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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Erfolgreich von Adnan bis Zimmermann: Die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts stieß bei Irene Lehr in Berlin auf großen Widerhall

Ein Sieg der asymmetrischen Genauigkeit



Geometrie ist nicht nur wesentlicher Bestandteil der Mathematik, sondern oft auch für das Ästhetikgefühl des Einzelnen wichtig. Bevorzugen die einen Symmetrie in allem, vom Schnitt der Kleidung bis zur Harmonie der Bildelemente, kann Asymmetrie ihre Vorteile in einer gewissen Dynamik und Spannung nicht verbergen, sei es der moderne asymmetrische Haarschnitt oder das unregelmäßig gesteckte Blumenarrangement. Eine Art Zwischenweg findet sich im Schaffen von Sean Scully: Die streng geometrische Anordnung seiner breiten Pinselbahnen ist wohl rhythmisiert, ihre Unregelmäßigkeit liegt aber in der händischen Malerei mit deutlichen Spuren der Pinselborsten und der ungenauen Linienführung. Ein Resultat ist etwa Scullys nicht allzu großes, abstraktes Ölgemälde „Light in December“ in Schwarz und Weiß, dessen strenge Ordnung durch eine kluge Komposition und eine dezente Asymmetrie aufgelockert wird, ohne dass der Eindruck der Harmonie gestört wird. Bei Irene Lehr konnte das Werk von 1997 seine Preisvorstellungen von 80.000 Euro mehr als erfüllen und diese mit 150.000 Euro sogar beinahe verdoppeln.


Mit ihrer Auswahl an Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart und mit ihrer moderaten Preisgestaltung traf die Berliner Auktionatorin Ende Oktober einmal mehr den Nerv ihrer Kundschaft. Die losbezogene Verkaufsrate liegt bei hohen 91 Prozent, die Schätzungen wurden nicht selten deutlich übertroffen. Allein einige wenige Wermutstropfen blieben übrig. So ging etwa die Papierarbeit „Eltern mit Kind“, die Käthe Kollwitz 1919 verzweifelt in Kohle zeichnete, bei 50.000 Euro leer aus. Die Erlöse für die meisten Kunstwerke bewegten sich im vier- und fünfstelligen Euro-Bereich. Allerdings beträgt der Unterschied zwischen dem Scully-Zuschlag und dem Zweitplatzierten etwa 100.000 Euro: Karl Otto Götz’ gestisch informelle und dynamische Farbschwünge „7.8.53“ in Schwarz, Rot, Weiß und Gelb überschritten den Schätzwert von 40.000 Euro mit 46.000 Euro nur geringfügig, können sich aber dennoch sehen lassen. Das gilt gleichfalls für die beiden Außenposten der Auktion, Etel Adnans mit Farbkreisen, Kreuzen, Pfeilen, Drei- und Vierecken zart gestaltetes Aquarell von 1995 bei 5.500 Euro (Taxe 3.500 EUR) und Mac Zimmermanns surreale weite Wüstenlandschaft „Paare mit Himmelskörpern“ von 1954 bei 16.500 Euro (Taxe 5.000 EUR).

Der Künstler an sich

Da gleich mehrere Künstlerportraits zum Erwerb standen, ist es nur passend, dass Max Liebermanns „Selbstbildnis mit Anzug“ von 1923 das dritterfolgreichste Werk war. Ähnlich wie Scully konnte die in ruhigem Graubraun gehaltene Arbeit ihre Preisvorstellung mit 42.000 Euro beinahe verdoppeln (Taxe 28.000 EUR). Ein weiter Sieger war Franz Xaver Fuhrs energisches Selbstbildnis mit grünem Inkarnat und weißem Kittel aus dem Jahr 1928, das seinen Wert auf 32.000 Euro beinahe verdreifachte. Zudem blieb seine moderne Ansicht von Erfurt um 1964 mit aus dem Lot geratenen „Dächern und Kirchen“ bei 12.000 Euro nicht unbeachtet (Taxe 6.000 EUR). Für Frans Masereels selbstbewusstes „Portrait d’artiste dessinant“ von 1933 lief es bei einem Schlussgebot von 30.000 Euro mit einer Verfünffachung der Taxe noch besser. Die Euphorie beruhigte sich etwas bei Karl Schmidt-Rottluffs spätem Konterfei in Tusche und Farbkreide von 1964 mit 4.600 Euro (Taxe 3.000 EUR) und zog bei Heinrich Friedrich Steiaufs„Selbstbildnis mit Model“ wieder an. 1932 im Stil der Neuen Sachlichkeit gemalt, gehört diese Arbeit zu den Hauptwerken des Frankfurter Malers und animierte die Anwesenden prompt, den Preis auf 14.000 Euro anzuheben (Taxe 4.000 EUR).

