Jean-Pierre Latz feiert festliche Premiere in Dresden  |  | in der Ausstellung „Fait à Paris. Die Kunstmöbel des Jean-Pierre Latz am Dresdner Hof“ | |
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) widmet dem Pariser Kunsttischler Jean-Pierre Latz die weltweit erste Ausstellung. Der 1691 in Köln geborene Latz gilt als einer der wichtigsten Ebenisten seiner Zeit. In Paris schuf er aufwendige Meisterwerke, die sich stilistisch zwischen dem schweren, streng symmetrischen Barock und dem Rokoko bewegen, das für Leichtigkeit und Asymmetrie steht. Die technisch exzellent ausgearbeiteten Pendulen und Piedestale seiner Werkstatt waren oft als Serien von bis zu vier baugleichen Exemplaren konzipiert. Sie vereinen hochwertige Einlegearbeiten, sogenannte Boulle-Marketerien aus Schildpatt, Messing, Ebenholz, Perlmutt, farbig unterlegtem Horn oder edlen Tropenhölzern, mit üppig vergoldeten Bronzebeschlägen. Das größte Konvolut von Latz’ Arbeiten befindet sich seit seinem Ankauf in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Dresden und ist in seiner lückenlosen Dokumentation und seinem authentischen Zustand einmalig.
Friedrich August II., der Sohn Augusts des Starken, und sein Premierminister Heinrich Graf von Brühl ließen sich die luxuriösen, französischen Kreationen von Jean-Pierre Latz als Statussymbole direkt aus Paris an den sächsischen Hof liefern, wo sie bis ins 20. Jahrhundert verblieben und sogar Nachahmer wie den Hofkunsttischler Johann August Türpe inspirierten. Im Zweiten Weltkrieg wurden einige der Möbel von Latz im Umkreis von Dresden ausgelagert und nahmen Schaden; andere, die sogenannten Palmstammuhren, verblieben im Schloss und wurden während der Bombardierung der Stadt stark beschädigt. Sie galten später als Kriegsverluste. In der Nachkriegszeit wurden Latz’ Möbel aufgrund ihres Zustands in den Depots der SKD eingelagert und gerieten in Vergessenheit. Erst eine Inventur des gesamten Bestandes der SKD im Jahr 2008 führte zu ihrer Wiederentdeckung. Nach einer aufwändigen und mehrjährigen Restaurierung sind die Möbel nun erstmals seit Kriegsende in den Paraderäumen des Dresdner Residenzschlosses zu sehen.
Die Ausstellung „Fait à Paris. Die Kunstmöbel des Jean-Pierre Latz am Dresdner Hof“ läuft bis zum 2. Februar 2025. Das Residenzschloss hat täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 10,50 Euro. Für Personen unter 17 Jahren ist der Eintritt frei.
Residenzschloss
Taschenberg 2
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