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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Schleswig präsentiert Jens Ferdinand Willumsen

Erstmals widmet sich eine Museumsausstellung in Deutschland dem hierzulande wenig bekannten Maler Jens Ferdinand Willumsen. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf in Schleswig bereitet dem dänischen Vorreiter der Moderne nun eine gebührende Bühne. Ermöglicht wird die Schau durch die laufende Sanierung des Willumsens Museum im dänischen Frederikssund, weshalb zahlreiche Arbeiten temporär nach Schleswig auswandern können. Der 1863 geborene Maler, Grafiker, Bildhauer, Keramiker und Architekt Willumsen hinterließ ein rund 70 Jahre umspannendes Werk. In frühen Schaffen noch durch Realismus und Naturalismus geprägt, wandelt sich das Werk von Willumsen seit einer ersten Reise nach Paris und Südeuropa im Jahr 1888 radikal. Insbesondere die Begegnung mit der aktuellen französischen Kunst und die Bekanntschaft mit Paul Gauguin beeinflussen ihn nachhaltig. Um 1900 zeigt er sich von den lebensreformerischen Bestrebungen beeindruckt, wovon seine großformatigen Strandbilder und das frühe Hauptwerk „Die Bergsteigerin“ zeugen. Vielfach pendelt er in dieser Zeit zwischen Kopenhagen, Paris und der Côte d’Azur. Ab 1910 ist die Begegnung mit den Werken des spanischen Manieristen El Greco für ihn von entscheidender Bedeutung: Übersteigerte Gesten, grelle Farben, verzerrte Körperformen und schlaglichtartige Effekte prägen die Gemälde jener Zeit.

Im Herbst 1904 beginnt Jens Ferdinand Willumsen an der bretonischen Atlantikküste mit einem Bild zum symbolischen Verhältnis von Mensch und Natur. Er gibt ihm den Titel „Nach dem Sturm“. In der Studie von 1905 läuft eine verzweifelte Frau über den Strand, das ihr hinterhereilende Kind findet in ihrem Leid keine Beachtung mehr. Der Mensch steht nicht mehr im Einklang mit der Natur und ist dieser erbarmungslos ausgeliefert; alles ist bestimmt durch Hoffnungslosigkeit. 1916 nimmt Willumsen das Thema in verdichteter Form wieder auf und gibt ihm den neuen Haupttitel „Angst vor der Natur“. Die Frau ist nun allein am Strand und wird von den Elementen gewaltsam bedrängt: Das Meer brandet aggressiv über das Ufer, der Erdboden scheint sich aufzulösen, und die alles überstrahlende Sonne erinnert an eine gewaltige weiße Explosion. Schützend schlingt die einsame Frau die Arme um sich. Das Schicksalhafte dieser Endzeit-Szenerie wird noch verstärkt durch die disharmonischen Farben und die rohen sichtbaren Pinselstriche. Willumsen hat hier einen malerischen Fiebertraum geschaffen und vielleicht sein expressivstes Gemälde.

1928 lernt Jens Ferdinand Willumsen die französische Tänzerin und Malerin Michelle Bourret kennen. Es entwickelt sich eine innige Beziehung zwischen dem alternden Maler und der 28jährigen, die bis zu seinem Tod 1958 anhält. Michelle steht ihm für eine Vielzahl von Werken Modell. Immer wieder bittet er sie in bestimmte Rollen zu schlüpfen, fotografiert sie und entwickelt daraus seine Porträts. Drei Mal zeigt er Michelle lebensgroß und tanzend: im Kostüm einer bestimmten Rolle oder im schwarzen Abendkleid. Monumental und mit weit ausgreifenden Gesten dominiert sie die bühnenartigen Räume bei teils theatralischer Beleuchtung. Michelles Verwandlungsfähigkeit und die elegante Leichtigkeit ihrer Tanzbewegungen faszinieren den Maler. Auch koloristisch sind diese Bilder ein Highlight. Jens Ferdinand Willumsen lässt die Tänzerin in leuchtenden Juwelentönen baden und kreiert schreiende Farbkontraste. Der 70jährige Maler gerät durch die Künstlerin und Muse in einen regelrechten Schaffensrausch, der ihn zu einem unverwechselbaren Alterswerk befähigt. Diese und andere späte Gemälde Willumsens mit zum Teil humorvollen und karikaturesken Elementen erfahren zu ihrer Entstehungszeit viel Ablehnung und werden lange nicht verstanden. Erst seit ein paar Jahren erhält auch sein Spätwerk die ihm gebührende Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung „Willumsen. Generalprobe“ läuft bis zum 2. März 2025. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf in Schleswig hat täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, wochenends bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, für Kinder und Jugendliche 4 Euro. Begleitend erscheint im Hirmer Verlag ein Katalog, der im Museum für 35 Euro erhältlich ist.

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen – Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf
Schlossinsel 1
D-24837 Schleswig
Telefon: +49 (0) 4621 – 813 222


11.12.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


06.12.2024, Willumsen. Generalprobe

Bei:


Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Bericht:


Max Beckmann für ein Jahr

Künstler:

Jens Ferdinand Willumsen








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