Das intensive Selbstbildnis seines Lehrers Max Beckmann als Raucher in der Kaltnadelradierung aus dem Jahr 1919 erzielte 8.200 Euro (Taxe 7.000 EUR). Empfänglich waren die Sammler auch für das lyrische Konterfei von Erich Buchholz, das sich um 1918/19 fast verschwommen in eine geometrische Abstraktion auflöst, mit einem Gebot von 8.000 Euro (Taxe 5.000 EUR). Für das schlankere Portemonnaie gab es Lesser Urys Kohlezeichnung, die den Künstler mit stattlichem Oberlippenbart im Jahr 1912 präsentiert und für 5.600 Euro einen Abnehmer fand (Taxe 4.000 EUR). Ein interessantes Werk für einen nochmals günstigeren Preis bot sich in Ferdinand Dorschs Gouache „Im Atelier (Selbstbildnis)“ von 1904, das den Maler bei der Arbeit mit einem weiteren Mann im Spiegel zeigt. Die hintergründige Kombination aus Selbstbildnis, Portrait und Arbeitsbild kam auf finale 2.400 Euro (Taxe 1.500 EUR). Wertschätzung wurde dann noch Willi Sittes gedoppeltem Selbstportrait als Halbakt von 1986 mit 10.000 Euro zuteil (Taxe 8.000 EUR). Fritz Schirrmachers feine Tuschearbeit um 1920, die den Künstler inmitten einer skurrilen Collage diverser kleiner Figuren – vom Kind, über das Liebespaar und Priester bis zu einer monströsen Schattenfigur und einem Erhängten – präsentiert, ist für 2.000 Euro noch zu haben.

Der Mensch an sich

Hartwig Ebersbach verklausulierte 1985 das Thema Selbstportrait in seinem Ölgemälde „Traum/Kopf-Kopf“. Aus dem pastosen Farbauftrag schält sich kaum wahrnehmbar ein Kopf heraus, der zur Werkserie „Kaspar“ gehört, der Ebersbach als Alter Ego und als eine Art künstlerisches Ventil dient. 3.600 Euro waren sein Lohn (Taxe 3.500 EUR). Die zierliche Asiatin in Mai Trung Thus fein gemalter Gouache „Maquillage (Jeune femme au mirroir)“ von 1967 verzauberte die Anwesenden. Das beliebte Motiv des vietnamesisch-französischen Künstlers war mit 5.000 Euro extrem niedrig bewertet und behauptete sich schließlich bei 24.000 Euro. Dagegen war Christian Landenbergers niedergeschlagener, weinender und einsamer „Akt in Landschaft“ um 1920 mit 7.000 Euro genau richtig angesetzt. Einen weiteren weiblichen Akt schuf C.O. Paeffgen 1978 mit seinen typischen markanten Konturlinien. Der Autodidakt mit Nähe zur Pop Art nutzt in seinen comicartigen Arbeiten wie hier gerne Vorlagen aus Massenprintmedien. Die halbnackte Dame bereicherte ihren Verkäufer um 22.000 Euro (Taxe 9.000 EUR).

Gyula Paps muskulöser „Stehender männlicher Akt“ ohne individuelle Gesichtszüge auf einem Ölgemälde des Jahres 1927 durfte sich über 5.000 Euro freuen (Taxe 1.500 EUR), sein wenig jüngerer „Sitzender weiblicher Akt“ in Kohle auf Papier über 1.000 Euro (Taxe 800 EUR). Die Hoffnungen für die Werke von César Klein aus der Sammlung des Hamburger Immobilienentwicklers Gerd Benoit liefen gemischt. So blieben das „Mädchen mit Früchten“ von 1926 wie auch die um 1947 datierte „Parze“ mit 20.000 Euro und 14.000 Euro unterhalb ihrer Wunschwerte. Etwas besser kamen Kleins Gouache „Interieur mit zwei Frauen und Kind“ von 1926 bei taxgerechten 2.000 Euro und die 1927 gemalte „Spanierin“ mit 2.600 Euro an (Taxe 2.000 EUR).

Mit Menschenbildern unterschiedlichen Zuschnitts war der Katalog gut bestückt und hatte etwa noch einen weiblichen „Akt mit gesenktem Kopf“ aus Hans Brühlmanns frühem Todesjahr 1911 für 4.800 Euro (Taxe 2.400 EUR), Hugó Scheibers ornamentale, schwarze „Tänzerin“, bei der man sich an Josephine Baker erinnert fühlt, für 6.000 Euro (Taxe 4.500 EUR), Albert Eberts „Mädchen mit Petticoat“ von 1964, das im Grünem verträumt auf einen Dorfrand blickt, für 10.000 Euro (Taxe 9.000 EUR), Werner Berges’ buntes Durcheinander mehrerer „Leute, etwas faul“ von 1983 für 5.000 Euro (Taxe 3.000 EUR) oder Michael Triegels fein und exakt mit Silberstift gezeichnete Studie zur Gestalt der Flora von 2007 für 3.000 Euro zu bieten (Taxe 1.800 EUR). Das Paar bunte skurrile Männerköpfe, die Peter Graf 1999/2000 verzerrt und mit übergroßen Augen malte, sprangen von 300 Euro auf 1.100 Euro. Weniger positiv lief es hingegen bei der Willy Brandt-Bronze, die Rainer Fetting 1996 unterlebensgroß in 45 Exemplaren goss und das Parkett frühzeitig bei 25.000 Euro verließ (Taxe 30.000 EUR).

Menschliche Geschichten und Landschaften

Die Auseinandersetzung mit dem Faschismus, dem Krieg, der Verfolgung und der Haft findet sich immer wieder in den Arbeiten von Horst Strempel. Ein warnendes Beispiel hierfür sind „Die Söldner (Soldaten)“ von 1948, die gezeichnet, verletzt, geblendet oder gleich tot versuchen, in einer engen Vierergruppe einen Weg zu finden. Das ausdrucksstarke und hochaktuelle Werk erinnert nicht nur an die physischen, sondern auch die psychischen Wunden des Krieges. Das ernste Gemälde entfesselte hohes Interesse und sprang mit 32.000 Euro auf das Vierfache der Schätzung von 8.000 Euro. Eine hoffnungsvollere Note liegt Strempels „Suchern“ von 1947/48 zugrunde. Drei Menschen und ein Schatten sind auf der Suche nach Überlebenden der Kriegswirren. In einer metaphorischen Perspektive suchen sie mit ihrer Lampe auch den Weg in eine bessere Zukunft und wollen die Gräueltaten der NS-Zeit hinter sich lassen. In neuen vier Wänden erinnert dieses Ölgemälde nun für 26.000 Euro an die Bedeutung der Hoffnung (Taxe 9.000 EUR).

Der heute kaum noch mehr bekannte, gebürtige Litauer Franz Domscheit zählte im Berlin der Weimarer Republik zu den aufsteigenden Stars. Das endete jedoch mit der Nazi-Zeit und der Aktion „Entartete Kunst“, in der seine Bilder in öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt wurden. 1949 wanderte Domscheit nach Südafrika aus und gilt dort als einer der bedeutendsten expressionistischen Maler. Seine Gruppe von Frauen auf einer weiten Landstraße bei der „Flucht“ unter dunklem schwerem Himmel, die nun bei 16.000 Euro hofiert wurde, malte er aus eigener Anschauung (Taxe 1.500 EUR). Genügsamer gab sich da Wolfgang Mattheuers symbolistischer Holzschnitt „Hinter den Sieben Bergen“ von 1970, über denen Fortuna schwebt, während eine Autokolonne sich zu ihr aufmacht. Sie erleichterte das Portemonnaie des Käufers um 2.400 Euro (Taxe 800 EUR). Mit seinem ebenso mehrdeutigen Gemälde „Last Port“ von 1940, in dem der große alte Raddampfer „City of Roslyn“ zum Verschrotten liegt, verbuchte Theodore Lux Feininger gute 15.000 Euro (Taxe 9.000 EUR).

Karl Hagemeister konnte mit seinem „Wildpark“ auf dem Parkett zwar keinen Preissturm entfesseln, wie sonst üblich, allerdings erzielte der Waldausschnitt im Herbststurm stabile 23.000 Euro (Taxe 20.000 EUR). Eigentlich abstrakt mit dicken Farbbalken gemalt, schälen sich dennoch Klaus Fußmanns tiefgelbe „Rapsfelder“ 2007 gut erkennbar hervor, hinter denen Häuser mit grauen und roten Dächern ruhen und die es auf 5.200 Euro brachten (Taxe 3.000 EUR). Angespornt von diesem Vorbild wollten die Bieter Franz Heckendorfs spätsommerliche Ansicht der Isar samt Angler in den warmen Rosttönen eines Abends erst bei 3.800 Euro gehen lassen (Taxe 1.000 EUR). Der 1911 pointilistisch gemalte „Heimweg“ von Hans Michaelson erwirtschaftete 4.400 Euro, seine zweite Dorflandschaft unter dem Titel „Tauwetter/Felde“ um 1916/17 in breiten Farbflächen blieb hingegen unter der Erwartung bei 3.000 Euro haften (Taxe je 4.000 EUR). Zu einem finanziellen Befreiungsschlag setzte Otto Niemeyer-Holsteins blau-weißes „Meer mit vereister Küste“ von 1970 bei guten 11.000 Euro an (Taxe 3.000 EUR). Tausend Euro mehr konnte Hermann Stenners mit kurzen festen Pinselstrichen erarbeitete „Frau mit Ziege“ auf grüner Wiese von 1911 in die Kassen spülen (Taxe 7.000 EUR).

Abstraktes: Wenn Farbe und Form explodieren und ondulieren

Bei den gegenstandslosen Kunstwerken traf Paul Fuhrmanns ausdrucksstarker „Schrei“ von 1922 nicht nur einen Nerv im Publikum, da die zackige und energische Farb- und Formexplosion sich auf 30.000 Euro katapultierte (Taxe 10.000 EUR). Die geometrische Ruhe von Carl Buchheisters um 1928 datiertem „Teppich-Entwurf 2833“ in lichten Farben legte geringfügig um 1.000 Euro auf 11.000 Euro zu (Taxe 10.000 EUR). Für Walter Dexels „Glasbild 1924 VII“ aus Rechtecken, einem Winkelelement und einem Halbkreis in Schwarz, Grau, Weiß und Ockersilber gilt halbiert das gleiche: aus 5.000 Euro wurden 5.500 Euro. Etwas vorteilhafter lief es für Hermann Glöckners symmetrische Spiegelung „Keil in Schwarz-Weiß“ mit einem Zuschlag bei 5.400 Euro (Taxe 3.000 EUR). Der genügsamere Sammler konnte mit Wilhelm Müllers beiden bunten „Variationen zu einem Thema von Otto Freundlich“ aus den Jahren 1992 und 1995 bereits für 2.200 Euro nach Hause gehen (Taxe 800 EUR).

Das westdeutsche Informel zeigte sich ebenfalls selbstsicher, etwa Gerhard Hoehmes wabernde „Spuren im Kosmos“ aus der Zeit um 1953, die 19.000 Euro einforderten (Taxe 15.000 EUR). In eine scheinbar ungeordnete schwarze Netzstruktur nebst grünen, braunen und grauen Punktfeldern begab sich Hann Trier 1957 bei „Zapateado I“. Das Ölgemälde zählt zu den in Kolumbien entstandenen „Tanzbildern“ und bezieht sich auf das rhythmische Stampfen und Hacken in vielen lateinamerikanischen Tänzen, was auch die Käufer zu beschwingten 15.000 Euro inspirierte (Taxe 8.000 EUR). Francis Botts schwebende Farbstrukturen auf gebrochen weißem Grund von 1957 reüssierten bei 6.500 Euro (Taxe 4.000 EUR). Dass auch der slowenische Maler Stane Kregar gegenüber den Neuerungen der Zeit aufgeschlossen war, beweist sein Ölgemälde „Der Morgen“ von 1955, das zwar an natürliche Vorbilder erinnert, aber vorwiegend einem gestischen Malimpuls folgt und 9.500 Euro erlöste (Taxe 6.000 EUR). Aus Frankreich beteiligten sich Jacques Germain mit seiner farbenfrohen, gespachtelten Gesteinsstruktur von 1960 bei 5.200 Euro (Taxe 5.000 EUR) und Jean Leppien mit seinen verzahnten kantigen Farbflächen „8/58 LXXXIX“ von 1958 in Gelb, Grau, Schwarz und Weiß bei 6.800 Euro (Taxe 2.000 EUR).

