiteren Text polemisierte er gegen die Avantgarde in Frankreich. Der frühere Künstler-Rebell, der sich als Anarchist und Revolutionär verstand, wurde zum reaktionären Polemiker und einem Ankläger der Moderne. Auch diese Seite kommt in der Potsdamer Schau nicht zu kurz.

Die Ausstellung „Maurice de Vlaminck. Rebell der Moderne“ ist bis zum 12. Januar 2025 zu sehen. Das Museum Barberini hat täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 16 Euro, am Wochenende 18 Euro, ermäßigt 10 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der Ausstellungskatalog aus dem Prestel Verlag kostet im Museum 39,90 Euro, im Buchhandel 45 Euro.

Museum Barberini
Humboldtstraße 5-6
D-14467 Potsdam
Telefon: +49 (0)331 – 23 60 14 499


23.09.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Mathias Bless

Zurück

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an




Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


14.09.2024, Maurice de Vlaminck. Rebell der Moderne

Bei:


Museen der Hasso Plattner Foundation gGmbH

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Fauvismus

Bericht:


Wilde Lust an der Farbe

Bericht:


Das Folkwang schwebt im Farbenrausch

Bericht:


Interieurs der Unbeschwertheit

Künstler:


Maurice de Vlaminck








News von heute

Salzburg zeichnet Ashley Hans Scheirl aus

Salzburg zeichnet Ashley Hans Scheirl aus

Kunstwochenende in Zürich

Kunstwochenende in Zürich

Portikus zeigt Lukin Linklaters erste Einzelausstellung in Europa

Portikus zeigt Lukin Linklaters erste Einzelausstellung in Europa

News vom 10.06.2026

Jugendstil im Dorotheum

Jugendstil im Dorotheum

Sammlung Horn für Schloss Gottorf gesichert

Sammlung Horn für Schloss Gottorf gesichert

Fassbender-Preis geht an Assunta Abdel Azim Mohamed

Fassbender-Preis geht an Assunta Abdel Azim Mohamed

News vom 09.06.2026

Kriegswarnung von Frans Francken kehrt nach Dresden zurück

Kriegswarnung von Frans Francken kehrt nach Dresden zurück

Klage gegen Auktionshaus und Besitzer von Klimts „Fräulein Lieser“

Klage gegen Auktionshaus und Besitzer von Klimts „Fräulein Lieser“

August-Sander-Preis geht an Frieder Bickhardt

August-Sander-Preis geht an Frieder Bickhardt

Christina Kubisch-Retrospektive in Aachen

Christina Kubisch-Retrospektive in Aachen

 zur Monatsübersicht



Anzeigen

Marktspiegel

News

Grisebach GmbH - Georg Kolbe, Brunnentänzerin, 1922

4,98 Millionen Euro für Georg Kolbe — Grisebachs Sommerauktionen erzielen 19 Millionen Euro
Grisebach GmbH

Kunsthaus Lempertz - Außergewöhnliches Paar Tempelbehänge aus Seidenbrokat in Applikationstechnik, Tibet, um 1900

Tradition, Moderne und ein Galeriebestand in der Auktion Asiatische Kunst
Kunsthaus Lempertz

Beurret Bailly Widmer Auktionen AG - Hans Arp, Torso-Amphore, 1962

Artcurial Beurret Bailly Widmers Sommerauktionen in Basel
Beurret Bailly Widmer Auktionen AG





Copyright © '99-'2026
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce