Drei Oppenheimer-Gemälde restituiert  |  | Max Oppenheimer, Selbstporträt, um 1933 | |
Aus dem Bestand des Wien Museums gehen drei Gemälde des österreichischen Expressionisten Max Oppenheimer zurück an die Nachfahren des Künstlers. Als der Jude kurz vor dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs aus dem Land flüchtete, ließ er quasi den gesamten Besitz aus seiner Wiener Wohnung zurück. Darunter befanden sich neben französische Antiquitäten, Erstausgaben von Mozart und Beethoven vor allem eigene Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken, so auch sein um 1933 vollendetes „Selbstporträt“, das ihn im Anzug breitbeinig mit angelegter Malerpalette vor einer Leinwand zeigt, sowie die Bildnisse des Schweizer Verlegers und Fotografen Martin Hürlimann und des Künstlerkollegen Moissey Kogan, die jeweils um 1929 entstanden. Die Rechtsnachfolger von Max Oppenheimer haben die drei Gemälde nun im Wiener Dorotheum eingeliefert, wo sie am 19. November zum Aufruf kommen werden. Für das großformatige „Selbstporträt“ könnten dabei bis zu 230.000 Euro realisiert werden, während das Dorotheum für die zwei älteren Bilder bis zu 30.000 Euro erwartet.
Max Oppenheimer gelang es, im November 1938 nach New York zu emigrieren. Die drei nun restituierten Gemälde kamen in der Folge von Oppenheimers Wohnungsplünderung in die Hände des österreichischen Kunstmalers und NSDAP-Mitglieds Julius Fargel, der die Werke im Februar 1939 den Städtischen Sammlungen, dem heutigen Wien Museum, spendete. 1994 wurde Max Oppenheimers „Selbstporträt“ in der ersten großen Retrospektive des Künstlers nach dem Krieg im Jüdischen Museum Wien präsentiert. 2003 machte das Wien Museum auf seiner Website alle jene Objekte öffentlich, deren Eigentümer im März 1938 nicht zweifelsfrei feststanden. Im Zuge dieser Forschungen schloss das Museum den Entschluss, sämtliche Werke, die über Julius Fargel in die Sammlung kamen, zu restituieren. Bis heute laufen Bemühungen die heutigen Rechtsnachfolger der ehemaligen Eigentümer dieser Objekte ausfindig zu machen. |