Auch Unregelmäßiges löste Kaufimpulse aus. Das bewiesen Kuno Gonschiors gepunktetes Gouache-Diptychon „Grün-Schwarz – Rot-Schwarz“ von 1990, dessen Wert sich auf 1.700 Euro verdoppelte, bei gleichem Zuschlag Franz Grabmayrs wild gespritztes farbiges Tuschblatt von 1984 (Taxe 1.500 EUR) oder Ursula Schultze-Bluhms organische Wuchsform auf der Leinwand „Das Blumenfest des Lirad“ von 1963, die dem Verkäufer 11.000 Euro sicherte (Taxe 8.000 EUR). Keine Farb- oder Formexplosion, vielmehr eine Kreisstruktur legte Günther Uecker 1999 seinem mit Nägeln gefertigten Prägedruck „Spirale“ zugrunde, der von 7.000 Euro die Preisleiter auf 13.000 Euro hochkletterte. Mit 11.000 Euro liegt Oskar Holwecks Konvolut aus vier individuell gestalteten, teils geritzten, teils gestauchten Papierreliefs zwar darunter, allerdings konnte das zwischen 1969 und 1974 entstandene Quartett von 1.800 Euro aus eine sechsfache Steigerung hinlegen. Günther Förgs Linienbündel „Tears“ in Violett und Gelb aus dem Jahr 1989 mussten bis zum Nachverkauf warten, um bei 20.000 Euro erlöst zu werden (Taxe 25.000 EUR).

Metall kann überzeugen

Bei den Skulpturen überzeugte Rainer Kriester die Bieter mit dem „Großen schwarzen Kopfzeichen II“, einem grünschwarz patiniertem Bronzeguss von 1984 mit tiefen Einkerbungen, zu achtbaren 34.000 Euro (Taxe 25.000 EUR). Auch sein kleines goldenes „Kopfzeichen XIV“ desselben Jahres sicherte sich gute 3.800 Euro (Taxe 2.000 EUR). Etwas schüchterner präsentierte sich Fritz Cremers nacktes, sich umarmendes Liebespaar von 1972, das schon für 7.500 Euro den Rückzug antrat (Taxe 9.000 EUR). Eine bessere Figur machten Gustav Seitz’ Bronzeakt einer stilisierten „Pariserin“ von 1955 bei 4.000 Euro (Taxe 2.000 EUR) und Werner Stötzers archaisch aus rosafarbenem Sandstein gehauener „Kleiner stehender Torso“ von 1990 bei 6.900 Euro (Taxe 3.500 EUR).

Weg von der menschlichen Gestalt ging es mit Klaus Staudts filigranem Quadrate-Relief „Schattengitter 2“ von 1981, das allerdings schon für 8.000 Euro den Besitzer wechselte (Taxe 9.000 EUR). Seinen Wunschwert von 3.500 Euro konnte Erich Reuschs „Elektrostatisches Objekt“ aus den 1970er Jahren, bei dem sich die schwarzen Pigmentpartikel in einem Plexiglaskasten je nach statischer Aufladung unterschiedlich anordnen, mit 5.500 Euro klar überflügeln. Beinahe eine vierfache Steigerung absolvierte Hartmut Böhms 1982/83 geknickter schwarzer dünner Flachstahl „Lineare Progression gegen Unendlich mit 22,5°“ hin zu finalen 4.200 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Irene Lehr Kunstauktionen

Sybelstraße 68

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Telefon:+49 (030) 881 89 79

Telefax:+49 (030) 881 89 95

Startseite: www.lehr-kunstauktionen.de



06.12.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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